Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 16 (1912)
- Issue
- 11 (15.3.1912)
- Date
- 1912-03-15
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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der Juden in den Ländern des Islam und schilderte im speziellen die Einzelgebiete der Türkei, die für eine jüdische Einwanderung in Betracht kommen. Am 3. Abend, der am Dienstag, den 19., abends 81/2 Uhr, stattfindet, wird Herr Trietsch sprechen über: „Möglichkeiten der Ausdehnung der jüdischen Kolonisation". Siegburg. Vor kurzem sprach Herr Julius Kaufmann, Eschweiler, über die „Alliance Israelite Universelle". Forchheim i. Bay. Am 25. Februar fand hier die erste Propagandaversammlung statt. Nürnberg. Am 27. Februar hielt Herr Dr. Sch. L e v i n in der Ortsgruppe einen Vortrag über das Thema „Die Tragödie der Heimatlosigkeit". Breslau. Am 5. Februar sprach Herr Dr. Schemarjahu Levin im Börsensaal vor etwa 1300 Personen über „Die Tragödie des jüdischen Volkes". — Am 5. März hielt Herr Dr. S a n d 1 e r einen Vortrag mit Lichtbildern über „Jüdische Kulturarbeit in Palästina". Brumath i. Eis. Am 3. d. M. hielt Herr Prof. Dr. D r e y t u ß einen Vortrag über „Das Jüdische Problem". Schweiz Zürich. Der jüd. - nat. akadem. Verein Bar Kochba, der im letzten Semester eine rege Vereinstätigkeit entwickelte, veranstaltete auch eine Purimfeier, an der alle Kreise der jüdischen Bevölkerung teilnahmen. Galizien Krakau. Die akademische Verbindung „Haschachar" veranstaltete am 9. März in dem größten hiesigen Saale des „Alten Theaters" einen Vortrag des Og. Adolf Stand über das Thema: „Ein Ueberblick über die zehn zionistischen Kongresse". Vor einem über 600 Personen zählenden Publikum Am 29. März erscheint die diesjährige Passahnummer, diey wie alljährlich, auch diesmal in verstärktem Umfange und größerer Auflage herausgegeben wird. Neben zahlreichen literarischen Beiträgen wird diese Nummer eine Anzahl neuerer Illustrationen enthalten und eignet sich somit hervorragend für Agitaiions zwecke. Bestellungen hierfür bitten wir möglichst sofort auf der unserer heutigen Nummer beiliegenden Bestellkarte aufzugeben. Die Preise stellen sich für 1 Exemplar inkl. Porto M. 0,50 10 „ „ „ „ 4,50 25 „ „ „ „ 8,50 50 „ „ „ „ 15~ WO „ „ „ „ 24,— Bestellungen werden nur gegen Voreinsendung des Betrages oder Nachnahme ausgeführt. Verlag „Die Welt" BERLIN W15 Sächsische Str. 8. entwickelte Herr Stand in einer schwungvollen, anderthalb Stunden dauernden Rede die Entfaltung der zionistischen Idee bis zur Gegenwart. England Manchester. Im Jewish Working Men's Club hielt am 3. März Dr. C. Weizmann eine Rede über den „Gegenwärtigen Stand der zionistischen Bewegung". Die Jahresversammlung des Matathias Beacon, Nr. 14, des Order of Ancient Maccabeans fand in dem (ewish Working Men's Club House statt. Der Mount Horeb Beacon, Nr. 9 des Order of Ancient Maccabeans veranstaltete eine SpezialVersammlung am Purimabend. Br. N. I. Adler hielt eine Rede über „Palästina und seine Produkte". Liverpool. Am 3. März fand ein literarischer Abend der „Ivriah" Hebrew Speaking Society statt. An demselben Tage veranstaltete die „Ivriah'4 National and Literarv Society einen Empfang, bei dem der Präsident, Dr. J. S. Fox, über den geistigen Stand der Juden in Persien sprach. Am Donnerstag gab die Ladies' Zionist Association ein Kinder-Purimfest, an dem über 200 Kinder teilnahmen. Die „Geschichte von Esther" wurde in Lichtbildern vorgeführt. Cardiff. Am 3. März fand in der Dorshei Zion Association zur Feier von Purim ein Orchester-Konzert statt. Sunderland. Am Sonntag vor acht Tagen fand zwischen der Jewish Literary and Debating Society und der Zionist Association eine Debatte über den Zionismus statt. London. Die Jahresversammlung der Tottenham Evrei Zion Association fand am 3. Mär?: statt. Die Einnahmen betrugen M. 340.—, wovon M. 200.— an den Nationalfonds zwecks Eintragung des Vereins in das Goldene Buch gesandt wurden. Am Sonnabend vor acht Tagen fand ein Purimkonzert in der Association of East London Zionists statt. Brief aus Wien (Von unserem Berichterstatter.) Oppenheimer über Sombart Im Rahmen der von der israelitischen Kultusgemeinderepräsentanz veranstalteten Vortragsabende sprach Dr. Franz Oppenheimer am verflossenen Donnerstag über das Thema „Judentum und Kapitalismus", in welchem er sich ausschließlich mit dem Werke Sombarts über die Stellung der Juden im Wirtschaftsleben befaßte. Oppenheimer betonte einleitend, daß er sich rein wissenschaftlich mit dem genannten Buche auseinandersetzen werde. Als er den Vortrag zusagte, habe er natürlich nicht geahnt, daß Sombarts Auftreten in Wien derart merkwürdige Sensationsereignisse nach sich ziehen würde. Er wolle keinen Zweifel darüber lassen, daß er selbst Zionist sei, und daß er den Ansichten Sombarts über die Zukunft der Juden zustimme. Zum Thema übergehend, legt Oppenheimer zunächst den Ideengang des umfangreichen Sombartschen Judenwerkes dar. Was Sombart über die objektiven Ursachen der gegenwärtigen Beziehungen des Judenvolkes zur Weltwirtschaft sagt, billigt Oppenheimer. Auch der Diagnose Sombarts über die Eigenart der Juden stimmt er im allgemeinen zu. Nur findet er, daß Sombart nicht genügend einschätzt, welche enor m e Auslese die Taufe bewirkt habe: ,,Die Ahnen von uns allen, die wir noch Juden sind, müssen durchaus trotzige und starke Seelen gewesen sein. Wäre nur einer in der Vorfahrenkette schlapp gewesen, hätte er sich taufen lassen, und es gäbe keinen jüdischen Urenkel mehr/4 Sein Gegensatz beginnt erst dort, wo Sombart die subjektiven Gründe des dominierenden Einflusses der Juden aul die kapitalistische Wirtschaftsordnung darzulegen versucht, und zwar bei dem Abschnitte über die jüdischen Rasseneigenschaften. Oppenheimer kennt nur den Begriff der Rasse ,,als ein Ende", nicht den Sombartschen Begriff der Rasse „als einen Anfang". Deshalb iinüsse er die Meinung, das jüdische Volk habe von Anbeginn jene Eigenschaften besessen, die es zur Entwicklung des Kapitalismus prädestinierten, bekämpfen und die ganze Beweisführung, die sich auf dieses subjektive Moment" stütze, als haltlos bezeichnen. Man könne aber die unverläßlichen subjektiven Momente ganz ausschalten und den Einfluß der Judenheit auf das Wirt-