Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 16 (1912)
- Issue
- 10 (8.3.1912)
- Date
- 1912-03-08
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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blElElELT 303 Nr. 10 ■ ■ - , ■• ■ Vom jüdischen Verlag Die beginnende Frühjahrssaison bringt auch neues Leben in die eigentliche Verlagstätigkeit unseres Parteiverlags, der im Winter sich vorwiegend auf den Büchervertrieb beschränkt hat. Soeben sind zwei hervorragende Werke zur Palästinakunde fertiggestellt worden: Davis Trietsch, Palästinahandbuch (dritte Auflage) Elias Auerbach, Palästina als Judenland. Das bekannte Handbuch unseres geschätzten Mitarbeiters ist eine hervorragende Leistung, die Fleiß und Sachkenntnis hervorgebracht haben. Mit ihren auf den neuesten Stand gebrachten Daten ist sie eine unentbehrliche Ergänzung zu den allgemeinen Reiseführern. Besonders sollte kein Jude und Zionist nach Palästina ohne das handliche Buch reisen. Die Broschüre von Auerbach ist ein Agitationsmittel, wie es uns bis jetzt gefehlt hat. Sie ist die dritte Schrift, die das Zionistische Actions-Comite im Laufe dieses Jahres herausbringt. Während Lichtheims bekannte Arbeit das Programm des Zionismus erläutert und das zionistische Merkbuch von Schachtel eine unvergleichliche Sammlung der Tatsachen über unsere Bewegung bietet, zeigt Auerbach vor allem, was wir als praktische Politiker im Lande unserer Hoffnung erreichen können. - Im übrigen verweisen wir auf das Inserat des Jüdischen Verlags, das in dieser Nummer erscheint. Der Jüdische Verlag ist im Begriff, sein Filialnetz auszubauen. Vor kurzem hat er mit der Jüdischen Zeitung, Wien IL, Stephaniestr. 12, ein Abkommen getroffen, wonach die J. Z. den Alleinvertrieb für die Firma des Jüdischen Verlags im ganzen Gebiet der österreichischen Monarchie, ohne Galizien und Bukowina, übernommen hat. Alle Bestellungen, die aus dem Vertragsgebiet an den Jüdischen Verlag gelangen, werden von ihm seiner Wiener Vertriebsstelle überwiesen. Die Sonderabzüge des in Nr. 1 und 2 des Jahrganges 1912 erschienenen Aufrufs für den Zentralfonds sind vergriffen und erscheinen in diesen Tagen in zweiter Auflage. Wir machen die Landes- und Sonderverbände darauf aufmerksam, daß diese Aufrufe zu Propagandazwecken gratis und franko von uns abgegeben werden. Zionistisches Zentralbureau. Deutschland Berlin. Die Berliner Zionistische Vereinigung veranstaltete am Mittwoch, den 6. März, im Tiergartenhof einen Purimball. Anläßlich der Sitzung des Großen Actions- (>omites veranstaltet die Berliner Zionistische Vereinigung am Montag, den 18. März, / \v ei große öffentliche Versammlungen in den ^rachtsälen des Westens, Spicher nstraße 3, und in der Brauerei Königstadt, Schönhauser Allee 10/11. Mehrere Mitglieder des Engeren und des Großen A. C. werden Ansprachen halten. Die Berliner Misrachi-Gruppe veranstaltete am 25. Februar ine Gedächtnisfeier, bei der Herr Dr. Eppenstein die Gelenkrede hielt. Berlin. Die hiesige Misrachi-Gruppe veranstaltet m Donnerstag, den 14. März, 9 Uhr abends, in den Sophienälen, Sophienstr. 17/18, eine öffentliche Versammung, in der Herr Rechtsanwalt Dr. A. Loeb über die Renaissance des Judentums sprechen wird. Im Anchluß daran findet eine Diskussion statt. Gäste willommen. Charlottenburg. Am Mittwoch, den 21. Februar, fand, -'ranstaltet vom Zionistischen Verein West-Berlin, der Disussionsabend über Gustav Landauers Vortrag „Judentum i;nd Sozialismus" statt. Herr Davis Trietsch spricht in einem vom Zionistischen erein West-Berlin veranstalteten Vorlesungszyklus über jüdische Emigration und Kolonisation. Die Vorlesungen, die 4 Abende umfassen, finden an den Dienstagen (5., 12., 19., 26.) des März statt in der Aula der Charlottenburger Gemeindeschule, Bleibtreustr. 43 (am Bahnhot Savignyplatz), abends 8 Uhr. Hamburg-Altona. Am 5. Februar fand hier ein Vortrag von Professor S o m b a r t über „Die Zukunft der Juden" statt. Sonnabend, den 17. Februar, hielt Herr Dr. Schmarja Levin in der Ortsgruppe einen glänzenden Vortrag über „Die Tragödie der Heimatlosigkeit". Es waren über 600 Personen anwesend, darunter viele Nichtzionisten und Gegner. Hannover. Die Zionistische Ortsgruppe veranstaltete am Sonntag, den 3. März, abends 8 Uhr, einen jungjüdischen Abend. München. Am 21. Februar sprach in einer von Damen zahlreich besuchten Versammlung Frau Johanna Simon- Friedberg aus Heidelberg über „Eine Gegenwartsautgabe der jüdischen Frau". Am 26. Februar sprach Herr Dr. Levin auf Veranlassung der Zionistischen Ortsgruppe über „Die Tragödie der Heimatlosigkeit". Nürnberg. Vor einem zahlreichen Auditorium sprach am 19. Januar Frau Johanna Friedberg-Simon aus Heidelberg in der hiesigen Ortsgruppe des „Verbandes jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina" über die „soziale Aufgabe der jüdischen Frau". Die im Anschluß an den Vortrag stattfindende Spitzenausstellung interessierte sehr und erweckte die Kauflust der Damen. Für ca. 200 Mark Spitzen wurden verkauft. Straßburg. Am 1. Februar sprach in der Ortsgruppe Herr stud. Aron über „Die jüdische Rasse und ihr Kulturwert". Halle a. S. Am 22. Februar sprach in der Ortsgruppe Herr cand. agr. Ludwig Pinn er über das Thema „Die Assimilation der deutschen Juden". Eschweiler. Am 25. Februar sprach in der Ortsgruppe Höngen Herr Bruno Stern, Aachen, über „Theodor Herzl". Jülich. Am 25. Februar sprach Herr Dr. Grüneberg, Elberfeld, über „Die Judenfrage als Rassenfrage". Darmstadt. Die Zionistische Ortsgruppe veranstaltete am 7. Februar einen Vortragsabend, an dem Herr Oberlehrer D. Tachauer, Frankfurt a. M., über „Die historischen Grundlagen der modernen Bestrebungen im Judentum" sprach. Dortmund. Am 15. Februar hielt Herr Alfred Horn in der Ortsgruppe einen Vortrag über „Die moderne jüdische Dichtung". Bremerhaven. Am Sonntag, den 25. Februar, sprach Herr Dr. W a s c h i t z, Hamburg, über „Professor Sombart und die Juden". Glogau. Am 18. Februar hielt Herr Direktor Kareski, Posen, einen Vortrag über „Die Juden in der Politik". Jarotschin. Die Zionistische Ortsgruppe veranstaltete am 24. Februar einen Vortragsabend, an dem Herr Parteisekretär Rosenbaum über „Die Zukunft der Juden" sprach. Mitteldeutscher Gruppenverbandstag Der dritte Gruppenverbandstag des mitteldeutschen Bezirkes fand am Sonntag, den 11. Februar., in Halle a. S. statt. Zahlreiche Vertreter der Ortsgruppen Chemnitz, Kothen, Dessau, Dresden, Halberstadt, Halle und Leipzig, ferner die Vertrauensmänner und eine Anzahl einzelner Gesinnungsgenossen aus Erfurt, Jeßnitz, Nordhausen und Thale nahmen an den Verhandlungen teil, während vom Zentralkomitee der Zionistischen Vereinigung für Deutschland Herr Rechtsanwalt Dr. Ascher, Dessau, und vom Engeren Actions-Comite Herr Nahum S o - k o 1 o w der Tagung beiwohnte. Im ganzen waren etwa 75 Gesinnungsgenossen aus dem Bezirk zum Verbandstag erschienen. Um 21/2 Uhr nachmittags wurde die Tagung von Herrn Isaak Feuerring, Halberstadt, eröffnet, der in einer kürzen Ansprache die Entwicklung der Bewegung im letzten Jahre zeichnete und die Teilnehmer begrüßte. Darauf überbrachte in wirkungsvollen Worten Herr Rechtsanwalt Dr. Ascher, Dessau, die Grüße des Zentralkomitees der Zionistischen Vereinigung für Deutschland. Der Bericht über die Tätigkeit des Verbandes wurde von Herrn Feuerring, Halberstadt, erstattet. Mit Rücksicht auf die Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit brachte der Bericht nur eine gedrängte Wiedergabe der Arbeit, die vom Geschäftsführenden Ausschuß des Verbandes in Halberstadt geleistet wurde. Ueberall im Bezirk konnte ein erfreuliches Steigen der zionistischen Anhängerzahl konstatiert und eine Zunahme des Interesses für unsere Bestrebungen festgestellt werden. In einer Reihe von Orten wurde die Propaganda durch Versendung