Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 16 (1912)
- Issue
- 7 (16.2.1912)
- Date
- 1912-02-16
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 7 DIE^ELT — 219 ^K<JUeMSCH€R PIATIQriAL-FQriDS^^ Der Jüdische Nationalfonds ist daxu bestimmt, in Palästina Grund und Boden als unveräußerliches Eigentum des jüdischen Volkes xu erwerben. Vom V, Ziönistenkongreß im Jahre 1901 gestiftet, hat er bereits die Röhe von nahezu 3 Millionen Mark erreicht. MITTEILUNGEN DES HAUPTBUREAUS DES JÜDISCHEN NATIONALFONDS IN KÖLN Briefe und sonstige Sendtingen sind zu adressieren: Hauptbureau des Jüdischen Nationatfonds z. H. des Herrn JDr. M. J. Boden heimer, Co In, Neutnarkt 33 Das Ergebnis des Jahres 1911 (Fortsetzung.) Wir kommen nun zu den Erträgen in den einzelnen Ländern. Aus Tabelle I ergibt sich, daß Deutschland von der dritten Stelle im vorigen Jahre an. die erste vorgerückt ist. Dies ist eigentlich einem Zufalle zu verdanken, nämlich der Spende von 54 000 M., welche ein in Deutschland wohnhafter Gesinnungsgenosse durch direkte Verhandlungen mit dem Hauptbureau dem Nationalfonds zugewendet hat. Zieht man diese zufällige Spende von dem Gesamtertrag Deutschlands im Jahre 1911 ab, so ergibt sich, daß der N.-F. in Deutschland in 1911 fast gar keinen Fortschritt gemacht hat. im Jahre 1910 konnten unsere Freunde in Deutschland mit berechtigtem Stolze darauf hinweisen, daß sie außer den ca. 56 000 M. für den Nationalfonds ja auch ca. 50 000 M. für den Genossenschaftsfonds aufgebracht hatten. Da im letzten Jahre außerordentliche Sammlungen wegfielen, so muß das Stehenbleiben der deutschen Nationalfonds- Eingänge auf den Mangel einer ausreichenden Propaganda zurückgeführt werden, dem voraussichtlich in diesem Jahre abgeholfen wird, dank vornehtnlich dem Umstände, daß sich die N.-F.-Kommission durch Heranziehung tatkräftiger Gesinnungsgenossen .reorganisiert hat. Rußland, welches bisher immer die erste Stelle behauptet hat, kommt diesmal an zweiter Stelle, nach Deutschland. Trotzdem ist der Eingang aus Rußland im Jahre 1911 relativ befriedigend. Wir gestehen, daß wir nach Sistierung der Sammelstelle in Moskau nicht nur einen ganz bedeutenden Spendenrückgang befürchtet haben, sondern noch mehr, daß die von Herrn Dr. Tschlenow so mühsam mit vielen Hunderten von Gesinnungsgenossen im weiten Rußland gepflegten und nun plötzlich abgebrochenen Beziehungen nur sehr schwer von Köln aus anzuknüpfen sein würden. Zum Glück hat jedoch der Nationalfonds in den Herzen unserer Brüder in Rußland derart tiefe Wurzel geschlagen, daß sie sich durch kein Hindernis davon abhalten lassen, den N.-F. zu fördern. Nachdem wir die entsprechenden Vorkehrungen im Hauptbureau getroffen hatten und einen Aufruf an unsere russischen Freunde ergehen ließen, haben die meisten dem Appell mit Freuden Folge geleistet, und nach einer mehrere Monate währenden Stockung begannen die Eingänge wieder eine aufsteigende Entwicklung zu nehmen. Sollten, was wir hoffen, die Störungen in Rußland behoben und die Aufrichtung einer Sammelstelle in den nächsten Jahren möglich werden, so sind wir fest überzeugt, daß Rußland in der Reihenfolge der Eingänge wieder alle übrigen Sammelstellen weit hinter sich lassen wird. Oesterreich ist von der so lange behaupteten zweiten Stelle nach der dritten zurückgedrängt worden. Der Grund ist nicht bloß auf den Vorsprang Deutschlands infolge der erwähnten größeren Spende zurückzuführen, sondern leider auch auf den Umstand, daß die Wahlen zum österreichischen Parlament und deren Begleiterscheinungen die Sammlungen ungünstig beeinflußt *haben. Dies würde noch stärker hervortreten, wenn nicht der in Wien wohnende Herr Baruch Kahane den Betrag von 40 000 Frs. im letzten Jahre eingezahlt hätte. Unsere österreichischen Vertrauensmänner werden in diesem Jahre eifrig an dem Ausbau ihrer Organisation zu arbeiten haben, um nicht beim nächsten Jahresausweis noch weiter zurückweichen zu müssen. Den stärksten Aufschwung, der in erster Linie dem Ausbau einer planmäßigen und stetigen Tätigkeit unseres New Yorker Bureaus zu verdanken ist, haben die Vereinigten Staaten von Amerika aufzuweisen. Die Eingänge haben gegenüber dem Vorjahre um nahezu 90 " o zugenommen. Diese Tatsache erfüllt uns mit den besten Hoffnungen für die Zukunft unserer Institution in diesem Lande. Wir glauben den Zeitpunkt nicht mehr fern, wo dieses Land, das westliche Wohlhabenheit mit östlicher Massenbegeisterung vereinigt, wie es sich gehört, an der Spitze aller übrigen Länder marschieren wird. Nach den vier erwähnten Ländern, weiche zusammen ca. 420 000 M. aufgebracht haben und die Hauptstützen des Nationalfonds sind, kommen dann die kleinereu Sammelstellen, an deren Spitze diesmal statt Südafrika Rumänien steht. Die Zunahme ist in diesem Jahre gegenüber dem Vorjahre unbedeutend. Bedauerlicherweise hat Südafrika einen beträchtlichen Rückgang zu verzeichnen, nämlich von 30 512 M. auf IS 800 M.! Seihst gegenüber dem Jahre 1Q09 ist Südafrika mit ca. 4000 M. im Rückstände. Wir können den Grund dieser auffälligen Erscheinung nicht verstehen und erwarten noch diesbezügliche Aufklärungen von der dortigen Federation. Dieser Rückgang ist noch auffälliger, wenn in Betracht gezogen wird, daß die südafrikanische Federation im vergangenen Jahre keine sonstige, die Gc-innungs-