Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 16 (1912)
- Issue
- 6 (9.2.1912)
- Date
- 1912-02-09
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 6 DIES^KELT 183 fesselnde, schwungvolle Darstellung die Schrift weit über das alltägliche Niveau wissenschaftlicher Bücher erheben. Hier die kurze Inhaltsangabe: Nach einer eingehenden Untersuchung über die Sprache einzelner Völker und ihre meist geringschätzige Bezeichnung seitens fremder Völker wendet sich Loewe der Ursprache unserer Väter zu, die zweifellos früher von allen Bewohnern Kanaans gesprochen wurde, und darum die Sprache des kananäischen Landes war. Die „Zunge Kanaans'* wird später ausschließlich zur Sprache; Israels. Israel behält diese Sprache noch als Literatursprache in einer Zeit, wo sie als Volkssprache schon stark vom Aramäischen verdrängt worden war. Durch den wachsenden Einfluß des Aramäischen entsteht zuerst eine besondere „Judensprache" fremden Ursprungs, das Judenaramäisch; dessen ungeachtet ist gerade das H e - bräisch der Misch na mit seiner leichten Dialektfärbitng dafür Zeuge, daß die hebräische Sprache damals noch lebte. Erst im 3. Jahrhundert wird das Hebräische ausschließlich Buch- und Literatursprache, wird, wie das jüdische Volk, wurzellos, stirbt aber ebensowenig wie dieses. Beide streben vielmehr fast zwei Jahrtausende lang dem mütterlichen Boden entgegen, aus dem allein sie ihre alte Jugendkraft wiedergewinnen können. Dann wendet sich der Verfasser den Sprachen der Juden in der Fremde zu. In Babylon i en erlangt das Aramäische immer größere Bedeutung, es wird sogar teilweise zur Gebetsprache, in den Ländern des Mittelmeerbeckens entsteht das Judengriechisch, in Persien das Judenpersisch, das „Tat" der kaukasischen Bergjuden, das außerordentlich viel altes Sprachgut enthält. In Arabien und den Ländern arabischer Zunge wird Arabisch die Sprache der Juden, in ihr haben die mittelalterlichen Juden gewaltige Literaturwerke geschaffen. In Europa bildet sich vorerst im Süden aus dem Kastilischen, Portugiesischen und auch dem Italienischen das Spanio tische heraus, das die Sprache des sephardischen Galuth wird und noch heute die Familiensprache der Sephardim darstellt. Es ist mit Rücksicht auf seine Entstehung nicht so sehr eine spanische wie eine romanische Judensprache. Die deutschen Juden konservieren in ihrer Sprache, dem Judendeutsch, ein altes Sprachgut, das in der deutschen Schriftsprache und in den Dialekten längst verloren gegangen ist. Durch das Judendeutsch sind die Juden Träger und Verbreiter der deutschen Sprache, vornehmlich im slavischen Osten, geworden. Im Westen hat das Judendeutsch zum großen Teil weichen müssen; Spuren sind aber überall geblieben. Der Antisemitismus, der das Judendeutsch verächtlich macht, hat damit selbst bei Juden Schule gemacht, und so spricht man auch in jüdischen Kreisen von „Jargon" oder „Mauscheln". Loewe behandelt dann noch die anderen Judensprachen, deren Zahl gar nicht gering ist, wie auch die Mehrsprachigkeit, zu der die Juden gezwungen sind, weil sie neben ihrer jüdischen internen Verkehrssprache auch die Landessprache beherrschen müssen. Ausführliche Untersuchungen sind dem Entstehen und Vergehen der Judensprachen, der Schrift der Judensprachen und endlich der hebräischen Sprache der Neuzeit gewidmet. Die Renaissance der hebräischen Sprache geht nicht ohne Kämpfe vor sich, vor allem bekämpfen sie die Assimilanten, dann die „Jargonisten", die Fanatiker des Judendeutschen, die im Judendeutsch die einzig mögliche, allgemein gültige Verkehrssprache der Juden erblicken. Demgegenüber hebt Loewe hervor, daß die hebräische Sprache für uns unbedingten Wert hat, während dem Jüdischdeutschen nur bedingter Wert zuerkannt werden kann als einem Bollwerk im Galuth gegen die Assimilation. Auch äußere Anerkennung bringt allmählich diesen unbedingten Wert der hebräischen Sprache zur Geltung, so z. B. die Tatsache, daß die Jesuitenuniversität in Beirut die hebräische Sprache anerkennt und im Jahre 1911 bereits einen Juden die Aufnahmeprüfung in hebräischer Sprache ablegen ließ. Loewe schließt sein Buch mit ebenso schwungvollen wie überzeugenden Ausführungen über die Bedeutung der hebräischen Sprache für das jüdische Volkstum. Prag. S. H. Lieben. Die Geschichte von der Königin Esther. Der Verein jüdischer Hochschüler Bar Kochba in Prag, der sich bereits durch Herausgabe eines hübschen Chanukah- Heftes für Kinder ein Verdienst erworben hat, läßt zu Purim in seinem Verlage ein illustriertes Werkchen „Die Geschichte der Königin Esther" erscheinen. Der Text wechselt zwischen Versen und Prosa und ist so lustig, daß er nicht nur den Kindern, für die das Gedicht in erster Linie bestimmt ist, sondern auch I F§ M **v™ |/f^...Jj'3^' l/vw^^* <*X*>Vl*.jVwJ <^ i$Cvj3 <4V*4 ^v£vv MJlvwvi/'Cvvjv 'f&vjUiflvi!ß rfsi-vivi, y4vi ifcrw &w ftUv^Vwvw |^KVm£{* -JAV VVVlJ' 4*» fVHflt ,|i^Uv tvvi^i v^-«v <fUvvi^j <**ty?**yiivv. ivv wv«vm^ -y+*jiv ftw^-^ •&WtffWj,:(<yik*' V</«j 4vjw. lÜ'A-t' ^MKlt« tjf^|t foA% "ulf l^-m-MV ,$vuj* /Jvwvw. •5* 1*ty<Ktt Jt# tVL* -Mk^'.v ffcj.f U«.-3' <jlwj }W 'V.W £vV*<i-.V i*»? \***fU-: „(wt.+'^.vlj, A?Uv 'W jk/x.v ]>iw >W IrUwa'/kY-vv, viv i+'ttMV tlj-Xftfti- ^*'.',W f*lW- «*uw ItviUi'fin, Wfä^-.v ^Ji.^l.v. «V-..V fiV ^i'fitUytv fCv }Ow ^»l^wvv y.W U'.-j yj-.Ux, AU f ^^r.v ^7«.*u«^»-.A<«w ,^tJ<uv, «mhv,^ M<a*JV^v i'.vw dUv,^*- Vi /tU ^<*V«vl faUx, .{ty, ^v*vmv *kr *-)k iwüy J w At. -v ■ v,v ^t««. ttuv»;, ^x''f] hin<^vy«C /Oulvf Ajw^v^-^vw „«Ivi t.v \t iz jv »<v.v, W/<Mv tifA«,^UwM«<. 'Y>*X SAH»}«**"^ -.n'N.- )CtvKu o.rUw.'-rvw {v.j^W. den Erwachsenen viel Vergnügen bereiten wird. Wir bringen eines der Bilder mit dem erläuternden Text, um eine Probe von dem guten Humor des Verfassers zu geben. Büchereinlauf Jahresbericht 1911 über die Tätigkeit der Zionistischen Vereinigung für Deutschland. Erstattet im Januar 1912. Herausgegeben von der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, Berlin W. 15, Sächsische Straße 8. Zionismus oder liberales Judentum? Von Dr. Max Köllen s c h e r, Rechtsanwalt in Posen. 1912. Herausgegeben von der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, Berlin W. 15, Sächsische Straße 8. Ein jüdischer Kaufmann 1831—1911. Lebenserinnerungen von Siegmund Mayer. Mit einem Bildnis des Verfassers und einem Anhang: Die Juden als Handelsvolk . in der Geschichte. Leipzig, Verlag von Duncker & Humblot, 1911. Die Aramaer. Historisch-Geographische Untersuchungen von Dr. Sina S c h i 1 f e r jun., Paris. Mit einer Karte. Leipzig, I. C. Hinrichs'sche Buchhandlung, 1911. Bibliothek der Israelitischen Kultusgemeinde Wien: Katalog der Salo Cohn'schen Schenkungen. Von Dr. Bernhard Wachstein. 1. Bücher aus der Sammlung des Rabbiners Nachum Beer Friedmann -Sadagöra. Wien 1911. Gilhofer & Ranschburg. Arthur Schopenhauer als romantischer Philosoph. Von Ernest S e i 11 i e r e. Autorisierte Uebersetzung von Fr. v. Oppeln-Bronikowski. Verlag von Hermann Barsdorf, Berlin W. 30, 1912. Interessante Kriminal-Prozesse von kulturhistorischer Bedeutung. Von Hugo Friedländer, Gerichts-Berichterstatter. Eingeleitet von Justizrat Dr. Erich S e 11 o. V. Berlin W. 30, Hermann Barsdorf Verlag, 1912. Friedrich Delitzsch, der Apostel der neubabylonischen Religion. Ein Mahnruf an das deutsche Volk. Von Dr. Hermann Klüger, Breslau. Leipzig, Krüger & Co., 1911. Elkanah ben Aaron: Die moralische Weltordnung und das Gesetz der Menschengeschicke. Erster Teil, zweites Buch. Dasselbe, erster Teil, drittes Buch. Leipzig, Kornmissionsverlag von Otto Wigand m. b. H. 1912. (2 Bde.)