Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 16 (1912)
- Issue
- 5 (2.2.1912)
- Date
- 1912-02-02
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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Die 15. Jahresversammlung des Order Knights of Zion Vom 30. Dezember v. J. bis zum 2. Januar d. J. fand in Detroit, Mich., die 15. Jahresversammlung des Order Knights of Zion statt. Der eigentlichen Jahresversammlung gingen iWassen-Meetings in den Synagogen Beth-Jacob, Beth-Israel und Talmud-Thora voran. In diesen Versammlungen sprachen u. a. die Rabbiner Ashinsky aus Pittsburg, Margolis aus Chicago, Ussischkin aus Detroit und G olden son aus South-Band. Die Convention selbst wurde Sonntag, den 31. Dezember, durch den Großmeister des Ordens, Mr. Max Shulman aus Chicago, mit einer kurzen hebräischen Ansprache eröffnet. 95 Delegierte waren anwesend. Grand-Master Shulman erstattete den Geschäftsbericht und machte u. a. interessante Mitteilungen über seine jüngste Palästinareise. Er empfahl die Förderung der von den Zionisten in St. Louis begründeten palästinensischen Kolonie „Hoachoozo" und die Schaffung einer ähnlichen Kolonie seitens des Order Knights of Zion. Ferner legte er den Mitgliedern des Ordens die Förderung der Kunstgcwerbeschule Bezalel ans Herz, die eine der großartigsten Schöpfungen der zionistischen Bewegung sei und die Bewunderung aller Touristen hervorrufe, die Jerusalem besuchen. Mr. Shulman besprach sodann das Verhältnis des Order Knights of Zion zur Föderation of American Zionists, und machte schließlich eine Reihe konkreter Vorschläge zur Reorganisation des Ordens. Hierauf wurden die zahlreichen Begrüßungstelegramme vorgelesen. Solche waren u. a. von Dr. Max Nordau, Professor War bürg und Dr. Jacobson eingetroffen. Die Ehrensekretärin, Fräulein Johannis, erstattete den Finanzbericht, aus dem hervorgeht, daß im Berichtsjahre an Mitgliedsbeiträgen 498 an Nationalfondsspenden 1936 für den Bezalel 349 $, an Shares der zionistischen Finanzinstitute 250 an Schekelgeldern für das Jahr 5672 ca. 100 * eingegangen sind. Der Vorsitzende des Organisationskomitees, Mr. H. Steinberg, berichtete über die organisatorische Arbeit des Ordens. Mr. Blum, der Delegierte der Junior Knights of Zion, berichtete über die Tätigkeit dieser Jugendgruppe, die aus 200 Mitgliedern besteht. Aus dem Bericht des Palästinakomitees, erstattet von Flerrn B. A. Antonow, ging hervor, daß der Order Knights of Zion im verflossenen Jahre 6000 3 bei der Anglo-Palestine Company für Anteile der „Hoachoozo'' deponiert hat. Rabbi Ashinsky aus Pittzburg referierte über die Tätigkeit der Industrial Alliance, deren Mitglieder außer dem Schekel und dem Ordensbeitrag 25 Cts. monatlich für den Bezalel, ebensoviel für die Tachkemonischule und 5 >' für eine Bankaktie entrichten. Mr. A. Spicehandler aus Chicago brachte eine Resolution ein, wonach der Orden einen Fonds von 10 000 s schaffen soll, wofür 1000 Dunam Land in Palästina zu kaufen und im Namen des Ordens dem Jüdischen Nationalfonds zu überweisen sind. Diese Resolution wurde mit großer Begeisterung angenommen, und es wurde sogleich unter den Teilnehmern der Convention eine Sammlung für diesen Fonds eingeleitet, die den Betrag von nahezu 3000 $ ergab. " Es wurden ferner verschiedene Beschlüsse bezüglich der Kulturarbeit und der Förderung der hebräischen Sprache gefaßt. Unter anderem wurde den Mitgliedern des Ordens empfohlen, für die Verbreitung der hebräischen Zeitung „ H a d ' - ror" tätig zu sein. Dem A meri c a n J e w i s h Commitee wurde der Dank der Convention für seine erfolgreiche Agitation in der amerikanisch-russischen Paßfrage ausgesprochen. Zum Ordens-Großmeister wurde Mr. M. S h u 1 m an wiedergewählt. Ferner wurden folgende Wahlen vorgenommen: Grand Recorder: D. Perlstein, Finanzsekretär: S. Rifkin, Schatzmeister: B. Antonow, Ehrengericht: Rabbi M. Levin, B. H u r w i t z und M. S h u 1 m\a n , Grand Orators: I. Lissitzky, Rabbi Ashinsky, Rabbi B u d j i n s k i, Rabbi Margolis, Professor C o 11 i n. Abends fand eine von 3000 Personen besuchte Massenversammlung statt, in der Mayor Thompson, L. Z o 1 o t - k o f f, Rabbi Margolis Rabbi Ashinsky und andere begeisterte Ansprachen hielten. Jahresversammlung der Zionisten von Texas Ende Dezember fand in Austin (Texas) die Jahres- Versammlung der Zionisten des Staates Texas statt. Mehr als 150 Delegierte und Gäste aus allen Teilen des Staates nahmen an den Beratungen teil. Der Präsident Mr. A. L. Fried eröffnete die Convention mit einer Botschaft, in der er die gegenwärtige Lage der Bewegung und den Stand der zionistischen Tätigkeit in Texas kurz skizzierte. Er wies auf den Fortschritt hin, den die Nationalfondssainnilungen der Zionisten von Texas gemacht haben, und empfahl den Delegierten, eine rege Agitation für die praktische Palästinaarbeit zu entfalten. Mrs. Lida Litt man, die Sekretärin der Sub-Federation von Texas, erstattete den Jahresbericht, der von dem erfreulichen Aufschwung der zionistischen Arbeit in diesem westlichen Staate Zeugnis ablegt. Die Sub-Federation besteht aus 14 Vereinen, die insgesamt 800 Mitglieder zählen. In der zweiten Sitzung erstattete der Chairman der Nationalfonds-Kommission, Mr. Ä. Salzberg, den Bericht über die Sammeltätigkeit für diese Institution. Er hob hervor, daß die Nationalfondspropaganda im Berichtsjahr in allen Städten überaus erfolgreich war. Es wurden über 3000 Dollar aufgebracht, darunter aus der Stadt Houston allein ca. SDO Doli. Sodann referierten Mr. L y b e 11, Vorsitzender des Exekutiv- Komitees, ferner der Schatzmeister Dr. F r a n z und Herr S. Blumenthal, Vorsitzender der Propaganda-Kommission, über ihre Tätigkeit. Reverend L i e b e r m a n n , Präsident des hebräischen Schulvereins, berichtete, daß es in Texas eine Reihe hebräischer Schulen gibt, deren Zöglinge erfreuliche Fortschritte in der Kenntnis unserer Nationalsprache machen. Ein Vorschlag von Mr. Israel N. M e h 1, wonach die Texas State Zionist Sub-Federation sich an dem Palästina werk der Zionisten von St. Louis, der Kolonie „Hoach oozo", durch Ankauf eines Anteilscheines von 1400 Dollar beteiligen soll, wurde einstimmig angenommen. In der dritten Sitzung erstatteten die Vertreter der einzelnen Städte Bericht über die zionistische Tätigkeit ihrer Vereine. Nach Schluß der Tagung fand eine' Massenversammlung* statt, die einen erhebenden Verlauf nahm und in der die Vertreter der städtischen und staatlichen Behörden die Teilnehmer der Konvention in herzlichen Worten begrüßten. Brief aus Wien (Von unserem Berichterstatter.) Innerösterreichischer Distriktstag Der diesjährige innerösterreichische Distriktstag, der Sonntag, den 28. Januar, abgehalten wurde, stand " unter dem frischen Eindrucke des Briinner Zionistentages, der die so erfreuliche Einig-ung in allen Fragen der Organisation und der zionistischen Betätigung herbeigeführt hat. Alle Beschlüsse des Distriktstages gelten der Realisierung der von der Briinner Tagung an die Provinzorganisationen gestellten Forderungen. Das Distriktsstatut wurde nach den Vorschlägen des Gg. Ing. O r o a g abgeändert, dem neuen D. K. ein Budget bewilligt, das ihm ermöglicht, die an diese Körperschaft gestellten, großen Anforderungen zu erfüllen, und es wurden die Mitte) für ein Parteisekretariat zur Verfügung gestellt. Nach Eröffnung des Distriktstages hielt der Obmann des D. K. Dr. J. H. Körner dem leider so früh verstorbenen, verdienstvollen Mitglieds der Distriktsleitung, Gesinnungsgenossen Jakob Eben einen tiefempfundenen Nachruf, den die Versammlung stehend anhörte. Hierauf erstattete Dr. Körner den Rechenschaftsbericht, der einen Ueberblick über die ganz ausgezeichnete Entwicklung des innerösterreichisehen Distriktes während der letzten Verwaltungsperiode bot. Wir entnehmen dem ausführlichen Elaborate, das den Delegierten auch gedruckt vorlag, folgendes: Die Stellungnahme des Distriktes zur Landespolitik war durch die Beschlüsse des Krakauer P a r t e i t a. g e s im Jahre 1906 gegeben, welche die Leitung genau befolgte, zumal die politischen Verhältnisse im Distrikte die Wiener Gesinnungsgenossen naturgemäß zur Durchführung der Krakauer Resolutionen führte. Das D. K. suchte und fand die engste Fühlung mit dem „Jüdischen Nationalverein für Oesterreich" und entsandte seinen Obmann, Dr. Körner, in den Ausschuß dieses politischen Vereines. Hervorragendes hat die Leitung anläßlich der Kundgebung der galizischen Schanker in Wien geleistet. Innerhalb 43 Stunden war die gesamte zionistische Studentenschaft mobilisiert. Es gelang tatsächlich in wenigen Stunden die 3000 Mann starke Deputation unterzubringen, die Anordnung des Dcmonstrntionszuges, die Verköstigung und die Abfahrt zu organisieren. Anläßlich der