Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 16 (1912)
- Issue
- 5 (2.2.1912)
- Date
- 1912-02-02
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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r %.'/*- 142 hoch eingeschätzt werden. Wenn auch nur die Hälfte wahr ist, von dem, was Sombart alles den Juden zuschreibt, so muß ihre wirtschaftliche Kraft geradezu wunderbar groß sein! Und dies setzt den Besitz sehr wichtiger psychischer Eigenschaften voraus, die, in anderer Richtung angewandt, auch noch ganz anders wirken können. Die Psychologen haben immer die Erblichkeit besonderer psychischer Eigenschaften verteidigt; in letzter Zeit ist dieselbe auch bis zu einer gewissen Höhe bewiesen worden. Nehmen wir vorläufig nur die Erblichkeit der psychischen Grundzüge an, so wird der Einfluß des jeweiligen Milieus damit keinesfalls geleugnet, im Gegenteil! Dieser Faktor ist bei den Juden sogar von ganz überragender Bedeutung. Vieles von dem, was man den Juden als erbliche Volks- und Rasseneigenschaft vorhält, ist sehr wahrscheinlich doch nur als die vorübergehende Folge ganz besonderer Lebensverhältnisse zu betrachten. Werner Sombart versucht, zu beweisen, daß die Juden eine erbliche Veranlagung zum Kapitalismus besitzen. Wie aber kann er das eine tief wurzelnde Rasseneigenschaft nennen? Religion und Ethik der Juden bestätigen die Züge, die nach Sombart die Eigenart des jüdischen Volkscharakters ausmachen, nämlich: Größere Intelligenz, geringere Emotionalität, die Neigung, immer ein scharf begrenztes Ziel im Auge zu behalten, und eine große Beweglichkeit des Geistes. Aus diesen Grundzügen leitet Sombart ihre Rührigkeit und ihr großes Assimilationsvermögen her. Alle diese Eigenschaften sollten die Juden zu den geborenen Unternehmern und Kapitalisten machen, und noch mehr zu Kaufleuten, Börsen- und Geldmännern. Der bekannte Historiker Eduard Meyer stellt sich in seiner Charakteristik der Juden in der Hauptsache auf denselben Standpunkt. Redner möchte nun als die am meisten kennzeichnenden psychischen Züge der Juden betrachtet wissen: die scharfe, klare Intelligenz, den rührigen Geist, den Sinn fürs Praktische, wahrscheinlich geringere Emotionalität, als sie die europäischen Völker besitzen, dagegen größere Energie. Einige andere Eigenschaften, der Sinn für den Handel, Mangel an Idealismus, Nüchternheit, könnten dann wohl eher als Folgen der besonderen Verhältnisse, die auf die oben erwähnten Grund- Nr. 5 züge einwirkten, betrachtet werden. Waren ja die Juden jahrhundertelang von allen höheren Berufen ausgeschlossen, standen sie ja außerhalb des nationalen Lebens und teilten sie nicht die Ideale ihrer Umgebung! Kein Wunder, daß sie zu nüchternen Realisten wurden, und daß ihre zu oft verletzte Empfindlichkeit sich zurückzog. Mit ihrer ganzen Begabung mußten sie sich dem Handel zuwenden, und so wurden sie, mehr aus Not als aus innerer Veranlagung, die hervorragendsten Vertreter des Typus der Handels- und Geldmänner. Ein Analogon für die westeuropäischen Juden finden wir in den Parsis Vorderindiens, namentlich in Bombay. Nicht aus der Wüste und aus der Nomadenexistenz müssen wir die Hauptzüge des jüdischen Charakters herleiten, wie Sombart es will, denn die anderen Nomadenvölker besitzen diese Eigenschaften doch nicht, sondern aus dem harten Daseinskampfe so vieler Jahrhunderte, zusammen mit der engen Geschlossenheit ihres ursprünglichen Gebietes. Die Diaspora dagegen förderte die Rührigkeit ihres Geistes und die anderen kennzeichnenden jüdischen Eigenschaften. Die großen Künstler und Gelehrten, die das jüdische Volk in den letzten Jahrhunderten hervorbrachte, beweisen aber, daß es nicht exklusiv für Handel und Geld Wirtschaft veranlagt ist. Die schlechten Eigenschaften, die man den Juden so vielfach vorwirft, müssen zweifellos auf Rechnung der elenden Lage geschrieben werden, in der sie sich so lange befunden haben. Noch heute sind sie ja auch in Westeuropa nicht vollständig als gleichberechtigt anerkannt. Kein Wunder, daß dies einen schlechten Einfluß auf sie ausübt. Indem wir also den hohen Kulturwert des jüdischen Volkes gern lund freudig zugeben, darf leider die Prognose für seine Zukunft nicht günstig lauten. Die Emanzipation der Juden bringt, wie die von Dr. R u p p i n mitgeteilten Tatsachen beweisen, ihre Assimilation unvermeidlich mit sich. Gerade deshalb ist es im Interesse der Kultur außerordentlich wünschenswert, daß die Juden imstande sind, eine selbständige Gemeinschaft zu bi.lden, gemä ß den Idealen des Zionismus. Ob das vielgeprüfte Volle, so schloß der Redner, zu der gewaltigen Anstrengung, die dazu erforderlich sein wird, imstande sein wird, muß die Zukunft lehren. o o o o o o o o o o o o o o AUS DER BEWEGUNG j|O0OOOOO o o o o o o o AUSWEIS Schekel Zionistische Verei Berlin M. 5.—, Breslau M. 1.—, Coburg M. 3.—, Erfurt M. 40—, Eberswalde M. 18. 5—, Frankfurt a./O. M. 1.—, Gollub M. 10—, Goldap M. 1.- Halberstadt M. 10.—, Insterburg M. 14.—, M. 2.—, Königsberg M. 20.—, Kempen M. Köln M. 30—, Konstanz M. 20—, Lorsch M. nigung für Deutschland. 100—, Burgkundstadt M. M. 7.—, Elberfeld Eydtkuhnen M. Guttstadt M. 1.—, , Hamburg M. 9.—, Idar 1.-, 1.-, Liegnitz M. 1.—, München M. 3.—, Meiningen M. 1 —, Nordhausen M. 2—, Offenbach M. 40.—, Ostrowo M. 12—, Rees M. 4.—, Stallupönen M. 1 —, Liegburg M. 18.—, Stettin M. 25.—, Varel M. 7—, Würzburg M. 5.—.........MA20-- Federati on of American Zionists. Los Angelos, Cal.........Doli. 7.50 =.-■ „ 31.30 Türkei. Konstantinopel..........Ps. 60.— — „ 10.20 Nachträglich für 5671 eingegangen: Federation of American Zionists. Boston, Mass., Doli. 7.50, Brochton, Mass.. Doli. —.75, New-Britain, Gönn., Doli. —.75, Norma, J., Doli. 2.25.....zus. Doli. 11.25 M. N. South African Z Spezifikation fehlt . . . . o n i s t Federation. .....£ 1.5.6 46.90 26.- zus. Ji 72.90 zus. Ji 461.50 Zionistischer Zentralfonds G a 1 i z i e n. Sammlung des Zentralkomitees der Galizischen Zionisten, Lemberg. I. Rate. Lemberg: David Schönfeld Kr. 500.—, Heinrich Bard Kr. 500.—, Adolf Stand Kr. 300 —, Dir. Oransz Kr. 200—, Dir. Carl Stand Kr. 200.—, Dr. Leon Rosenkranz Kr. 100.—, Dr. Heinrich Rosmarin Kr. 100—, Jakob Bodek Kr. 20.-, Red. Moses Frostig Kr. 50—, I. Jäger Kr. 30.—, Isidor Beer