Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 16 (1912)
- Issue
- 2 (12.1.1912)
- Date
- 1912-01-12
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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DIEl^ELT: Nr. 2 46 Herr Bertrand Hamburg, Berlin W. 15, Bleibtreustr. 34/35. (Deutsches Postscheck-Konto Nr. 4060, Oesterreichisches Postscheck-Konto Nr. 5Q310.) Bank-Konto unseres Vereins: Direktion der Diskonto-Gesellschaft, Depositenkasse: Unter den Linden 11 (vorm. Meyer Cohn), Berlin W. 8. Der Ausschluss und der Vorstand des Vereins Bezalel Aufruf! Z i o n i s t e n! Die vorstehenden Ausführungen zeigen durch Tatsachen und Zahlen, was der Bezalel in wenigen Jahren geschaffen und vollbracht hat, aber andererseits auch, was ihm fehlt, um seine Arbeit in dem bisherigen Umfange aufrecht erhalten zu können. Die dringende Gefahr besteht, daß alsbald hunderte fleißiger und mit Mühe angelernter Arbeiter entlassen werden müssen und wieder auf das Pflaster geschleudert werden, von dem sie sich gerade eben im Schweiße ihres Angesichts emporgehoben haben. Und dies ist nicht etwa die Folge einer unentrinnbaren Welt-Konjunktur, oder einer leichtsinnigen Produktionsvermehrung, ohne für den Absatz gesorgt zu haben, — denn die Aufträge häufen sich, und sicheren Gewinn verheißende Bestellungen harren der Erledigung —, sondern die Ursache ist einzig und allein die, daß die Schaffung des Betriebskapitals trotz der großen Ueberschüsse des Vereins und der Gewinne ooooooojj oooooooll -4 Mitteilung Bei der am 20. Dezember 1911 stattgefundenen Tirage der Obligationen der Anglo Palestine C. Ltd. wurden folgende Nummern verlost: 12, 17, 35, 67. 86, 93, 99, 123, 128, 173, 185, 202, 224, .229, 259, 294. Die Auszahlung des Kapitals für die gezogenen Obligationen von je 1000 Frcs. wie auch der Coupons Nr. 6 per 1. lanuar 1912 über 20 Frcs. findet in folgenden Plätzen statt: ab 1. Januar 1Q12: The Jewish Colonial Trust Ltd., London — The Anglo Palestine Co. Ltd., Jaffa, und deren sämtliche Filialen — Gebrüder Bachrach, Warschau — Samuel Barbasch, Odessa — Gebrüder Urysohn, Moskau — Wilnaer Privat-Handelsbank, Wilna. Ein Vortrag N. Sokolows Ueber „den nationalen Gedanken in der neuhebräischen Literatur44 referierte Herr Nahum Sokolow in der Berliner Ortsgruppe der ,,0 rganis ation für hebräische Sprache und Kultur" vor einem zahlreichen Publikum. Redner warf zunächst die Frage auf, aus welchem Grunde eigentlich die Nationaljuden im Osten von denjenigen des Westens in ihren Anschauungen und Auffassungen so wesentlich abwichen. Man habe dafür verschiedene Erklärungen gegeben, die jedoch die Sache nicht ganz erschöpften und erläuterten. Wenn behauptet wurde, die Ursache jener Erscheinung liege in dem Umstand, daB im Osten im Gegensatz zum Westen das Wissen des klassischen Judentums verbreitet sei, —- so sei damit wohl einer der Gründe, keineswegs aber der Hauptgrund angegeben. Gebe es doch auch in manchen Westländern, wie z. B. in Ungarn, zahlreiche Talmudschulen, in denen die rabbinische Literatur gepflegt werde, und viele Gelehrte auf dem Gebiete der Wissenschaft des Judentums. Es bliebe also noch die Frage, weshalb auch in diesen Kreisen der Nationalismus einen anderen Charakter trage und von anderer Prägung sei, als bei den beim Verkauf der Waren nicht mit dem rapiden Wachstum der Schule Schritt zu halten vermochte. Es ist Pflicht jedes Zionisten, hier aushilfsweise durch Beteiligung an einer, — nach menschlicher Voraussicht in bezug auf 'Rückzahlung und Verzinsung durchaus gesicherten Anleihe einzuspringen — bis durch Gründung einer Erwerbsgesellschaft oder durch die Ueberschüsse des Bezalel ein größerer Betriebsfonds an Stelle dieser Anleihe zu treten vermag, was, wie es scheint, schon in kurzer Zeit zu erwarten steht. Hier gilt es nicht, für neue unerprobte Versuche Opfer zu bringen, sondern, ohne die Befürchtung irgendeines Verlustes, für eine in bester Entwicklung begriffene Sache leihweise und für eine kurze Spanne Zeit einige Mittel zur Verfügung zu stellen, durch die verhindert wird, daß eine große Anzahl arbeitswilliger und arbeitsfähiger Juden in Palästina ihre Existenzmöglichkeit verliert. Jeder Zionist möge bedenken, welch ein moralischer Schlag es für unsere Bewegung wäre, wenn es heißen würde, daß ein so eminent segensreiches Unternehmen wie der Bezalel, auf das wir Zionisten mit Recht stolz sein können, nicht einmal in der Lage ist, seine bisherige Position in Jerusalem aufrecht zu erhalten, und dies nur aus dem Grunde, weil es nicht den Kredit fordern kann, den bei uns jede Fabrik, wenn sie auch nur halbwegs so gut fundiert ist wie der Bezalel, mit Leichtigkeit zu erlangen vermag. Darum wenden wir uns mit der dringenden Aufforderung an die Einsicht und vor allem an das Herz aller Zionisten, dem Bezalel über seine augenblickliche Notlage hinwegzuhelfen und schlimmes Elend von den betroffenen Arbeitern abzuwenden, ehe es zu spät ist. Wer schnell gibt, gibt doppelt, denn Gefahr ist im Verzuge. Prof. Dr. O. Warbur g. II o o o o o o o llooooooo =/J östlichen Nationaljuden. Als Hauptgrund für diese Erscheinung bezeichnet der Referent das verschiedenartige Verhältnis der Ost- und Westjuden zur neu hebräischen Literatur. Gewiß sei nichts dagegen einzuwenden, wenn jüdische Gelehrte und Schriftsteller sich gelegentlich auch einer profanen Sprache bedienten; mitunter sei dies sogar geboten. Wenn aber die westjüdischen Aufklärer und Gelehrten die hebräische Sprache nach und -nach gänzlich verließen, so hätten sie sich damit vom eigenen Zentrum, vom spezifisch-jüdischen Milieu entfernt. Denn was bedeute die jüdische Wissenschaft in einer anderen als der hebräischen Sprache, wenn nicht ein bloßes Glied in der großen Familie der semitischen Wissenschaften, ja der Wissenschaft überhaupt. Nur in der hebräischen Literatur sei das geistige Zentrum das Judentum, die jüdisch-kulturelle Sonderart gewahrt und festgehalten. Die Richtigkeit dieser These wies Redner sodann an Einzelbeispielen nach, wobei er sich vornehmlich mit der hebräischen Haskalah-Literatur befaßte, deren Grundzüge und nationale Entwicklungstendenzen er in scharf gezeichneten Umrissen darstellte. Von der galizischen Haskalah-Epoche ausgehend, schilderte der Referent im folgenden den Gang der hebräischen Aufklärungsliteratur in Russisch-Polen, Wolhynien und Lithauen, die zum jüdischen Nationalismus und zum zionistischen Gedanken führte. An diese mit großem Beifall aufgenommenen Ausführungen knüpfte sich eine lebhafte Diskussion, an der u. a. auch Professor S. Kraus-Wien sich beteiligte, der insbesondere auf die erfreulichen Fortschritte der hebräischen Bewegung in jüngster Zeit hinwies. J. L. Deutschland Kartell zionistischer Verbindungen Am 31. Dezember und 1. Januar fand in Berlin der V. ordentliche Kartelltag des Kartells zionistischer Verbindungen statt. Die drei Kartellverbindungen Hasmonaea-Berlin, Jordania-München, Ivria-Freiburg waren durch ihre Delegierten vertreten. Die Wahlen für das neue Präsidium des K. Z. V. ergaben folgendes Resultat: Dr. Wunderlich, Vorsitzender, Referendar Rosenzweig, Dr. Grünfelder, Dr. W o 11 s t e i n , Dr. Fischer. Die Adresse des Vorsitzen- ^TAUS DER BEWEGUNG