Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 16 (1912)
- Issue
- 2 (12.1.1912)
- Date
- 1912-01-12
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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ZENTRALORGAN DER ZIONISTISCHEN BEWEGUNG XVI. JAHRG. BERLIN, 12. Januar 1912 wni^? y'öfin 'N mtD n"D rfhll Nr. 2. Aufruf. ZIONISTEN! Der X. Kongress hat allen unseren Gesinnungsgenossen dringend empfohlen, „die Leitimg durch freiwillige Jahresbeiträge zu unterstützen." Er hat die bestimmte Erwartung ausgesprochen, dass überall nicht nur die zionistischen Organisationen, sondern auch jeder einzelne Zionist eine energische Agitation für diese Jahresbeiträge entfalten wird. Bei diesem Beschluss sollte es sich nicht um eine einmalige Massregel handeln, nicht darum, augenblicklichen Finanznöten ein Ende zu machen; vielmehr hatte sich schon seit langer Zeit die unabweisbare Notwendigkeit ergeben, eine Einnahmequelle zu schaffen, die für alle Zeit den Arbeiten der Zentralleitung eine sichere und ausreichende finanzielle Grundlage gewährleistet. Schon in der Actions-Comite - Sitzung vom 22. bis 24. November 1910 war beschlossen worden: „UViter Beibehaltung des Schekels als obligatorischer Leistung, mit der das Kongresswahlrecht verbunden ist, einen Zentralfonds zur Befriedigung der Bedürfnisse der Organisation zu bilden." In der darauffolgenden Sitzung des Actions-Comites vom 27. bis 28. April 1911 wurde dieser Beschluss in folgender Fassung wiederholt: „Zur Deckung der Ausgaben hat jeder Zionist ausser dem Schekel einen jährlichen Beitrag zu entrichten; das Actions-Comite erklärt es für eine Pflicht der Landesorganisationen, die Sammlungen sofort einzuleiten." Sodann wurde zwecks Prüfung verschiedenartiger, die Finanzfrage behandelnder Projekte und Anregungen eine Finanzkommission eingesetzt, die nach gründlicher Erörterung sämtlicher Vorschläge folgende Resolution angenommen hat: „Dieser Vorschlag (die Schaffung eines Zentralfonds) erscheint als der geeignetste Weg, den Geldbedarf des Actions-Comites zu decken, weil ein derartiger Fonds die Möglichkeit bietet, dem Actions-Comite dauernde und regelmässige Einnahmen zu schaffen." In Ausführung dieser mehrfach wiederholten Beschlüsse haben wir jetzt die Arbeit für die Schaffung eines Zentralfonds eingeleitet. Wir sind der Ansicht, dass es in diesem Augenblick keine wichtigere Aufgabe für unsere Organisation gibt. Wir erwarten daher von der Opferwilligkeit und dem Pflichtbewusstsein jedes Gesinnungsgenossen hingebungsvolle Arbeit bei dieser neuen Sammeltätigkeit. ZIONISTEN! Das Herumgehen mit dem Klingelbeutel ist gewiss immer eine peinliche und wenig würdige Beschäftigung gewesen, für die jede zionistische Leitung Zeit und Energie hat aufwenden müssen. Sicherlich möchten auch wir uns lieber ausschliesslich mit den grösseren Fragen beschäftigen, deren Lösung unsere eigentliche Aufgabe darstellt. Aber diese Aufgabe erfordert erhebliche Geldmittel. Wir haben eine Reihe von Kongressbeschlüssen durchzuführen; wir haben vieles auszubauen und vieles neu zu schaffen. Zu der Aufklärungsarbeit im Orient, die