Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 16 (1912)
- Issue
- 1 (5.1.1912)
- Date
- 1912-01-05
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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4 - DIEE^ELT Nr. 1 mehr nach aussen gerichtet ist, und die wir unaufhörlich durch energisches zielbewusstes Vorgehen zu fördern bestrebt sind, tritt heute die Kulturarbeit, die uns die Führung des palästinensischen und orientalischen Judentums sichern soll. Wir dürfen uns nicht mehr der Sorge um die Pflege der höchsten Güter unseres Volkes mit der tröstlichen Hoffnung entschlagen, dass die Dinge sich von selbst entwickeln werden. Der X. Kongress hat mit voller Klarheit erkannt, das nur durch allseitige planvolle Tätigkeit der Zionismus einen erneuten Aufschwung erfahren und im Orient den längst ersehnten, ihm gebührenden Einfluss auf die nationale Erziehung und Entwicklung erlangen kann. Mit diesem Programm und unter diesen Voraussetzungen haben wir die Arbeit übernommen. Damit sie sich zuverlässig, dauerhaft und fruchtbringend gestaltet, benötigen wir eine sichere finanzielle Basis. Denn der Mangel an Mitteln erstickt jedes Projekt im Keime. Der Zionismus muss aber im Bewusstsein seiner Kraft und seines Wertes jeden Tag zu neuer Arbeit bereit sein können. Die Arbeitsmöglichkeit muss stets durch unsere Organisation garantiert sein, denn wer den Zweck will, muss auch die Mittel zu dem Zweck gewähren. Aus der Erwägung, dass wir unsere Fonds und Institutionen nicht schmälern sollen, ist die Besteuerung derselben vom Kongress abgelehnt worden. Bis auf einen dem Actions-Comite vom Jewish Colonial Trust vorgestreckten Betrag, der für kurze Zeit zur Deckung unserer laufenden Ausgaben bestimmt ist, und dessen Rückzahlung von vermögenden Gesinnungsgenossen garantiert wurde, wird daher eine Inanspruchnahme unserer Finanzinstitutionen nicht erfolgen. Wir haben aber die Verpflichtung übernommen, für die Bereicherung und die Ausgestaltung all dieser Institutionen zu arbeiten, denn alles was auf dem Gebiete der Organisation und der Propaganda von unserer Zentralstelle aus geleistet wird, kommt diesen Institutionen zugute. ZIONISTEN! Wir wollen uns würdig erweisen des Vertrauens, das uns der Kongress geschenkt hat, sowie des Fortschrittes unserer Idee, den wir konstatieren können. Wir wissen aber, dass für die Ausführung der Kongressbeschlüsse und die weitere Ausgestaltung unserer Tätigkeit die Schaffung eines Zentralfonds unerlässliche Voraussetzung ist. In dieser Erkenntnis begründen wir den Zionistischen Zentralfonds j( und fordern sämtliche Landesorganisationen, Förderationen, Ortsgruppen und einzelne Gesinnungsgenossen auf, mit allen Kräften die Agitation für den Zionistischen Zentralfonds einzulenken. Das Actions-Comite. FÜR DEN ZENTRALFONDS! Der vorstehende Aufruf des Actions-Cornites bedarf im Grunde keiner Erläuteruno. Allzu hinge schon plagen wir uns mit dem mangelhaften System der Geldbeschaffung, das die. Leitung unserer Organisation auf Schritt und Tritt hemmt und die Erweiterung ihres Tätigkeitsgebietes vereitelt. Es ist auch kaum erforderlich, den hier und da aufgetretenen Irrtum zu berichtigen, als sei durch größere Sparsamkeit, durch Abstreicbung kleiner Posten des Budgets eine Besserung der bisherigen Zustände zu erreichen. Dieses Budget ist ja bekannt. Es wurde auf dem Kongreß beschlossen und an den 170 000 Mark, die es für die laufenden Ausgaben festsetzt, läßt sich nichts sparen. Ganz im Gegenteil muß es als Ziel hingestellt werden, daß die Ausgaben der Organisation sich vergrößern, denn für die wichtigsten Erfordernisse des Augenblicks, für die Aufnahme der Kulturarbeit im Orient, für großzügige Propaganda, für den Ausbau unserer Vertretungen in Konstantinopel und Palästina sind in dem Budget des Kongresses keine Mittel vorgesehen. Wenn nunmehr der Versuch unternommen wird, das System der Geldbeschaffungzu ändern, um größere Mittel für alle diese Zwecke zu beschaffen, so sollten alle organisierten Zionisten einsehen, daß es wahrlich nur einer kurzen, aber energischen Anstrengung; bedarf, um diese Mittel nicht nur für diese Kongreßperiode, sondern für alle zukünftigen zu erlangen. Die Institution des Scheitels soll bestehen bleiben. Der Schekel ist ein Symbol, seine Entrichtung bedeutet das Bekenntnis zum zionistischen Programm, und da wir nicht Vereine gründen, sondern das Volk erobern wollen, muß der Scliekelbetrag so gering bleiben, wie er jetzt ist. Es gibt aber Tausende, Zehntausende von Scbekelzahlern, die für die Zwecke der Organisation einen höheren Betrag als eine Mark geben können und — geben wollen! Nur fehlte bisher die organisatorische Ausnutzung dieser Tatsache, und diese Ausnutzung ist die Gründung des Zionistischen Z e n t r a 1 f o n d s. Wiederholt ist der Vorschlag aufgetaucht, Schekelzahlerklassen zu bilden, da es als soziale Ungerechtigkeit empfunden wurde, daß Arm und Reich den gleichen Beitrag leisten. Dieser Vorschlag wäre praktisch kaum durchführbar gewesen, und hätte der Institution des