Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 15 (1911)
- Issue
- 50 (15.12.1911)
- Date
- 1911-12-15
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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1366 DIE2 Darauf begann die Diskussion der Organisationsfragen, zu der in namentlicher Abstimmung folgende Resolutionen mit 34 gegen 26 Stimmen angenommen wurden: „Der zionistische Distriktstag für Böhmen erklärt seine volle Uebereinstimmung mit der Resolution I des Zentral- Komitees vom 22. Oktober 1911 über die Notwendigkeit einer strafferen Zentralisation der westösterreichischen Organisation. Er billigt die Prinzipien, auf denen der von Dr. Margulies ausgearbeitete Statuenentwurf aufgebaut ist.4' In namentlicher Abstimmung wurden hierauf die Wahlen ins Distriktskomitee vorgenommen. Es wurden, ohne daß eine andere Liste aufgestellt wurde, folgende Herren gewählt: Dr. Ludw. Singer, Fabrikant Emil T h e i n , Buchdruckereibesitzer Richard B r a n d e i s , Prof. J. Wert heimer, Prof. V. Freud, Dr. Ernst Gütig und Dr. Hugo Herrmann. Als Mitglieder des Zentralkomitees präsentierte der Distriktstag dem Zionistentag für Böhmen: Ernst B e c h e r t - Teplitz, Dr. Alfr. Engel -Prag, Dr. Hermann Hirsch -Komotau, Dr. Emil Margulies- Leitmeritz, Ludwig Markus- Kuttenberg, Frau Elisabeth P e r u t z - Teplitz, Max S a u d e k in Kolin, Dr. Ludwig Sing er-Prag. Zu Revisoren des D.-K. wurden die Herren K. R e s e k und Ignaz K a r p e 1 e s gewählt. Im Namen des neugewählten Distriktskomitees erklärte Herr Dr. Ludwig Singer, daß die neue Distriktsleitung in absolut objektiver und positiver Arbeit dem weiteren Fortschritt der zionistischen Bewegung in Böhmen und in Oesterreich Bahn brechen wolle und hierfür die Unterstützung aller Zionisten erwarte. Mährisch-schles. Distriktstag Der außerordentliche Distriktstag fand am 3. Dezember 1Q11 in Prerau statt. 19 Organisationen waren durch 46 Delegierte vertreten. Der Distriktsobmann Gg. Dr. R. Lichtwitz führte den Vorsitz. Dr. Fritz Eckstein erstattete das Referat zum ersten Punkt der Tagesordnung, Schaffung einer zentralen Organisation im Sinne der Resolution des Z. K., und motiviert die UnananehmbarkeiT des von Gg. Ad. Böhm und Dr. Margulies ausgearbeiteten Statutenentwurfes, weil der Entwurf die Autonomie des Distriktes gänzlich aufhebt und ein erfolgreiches Arbeiten im Distrikte nur durch die Autonomie möglich sei. In dem Vertrag, den die drei Distrikte auf dem Brünner Parteitage geschlossen haben, sei ausgesprochen, daß an der Autonomie der Distrikte nur dann gerüttelt werden dürfe, wenn alle drei Distrikte ihre Zustimmung hierzu geben. Referent beantragt die Annahme dreier vom D. K. vorgeschlagenen Resolutionen. Herr Fritz L ö w -Proßnitz beantragt demgegenüber, unter Anerkennung des £ 4 des Statutes die Resolution des Z. K. zum Beschluß zu erheben, und verlangt die Zustimmung des D. T. zur Statutenänderung im Sinne einer straffen Zentralisierung in Wien. Eine Gefahr seitens Wiens könnte doch nur dann vorhanden sein, wenn man den Wienern mala fides zuschreiben wollte. Nach längerer Debatte werden die Resolutionen des Distrikts-Komitees angenommen: Res. 1. Der mähr.-schles. D. T. erblickt den besten und einzig erfolgreichen Weg zur Lösung der Organisationsfrage in der Wahl eines aus den Vertretern aller drei Distrikte bestehenden Ausschusses, welcher, von den Distrikten hierzu ermächtigt, im gegenseitigen Einvernehmen seiner Mitglieder innerhalb einer zu bestimmenden Frist den Entwurf eines Organisationsstatuts für die westösterreichische Landsmannschaft dem nächsten Z. T. zur Beschlußfassung vorzulegen hat (31 gegen 10 Stimmen). Res. 2. Der mähr.-schles. Distriktstag spricht sich gegen den von den Gg. Böhm-Margulies in Vorschlag gebrachten Entwurf eines Organisationsstatuts für Westösterreich aus und erklärt sich für eine bestimmte Zentralisation, die der Hauptsache nach die Autonomie der Distrikte bestehen läßt (30 gegen 14 Stimmen). Res. 3. Der mähr.-schles. D. T. erklärt jeden Beschluß des Z. T., welcher eine Einschränkung der Autonomie des Distriktes enthält und ohne Zustimmung des mähr.-schles. D. T. zustandekommt, für illegal. (In namentlicher Abstimmung mit 26 gegen 17 Stimmen angenommen.) * Radautz. Der Verein Dorsche Zion hielt am 2b. November seine Generalversammlung ab. Im letzten jähre wurden für den Jüdischen Nationalfonds 375 Kronen gesammelt; 105 Schekel wurden gezahlt. Es fanden, wie üblich, eine Reihe von Vorträgen statt. Zum Vorsitzenden wurde Dr. Joseph B i e r e r gewählt. Seietin. Der Lese- und Bildungsverein wurde in den jüdisch-Nationalen Verein „Theodor Herzl" umgewandelt. In [ELT Nr. 50 der Generalversammlung des neugegründeten Vereins wurde Herr Michael Grünberg zum Vorsitzenden gewählt. England Manchester. Eine öffentliche Versammlung wurde an? Montag in Derby Hall von der Manchester Zionist Society und dem Manchester Order oif Ancient Maccabaeans veranstaltet. Mr. Louis Kietz, der den Vorsitz führte, wies auf die gro(3artigen Leistungen des Hebräischen Gymnasiums in Jaffa hin und stellte der Versammlung Herrn Dr. Mossinsohn vom Gymnasium vor. Nachdem Dr. Weizmann ebenfalls zur Unterstützung des Gymnasiums aufgefordert hatte, ergriff Dr. Mossinsohn, lebhaft akklamiert, das Wort und berichtete in deutscher Sprache über die Tätigkeit der Anstalt. Der Zweigverein „Don Isaac Abarbanel Beacon, Nr. 11" des Order of Ancient Maccabaeans veranstaltete eine spezielle Versammlung in Angelegenheit des Aufrufes des Grand Beacon zur Unterstützung des 'Zentralfonds der Zionistischen Organisation. I. Irgang, A. Adler und M. Sortman sprachen in der Versammlung. Es ist in Aussicht genommen, mindestens zehn Guineas (210 M.) jährlich beizusteuern. Leeds. Die vereinigten zionistischen Vereine von Leeds veranstalteten jüngsten Sonntag eine Massenversammlung in der Darley Street Council-Schule, um Herrn Dr. Mossinsohn vom hebräischen Gymnasium in Jaffa anzuhören. Alderman J. Moser, der den Vorsitz führte, gab der Hoffnung Ausdruck, daß der Besuch Dr. Mossinsohns in Leeds der Schule in Jaffa reichliche Unterstützung der hiesigen jüdischen Bevölkerung bringen wird. Im Laufe einer längeren Ansprache in deutscher Sprache schilderte Dr. Mossinsohn die Fortschritte des Erziehungswesens unter den Juden in Palästina, die hauptsächlich dem Einfluß der zionistischen Bewegung zu verdanken seien. Alderman Moser beglückwünschte Dr. Mossinsohn zu dem Erfolge der Schule, welche er wiederholt zu besuchen das Vergnügen hatte. Es wurde beschlossen, eine ausgedehnte Propaganda in der hiesigen Gemeinde einzuleiten. Liverpool. In der Ladies' Zionist Assiciation sprach Miß Edith Rose am letzten Sonntag über „Hafen- und Bahnhofsarbeit". Eine Versammlung der Girl's Zionist League fand am Sonntag statt. Fräulein R. L e v i n s o n hielt einen Vortrag über das Leben Dr. Herzls. Am nächsten Sonntag wird Rev. John S. H a r r i s in der Junior Zionist Association den dritten seiner historischen Vorträge halten. Mr. Louis G r a b o i s hielt am letzten Sonntag einen Vortrag, betitelt „Jüdische Bestrebungen und internationale Politik*4, in der Young Men's Zionist Association. Dr. Mossinsohn vom Hebräischen Gymnasium in Jaffa kam gestern nach Liverpool und sprach in einer Versammlung, die in der Princes Road Synagogue Annexe stattfand. Heute wird er in einer vom hebräischen Sprachverein „lvriah" veranstalteten Versammlung in der Zionist Hall sprechen. Ferner wird er in einer öffentlichen Versammlung am Sonntag sprechen. Belfast. Die jährliche Versammlung der Dorshei Zion Society fand am Sonntag statt. Mr. B. Cohen brachte ein Anerkennungsvotum für Herrn Woiffsohn und seine Arbeit ein, das einstimmig angenommen wurde. Mr. H. Spiro verlas die Bilanz, die genehmigt wurde. Es wurde ein neuer Ausschuß eingesetzt. Cardiff. Am vergangenen Sonntag fand in der Dorshei Zion Association eine Diskussion über das Thema statt: „Wie kann das Judentum in England gestärkt werden?'' Eine Sammlung für den Nationalfonds wurde veranstaltet. Brief aus Wien (Von unserem Berichterstatter.) Zur Klärung (Zum westösterreichischen Zionistentag.) Mit ganz ungewöhnlichem Eifer haben die westösterreichischen Zionisten zum Brünner Zionistentage gerüstet. Das der Tagung vorzulegende neue Organisationsstatut und die beiden Anträge des Central-Gomites, die in der „Welt" bereits veröffentlicht wurden, sind in außerordentlichen Distriktstagen aller Distrikte durchberaten worden. Wenn auch die Mehrheit der Gesinnungsgenossen den neuen Vorschlägen