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Die Welt · 1911-12-08 · 49 (8.12.1911) · page 26

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Journal
Die Welt
Volume
15 (1911)
Issue
49 (8.12.1911)
Date
1911-12-08
Page
– (sequence 26)
Language
German
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1336 DIE^ELT Nr. 40 Grundlage zu einem jüdischen Agrarkredite in Palästina ist gelegt worden, Arbeiterwohnungen sowohl wie Hochschulen werden jetzt im Lande unserer Väter gebaut und die jüdische Siedlungsarbeit wird durch ein Parzellierungs-Institut gefördert. Großzügige Versuche, deren Gelingen die Lösung der sozialen Frage in der ganzen Welt beeinflussen kann, werden unternommen. Und in den Golus-Ländern? Dort wird durch die fortgesetzten täglichen Bemühungen von vielen tausenden unserer Freunde und Mitarbeiter das ganze jüdische Volk allmählich zur Arbeit und zum Opfern für die nationale Sache systematisch erzogen. Ja, wir wissen es, ganz ergebnislos ist unser heißes Ringen denn doch nicht gewesen. Aber trotzdem sind wir nicht zufrieden, trotzdem haben wir heute beinahe wie vor zehn Jahren noch das Gefühl, daß wir am Anfang unserer Arbeit sind. Noch steht ein großer Teil unseres Volkes abseits und beteiligt sich nicht an unserer Arbeit, noch befindet sich die jüdische Siedlungsarbeit in Altneuland in ihren Anfängen, noch ist ihr Bestand nicht fest, ihre Zukunft kaum gesichert. Noch ist der Nationalfonds eine zu schwache Institution, als daß er seiner riesigen Aufgabe auch nur annähernd gewachsen wäre. Noch bieten sich ihm täglich Möglichkeiten, die Tausenden und Abertausenden unserer Stammesbrüder zum dauernden Segen gereichen könnten und die er schweren Herzens aus Mangel an Mitteln ungenutzt vorbeigehen lassen muß. Andere werden sie ohne uns, vielleicht gegen uns, ausnutzen. Deshalb ist heute noch nicht der Tag gekommen, wo wir, der getanen Arbeit froh, Jubiläumsfeste feiern können. Aber doch wollen wir der Welt zeigen, was geschaffen worden ist, damit man lerne, was in Zukunft wachsen kann. Wir haben deshalb Lichtbilder-Serien zusammenstellen lassen, die ein überaus lebhaftes und anschauliches Bild vom Leben und Treiben in Palästina im allgemeinen und von den Leistungen des Nationalfonds im besonderen geben. Diese Lichtbilder haben wir in großer Anzahl unter unseren Sammelstellen verteilt und bald werden überall die Vorführungen beginnen können. Mögen diese schönen Grüße aus dem altneuen Heimatlande nicht nur Bewunderung erwecken und Interesse anregen für das, was schon zu Stande gebracht worden ist, mögen sie vielmehr und vor allen Dingen uns zu Gemüte führen, was das jüdische Volk in den letzten Jahrzehnten an Möglichkeiten versäumt hat, was noch nachzuholen ist, was bei kräftiger, niemals erschlaffender Arbeit die Zukunft unserem Volke noch bringen kann. Halperinfonds für Arbeiterhäuser in Palästina Wir haben bereits in unserem Berichte an den Kongreß mitgeteilt, daß der bekannte Kiewer Palästinafreund, Herr Komrnerzienrat H a 1 p e r i n , sich bereit erklärt hat, 30 000 Frs. für Arbeiterwohnungen zur Verfügung zu stellen. Herr Halperin hat außerdem zugestimmt, gleich wie es mit Bezug auf den Wolffsohnf o n d s geschah, daß der Halperinfonds dem Nationalfonds angegliedert wird. In dieser Nummer weisen wir die ersten, seitens Herrn Halperin unserer Vertretung in Palästina angewiesenen 10 000 Frs. aus, und geben unserer Freude Ausdruck, daß die Initiative des Nationalfonds, durch Errichtung von Arbeiterhäusern die so schwierige Arbeiterfrage in Palästina einer Lösung zuzuführen, in immer weiteren Kreisen volles Verständnis und tatkräftige Unterstützung findet. Besteuerung eines Vereins zugunsten des Nationalfonds Der zionistische Verein Syllogue Sioniste „Poale Sion" in Volo (Griechenland) ist seit längerer Zeit mit Erfolg bemüht, die Juden Griechenlands für das segensreiche Wirken des Jüdischen Nationalfonds zu interessieren und zu gewinnen. Dies ist ihm besonders in Volo gelungen, wo in das Vereinsstatut die Bestimmung aufgenommen wurde, daß die Hälfte der Einnahmen des Vereins an den Jüdischen Nationalfonds abzuführen sind. Derartige Besteuerungen von -zionistischen Organisationen zugunsten des Nationalfonds waren in den früheren Jahren durchaus nichts seltenes. Nach und nach ist jedoch diese Einrichtung in Vergessenheit geraten, da viele der Meinung waren, daß der Nationalfonds eine Institution für sich sei, die sich selbst und allein um ihre Einnahmen zu kümmern habe. Sie übersahen aber, daß die Arbeit für den J. N.-F., als eines der wichtigsten Instrumente zur Verwirklichung unseres Zieles, zu den ersten Aufgaben der zionistischen Vereine gehört. Es ist darum erfreulich, daß der junge Verein „Poale Sion" in Volo hier neuerdings den Vereinen in den anderen Ländern, wo die Juden sich in einer materiell besseren Lage befinden, als jene in Griechenland, mit gutem Beispiel vorangeht, dem hoffentlich bald viele andere Vereine nachfolgen werden. Wir bringen nachstehend die erste Liste der Beiträge des Vereins „Poale Sion", von denen wir die andere Hälfte an anderer Stelle ausweisen: Joseph Sides Fr. 1, Donato Fraggi 2, Leon Suhami 2, Abraam Cohen 1, David David 2, Isac Politi 1, Albert Amon 1, Ehe Dascalaki 1, Elie Amon 1, Albert Fragi 1, Albert Politi 1, Schalom Fraggi 1, Elie Raphael 1, Menahem Levy 1, zusammen Fr. 17, 1/2 davon Fr. 8,50........... . Jk 6,89

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