Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 15 (1911)
- Issue
- 49 (8.12.1911)
- Date
- 1911-12-08
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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seinen Bericht erstattete, und Mr. Murray Rosenberg, welcher einen Vortrag über die „Gegenwärtige jüdische Lage in Palästina" hielt, wobei kLneinatographische Aufnahmen, die während seines kürzlichen Aufenthaltes in dem Heiligen Lande gemacht worden waren, unter lebhaftem Beifall vorgeführt wurden. Liverpool. Die erste Versammlung des hebräisch sprechenden Vereins fand am Sonntag in der Zionist Hall statt. -Die Wahl des Vorstandes hatte folgendes Resultat: Dr. J. S. Fuchs, Präsident; Mr. M. B I u m f i e 1 d und Rev. A. Colemann, Vizepräsident; Rev. S. Stein berg, Schatzmeister; und Mr. G. Boyarsky, Schriftführer. Vergangenen Sonntag hielt Rev. I. Raffalovitch, Präsident des Zionist Central Council einen Vortrag über das Thema „Was ist Zionismus" in einer gemeinsamen Versammlung der Girls' Zionist League und der Junior Zionist Association. Cardiff. Vergangenen Sonntag hielt Mr. S. Green aus Swansea in der Dorshei Zionist Association einen Vortrag über „Den Einfluß des Talmud auf das Christentum". Alderrnan Edward Thomas, J. P., welcher dem Redner den Dank aussprach, mißbilligte die Tumulte in Tredegar, welche, wie er hervorhob, von allen religiös gesinnten Personen jn Wales verworfen würden. Zurzeit, so führte er aus, gäbe es christliche Vereinigungen, welche den jüdischen Sabbat hielten, und dieselben nähmen noch an Zahl zu. Er gehöre selbst dazu, und es gäbe deren viele in Cardiff. Edinburgh. Am vergangenen Sonntag fand eine öffentliche Versammlung in der Zionist Hall, Lothianstr. 48, statt, die von der Young Men's Zionist Culture Association und den „Daugntcrs of Zion4' veranstaltet wurde. Mr. Leon Simon, B. A. aus London hielt einen Vortrag über „Leo Pinsker". Glasgow. Vergangenen Sonntag hielt Mr. Leon Simon, B. A. einen Vortrag, betitelt „Leo Pinsker" in der Zion Hall vor den Mitgliedern des B'nei-Zion-Vereins. Swansea. Eine Versammlung des Daughters-of-Zion- Vereins fand am letzten Sonntag in dem Hause der Sekretärin, Miß A. S n i p p e r , statt. Die Präsidentin, Miß P. M. T o b i a s , las die Schrift von Grace Aguliar „Frauen von Israel". Frankreich Wiedererscheinen des „Echo Sioniste" Vom Januar 1912 an wird L'Echo Sioniste in Paris am 10. jeden Monats regelmäßig erscheinen. Die Adresse der Redaktion ist: 26. Rae Francois-Miron, die der Administration: M. Aronstam, 21. Rue de la Tour-d'Auvergne. Der Abonnementspreis beträgt jährlich 5 Fr., halbjährlich 3 Fr. Amerika New York. Die Federation of American Zionists hat sich entschlossen, mit dem American Jewish Committee vereint für die Aufhebung des amerikanischen Vertrages mit Rußland zu agitieren. Sie hat darum spezielle Zirkularbriefe an alle ihre Vereine geschickt, sich an der Ueberreichung von Petitionen an den Präsidenten Taft und den Kongreß zu beteiligen, und bittet sie darauf hinzuweisen, daß die Vertragsbedingungen durch die Unterscheidung zwischen amerikanischen Bürgern in der Paßfrage verletzt werden. Die American Federation hat diese Maßregel aus dem Grunde getroffen, weil es im Interesse des Zionismus ist, daß die Juden dieses Landes politisch eingreifen, um ihre Rechte als Bürger zu schützen. Amerika, seinen Ueberlieferungen getreu, erlaubt keinerlei Unterschied zwischen Bürgern bezüglich Rasse, Farbe oder Glaube. Es sollte darum darauf^ sehen, daß keinerlei Unterschied aus irgendeinem dieser Gründe von einer fremden Nation gemacht Avird, mit welcher es Vertragsbeziehungen hat. Bei dem nächsten Kongreß im Dezember wird die russische Paßfrage von dem Kongreßrnitgliede William Sulz er, New York, welcher kein Jude ist, und von Senator Culberson, aus Texas vorgebracht werden. Sie wird im Kongreß durch solch einflußreiche Senatoren, wie Senator Penrose aus Pennsylvanien und Senator O'Gorman aus New York unterstützt werden. Es besteht die Meinung, daß Präsident Taft nicht beabsichtigt, aus eigener Initiative gegen den Vertrag mit Rußland aufzutreten, besonders solange Staatssekretär Knox im Amt bleibt. Brief aus Wien (Von unserem Berichterstatter.) Vom' Wiener Palästina-Informations-Bureau Der letzte Zionistenkongreß hat von den Parteigängern die ernste Mitwirkung an der Regelung der Emigration und an der Erhaltung des Auswandererelements für das nationale Judentum gefordert und den Zionisten ganz besonders aufgetragen, um die Förderung der Emigration nach dem nahen Orient, vor allem nach Palästina und Syrien besorgt zu sein. Dieser letzteren Aufgabe widmet sich ein Institut der westösterreichischen zionistischen Organisation, dessen stille, schlichte, aber bedeutsame Wirksamkeit unseren Kreisen ganz unbekannt geblieben ist oder doch nicht genügend gewürdigt und unterstützt wird. Das „Informationsbureau für Palästina in Wien" ist ein Organ des zionistischen Zentralkomitees für Westösterreich, wird von diesem erhalten und untersteht dem Zentralbureau. Der Präsident Adolf Böhm hat die Oberleitung. Die zahlreichen Agenden werden mit wirklich rührender Hingabe und freiwillig von zionistischen Studenten versehen, die zum größten Teile dem galizischen akademischen Vereine „B a r- Ko ch b au angehören. Der I. Wiener zionistische Frauen verein, dessen Präsidentin, Frau Hanni Weiß, um das Informationsbureau ganz besonders bemüht ist, stellt eine jährliche Subvention von 1000 Kronen bei, die zur Unterstützung bedürftiger und würdiger Emigranten verwendet wird. Seit einem halben Jahre unterhält das Informationsbureau eine Filiale in Tri est, die Herr Alberto L e w i leitet. Wer je Gelegenheit hat, unsere Vereinsräume in der Türkenstraße tagsüber aufzusuchen, kann sich von der starken Inanspruchnahme der Informationsstelle und von der ausgezeichneten Arbeitsleistung des Bureaus überzeugen, die in keinem Verhältnisse zu seinen nur allzu bescheidenen Mitteln steht. Leider hat sicii »m laufen '^n Jahre sowohl die Wi :ner KhtUche K u 1 - tusgemeinderepräsentanz als auch die Leitung der Wiener Allianz dem Informationsbureau gegenüber durchaus ablehnend verhalten, während sich im Vorjahre diese beiden Körperschaften an den fallweise gewährten materiellen Unterstützungen — die natürlich größtenteils von Zionisten aufgebracht wurden — doch noch beteiligt haben. Dem Brünner Zio nistentag, der bekanntlich am 25. und 26. Dezember a. c. stattfindet, wird ein ausführlicher Bericht vorliegen, der nebst einer Aufstellung über die Frequenz eine eingehende hochinteressante Statistik über das Alter der Auswanderer, ihren bisherigen und künftigen Beruf, ihren physischen Zustand, ihre Sprachkenntnisse, Vermögensverhältnisse, über den angegebenen Grund der Auswanderung und über das Reiseziel enthält. Einige Daten seien hier angeführt: Im Jahre 1910 frequentierten 342 Durchreisende das Bureau, in den Monaten August bis November dieses Jahres allein reisten unter Vermittlung der Informationsstelle 188 Personen nach Palästina. Im Vorjahre standen 65,1 o/0 der Durchreisenden im produktiven Alter von 15 bis 50 Jahren. Bemerkenswert ist, daß mehr als die Hälfte (51 °, o) die hebräische Sprache beherrschten. 195 Personen gingen nach Jaffa und die umgebenden Kolonien, Haifa und die umgebenden Kolonien, Safed und Tiberias. 29 Auswanderern mußten die Reisespesen teilweise gedeckt werden. Man sieht, das Wiener Palästina-Informationsbureau hat nicht nur für das Palästinawerk einige Bedeutung, sondern auch für die Zionisten und insbesondere die Jungmannschaft, die sich daran beteiligt, weil sie in steter Fühlung mit dem Auswanderermaterial bleibt und natürlich auch mit Erez Israel. Der westösterreichische Zionistentag wird gewiß die Arbeit der Wiener Informationsstelle zu schätzen wissen und ihr nach Kräften vorwärts helfen. Das jüdische Studentenheim Die Sache des jüdischen Studentenheimes, das nach den Plänen unseres Gesinnungsgenossen, Herrn Architekten Dr. Arnold Kar plus als stolzer Bau in der Seegasse errichtet werden soll, gedeiht jetzt vortrefflich. In der jüngsten Sitzung des Vereins „Jüdisches Studentenheim" konnte der um das Heim besonders bemühte Obmann, Herr Luzian Brunner, die erfreuliche Mitteilung machen,