Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 15 (1911)
- Issue
- 45 (10.11.1911)
- Date
- 1911-11-10
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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No. 45 DIES&ELT 1205 sl brechung der Verhandlung und die sofortige Versetzung des Richters in eine andere Abteilungan. Zum Zeichen des Protestes und der Solidarität mit ihrem jüdischen Kollegen weigern sich jetzt sowohl die jüdischen wie die christlichen Advokaten, Verteidigungen bei Verhandlungen, die der obgenannte Richter leitet, anzunehmen. Nahum Slousch in Amerika Herr Dr. Nahum Slousch, Dozent für hebräische Sprache und Literatur an der Pariser Sorbonne, ist in N e w York angekommen, um einen Zyklus von Vorträgen über die Juden in Nord-Afrika sowie über die moderne hebräische Literatur und die hebräische Renaissancebewegung zu halten. Die Freunde des hebräischen Schrifttums und der jüdischen Wissenschaft haben Herrn Dr. Slousch einen überaus herz liehen Empfang bereitet und werden seine Anwesenheit in Amerika benutzen, um eine Agitation großen Stils zur Förderung der hebräischen Presse und Literatur in den Vereinigten Staaten einzuleiten. o^sr SPRECHSAAL :JJ Herr L. Perlmutter in Frankfurt a. M. bittet uns mitzuteilen, es sei unrichtig, daß er versucht hätte, durch eine Art Gewaltstreich die hiesige zionistische Jugendgruppe umzu wandeln. Er führt ferner aus: „Ausdrücklich bemerkte ich im Gegenteil in jener Versammlung, daß ich persönlich lediglich zufolge der Aufforderung verschiedener Zionisten — ich nannte ja die Namen — zu deren Vorschlage Stellung nahm. Ich kann nicht einsehen, warum ich nicht auf diese Anregungen hätte eingehen sollen, um zu erklären, unter welcher Form ich gerne wieder für unsere großen gemeinsamen Ideale in unverminderter Arbeitslust mitzuwirken für möglich hielt. Dies umsomehr, als ja fast die ganze Versammlung sich ehrlich mühte, eine solche Form zu finden. Ich nehme daher die Gelegenheit wahr, um nachdrücklichst zu erklären, daß ich es tief bedauere, daß die Kulturresolution mich dazu verurteilt, in der zionistischen Organisation nicht mittun zu können für die Verwirklichung unserer großen Ideale der Wiedergeburt unseres Volkes, der Wiederbelebung unserer Sprache, der Lösung der Judenfrage in unserem Lande, Ideale, für die ich nach wie vor — wo nur irgendmöglich — meine besten Kräfte einzusetzen bereit bin." Bücherbesprechungen Merelaika, Roman aus dem jüdischen Volksleben in Ga- Hzien von S. S c Ii a c h n o w i t z. Verlag des „Israelit" Frankfurt a. M. 1911. Ein Roman aus dem Leben, der Beachtung verdient. Merelaika oder eigentlich Mirjam Lea ist die Tochter eines jüdischen Schankwirts in Galizien, die voll Bewunderung zu den Polen und zur polnischen Kultur aufblickt, dem jüdischen Leben und allen jüdischen Werten aber kühl, ja feindlich gegenübersteht. Fürstin Kowzow, eine fanatische polnische Aristokratin, die den christlichen Seelenfang im großen Stil betreibt, weiß das Mädchen an sich zu locken und läßt sie bei Nacht und Nebel in ein Kloster entführen. Erst hier erwacht in Merelaika das jüdische Gewissen, sie erkennt, wie schwer sie gefehlt hat und wie wenig sie in die christlichpolnische Welt hineingehört. Schließlich gelingt es ihren Angehörigen, sie durch List aus dem Kloster zu befreien. Der Roman ist von höchster Aktualität. In den letzten Jahren kam es in Galizien recht häufig vor, daß man Judenmädchen aus dem Hause der Eltern lockte und zur Taufe zwang. Der Autor ist ein ausgezeichneter Schilderer, und sein Stil ist klar und schlicht. Sehr treffend und anschaulich zeichnet er das jüdische Familienleben und die chassidsche Welt. Das Buch verdient weite Verbreitung. Berlin. Hermann Blumenthal. Schluß des redaktionellen Teiles Für den Bezalel sind eingegangen: Bei der Administration „Die Welt": Fräulein Rahel Levi, Nischni-Nowgorod.....Jk 4.75 Bei dem Jewish Colonial Trust, London: per J. Levy (Palestine Association Nottingham) . . Si 3.3.— per Jewish National Fund-Bureau for Amerika New York.................% 1.— Für die Tachkernonischule in Jaffa sind eingegangen: Bei Max Wollsteiner, Berlin: Jk 303.75 Für das Mädchenwaisenhaus der Hinterbliebenen der Ermordeten von Kischinew sind eingegangen: Bei Max Wollsteiner, Berlin: Ji 10.— Für das Jüdische Museum in Jerusalem sind eingegangen: Bei Max Wollsteiner, Berlin: Ji 2.— Für das Hygienische Institut sind eingegangen: Bei Max Wollsteiner, Berlin: Ji 1.— Für die Abgebrannten in Konstantinopel sind eingegangen: Bei Max Wollsteiner, Berlin: Jk 70.— Bei dem Unterzeichneten gingen ein durch Herrn Tobias Langrock, Drohobycz: Spenden: Dr. Oskar Alexandrowicz, Tobias Langrock je Kr. 10.—, Dr. Ignatz Hopfinger, Feiwel Blain je Kr. 5.—. Mitgliedsbeitrag pro 1910: Feiwel Lauterbach Kr. 5.—. Ferner durch Herrn Dr. Samuel Spann, Tarnow: M i tgl i e d s be i tr ä g e: Frau Dr. Heller Kr. 15.—, Dr. Joseph Offner Kr. 10—, Dr. Abraham Salz, Dr. Samuel Spann, Dr. Symche Schönfeld, Ing. Moses Leuchter, Eduard Schwager, Isak Kranzler, Isak Kapellner, Isak Brandstätter, Abraham Brandstätter, Anna Kohn, Lipa Rosenzweig, Moses Stern, Gisela Mosel, Schaja Silberpfennig je Kr. 5.—. Ferner durch Herrn Dr. W o 11 Schmorak, Stryj: Mitglieds beitrage: Dr. Joachim Aschkenase, Heinrich Dyck, Dr. Sebastian Wandel, Dr. Julius Wurzel, Kr. 5. Dr. Dr. David Wolf Schmorak, Frau Ziprora Wundermann je Margxilies in Niezuchow Kr. 5.—. Ferner durch Herrn H. Salmanowitz, Riga: Gebr. Hosiassohn, H. Friedländer, J. Schapiro, Gutmann Himmelhoch, L. Magaril je Rbl. 2.—. Ferner durch Herrn M. Heinrich Schein, Galatz: Mitgliedsbeiträge: L. Klugmann, H. W. Bernstein je Lei 10.—, Herman Beigel, Tobias Friedmann, Moses Gold, Julius Goldenberg, Dr. S. Feldmann, Jacques Grünberg, M. Heinrich Schein, Bibliothek „Ivria", B. Haimovici, Berl Hermann, Iser Braustein, M. Birnbaum, Moses Hübscher, B. Fruchter, Jancu Seel je Lei 5.—. Spenden und Subventionen: Jüdische Gemeinde Galatz Lei 100.—, Loge B. B. Galatz Lei 50.—, Verein „Bnei- Zion" Dr. Th. Herzl Lei 40.50 in P. Iloie, Verein „Bnoth- Zien" Dr. Niemerower in Harlan Lei 50.—, Moritz Schächter in Jasi Lei 5—, S. N. Rosenfelt (Sammlung) in Braila Lei 6.—, Josef Solomon in Roman Lei 8.50, A. Rose (Sammlung) in Calarasi Lei 5.30, Verein „Avoidas Zion" in Bukarest Lei 25. , Verein „Bnei-Zion" in Tulcea Lei 11.70, Verein „Fratcrna" in Bacau Lei 10.—, A. Hausknecht in Adjud Lei 10.—, D. Samsony in Piatra N. Lei 10.—. Ferner durch Herrn Jos. M. Bro einer in Braila: H. Ackermann Lei 20.—, H. Botosaneanu, J. Witzling je Lei 10.—, H. Rozenberg, Siegmund Rozenberg, D. Nestorianu, M. Lischnefski, Moise Landau, Max Landau, J. Jacques Chat/, Dr. J. L. Inger, G. Jancovici, G. Grupper, David Goldenberg, E. Focsaneanu, D. Feingold, J. Agent, Adolf Ascher, Dr. Balter, M. Schwefel berg, J. Posmantir, Jos. M. Brociner je Lei 5.—. ♦ Bei dem Unterzeichneten gingen ein durch Herrn Dr. M. Pevsner, Smolens'k: Spenden: S. E. Selckin, S. G. Selekin je Rbl. 100.—, M. J. Choronschitzki Rbl. 50.—, Gillmann Rbl. 36,—, S. G. Gurewitsch Rbl. 25.—, Lehr Rbl. 15.—, Joffe, B. Schnerson, Chotinski, Dr. Tschernomowik je Rbl. 10.—, Israeltan Rbl. 7.—. Mitglieder: Dr. med. M. Pevsner Rbl. 50.—, N. Schwartz Rbl. 25.—, Israeltan Rbl. 3.—. Bertrand Hamburg, Schatzmeister des Vereins „Bezalelu.