Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 15 (1911)
- Issue
- 42 (20.10.1911)
- Date
- 1911-10-20
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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1112 die3qXelt No. 42 Neuregelung des Wohnrechts der Juden in Sibirien Das Ministerium des Innern hat verfügt, daß die Frage des Wohnrechts der Juden in Sibirien von nun an in folgender Weise gehandhabt werden soll: Diejenigen Juden, die sich vor dem 9. Dezember 1909 in Sibirien niedergelassen haben, gelten in dieser Provinz als wohnberechtigt; alle anderen Juden sind, soferne sie nicht das Wohnrecht außerhalb des Ansiedlungsravons genießen, aus dem sibirischen Gebiet auszuweisen. Ueber einen praktischen Fall verweigerter und schließlich doch genehmigter zeitweiliger Aufenthaltsberechtigung in Sibirien berichtet man aus Tomsk: Frl. S eligson wandte sich nach Absolvierung einer ausländischen Universität an das Unterrichtsministerium mit der Bitte, sie zur Prüfung auf den Grad eines Arztes an einer russischen Universität zuzulassen. Das Ministerium wies ihr die Tomsker Universität an; als sie jedoch in Tomsk eintraf, wurde ihr, als einer Jüdin, von der örtlichen Polizei, der Aufenthalt versagt. In dieser Angelegenheit richtete der Abgeordnete Nekrasso w ein Telegramm an den Ministerpräsidenten, worauf nachstehende Antwort einlief: „Wenn in der Tat Tomsk als Prüfungsort bestimmt war, so ist der Leonie Seligson für die Dauer des Examens der Aufenthalt zu gestatten. Ihr Telegramm habe ich den Ministern des Unterrichts und des Innern zugestellt" Am 5. Oktober wurde Nekrassow davon in Kenntnis gesetzt, daß der Gouverneur von Tomsk Order erhalten habe, der Seligson den zeitweiligen Aufenthalt in Tomsk zu gestatten. Pogromagitatiton in Moskau Auf einer Versammlung, die der Verband des russischen Volkes in Moskau veranstaltete, hielt der berüchtigte Schmak o w eine blutrünstige Hetzrede gegen die Juden, in der er u. a. seinem Bedauern darüber Ausdruck gab, daß die Kiewer Ereignisse nicht in einem Pogrom ihren Abschluß gefunden haben. In seiner Wut erklärte der pogromlustige Rechtsanwalt den Kiewer Gouverneur für einen Juden. Ein anderer Redner, der famose Orlow, der soeben von Kiew zurückgekehrt war, wußte das Auditorium damit zu trösten, daß in Kiew ein Pogrom unvermeidlich sei, da die „besten russischen Männer" gegenwärtig daran arbeiteten. „Man muß unbedingt einen guten Pogrom veranstalten" —- erklärte der ausgezeichnete Patriot. „Es ist ja lächerlich, wenn bloß Bettfedern in der Luft herumfliegen. Knochen müßten fliegen!" Wohnrechtsrevision in Petersburg In Petersburg findet gegenwärtig wieder einmal eine strenge Prüfung des Wohnrechts aller dort ansässigen Juden mit den üblichen Begleiterscheinungen wie nächtlichen Streifen usw. statt. Zwei Vorträge Dr. Zollschans in Berlin. Einem Berliner Comite ist es gelungen, den bekannten Wiener Gelehrten Dr. Ignatz Zollschan für zwei Vortragsabende in Berlin zu gewinnen. Der erste der Abende findet am Montag, den 30. Oktober, statt. Als Themen sind vorgesehen: „Die Rassengliederung der Menschheit. — Die anthropologische Stellung der Juden," - Am zweiten Abend. Montag, den 6. November, spricht Dr. Zollschan über „Die kulturgeschichtliche Bedeutung des Rassenfaktors. — Versuch einer objektiven Feststellung des Rassen wertes der Juden." Die Vorträge beginnen jedesmal um 8Vi? Uhr im Oberlichtsaal der Philharmonie. Die Preise des Plätze sind 3, und 1 Mk. für jeden Abend, 5, 3 und 1,50 Mk. für beide Abende. Vorverkauf bei A. W e r t h e i m und Bote & Bock, Leipzigerstraße. Schluß des redaktionellen Teiles Das Töchterpensionat der Frau Elise Holzbock, Breslau, Kaiser-Wilhelmstraße 9, feiert am 21. d. M. das Jubiläum seines fünfundzwanzigjährigen Bestehens. Seine Begründerin und Besitzerin hat es verstanden, das Pensionat vom Anbeginn seines Bestehens zu einem angesehenen internationalen Institut auszugestalten, in dem In- und Ausländerinnen aus den besten Familien stets ein trautes Heim gefunden haben, an das sie mit Liebe zurückdenken. Frau Holzbock begeht ihren Ehrentag inmitten eines großen Freundeskreises, den sie sich während ihrer 25jährigen Tätigkeit unter . ihren Pensionärinnen und deren Familien erworben hat. Die Regina-Elektrizitäts-Gesellschaft m.b. H. Cöln-SHlz erhielt auf der Internationalen Ausstellung in Turin, bei grosser Konkurrenz, den GBAND- PR1X für ihre bruchfesten JOTA-Lampen und den ÖRAND PKIX für ihre modernen Bogenlampen. Die Bruchfestigkeit der Jotalampe wurde durch ein mechanisches Hammerwerk demonstriert. Die universelle "Verwendbarkeit ihrer Bogenlampen zeigte die Firma durch die Hintereinanderschaltung von 130 Conta-Effektlampen an 6300 Volt Drehstrom. Diese Lampen haben während der Dauer der Ausstellung, in dieser nie zuvor angewandten Serienschaltung, hervorragend funktioniert. Für die Tachkemonischule in Jaffa sind eingegangen: Bei der Administration „Die Welt": Gesammelt am Erew-Jom-Kippur in einem Bethaus durch Abraham Cahane, Tarnow.......Kr. 5.40 Louis Boroschek, Hamburg, für Morgengottesdienst am Erew-Rosch-Haschonoh...........M. 3.— Bei Max Wollsteiner, Berlin: „ 159.30 Für den Bezalel sind eingegangen: Bei dem Jewisch Colonial Trust, London: Gesammelt durch die Mitglieder der Young Israel Leage £ 8.— Per J. N. F. Bureau for America.......$ 2 — Per Jewisch National Fund-Bureau for America, New- York.................$ —.20 Für die Misrachikolonie sind eingegangen: Bei der Administration „Die Welt": Dr. Blau, Koloszvar............Kr. 5.50 Für den Kulturfonds sind eingegangen: Bei der Administration „Die Welt": Aus Neuenahr: Gesammelt von B. A. Goldberg aus Wilna bei einem Teeabend.........M. 8.— Für das Hygienische Institut sind eingegangen: Bei Max Wollsteiner, Berlin: M. 14.— Für das Hebräische Gymnasium in Jaffa sind eingegangen: Bei Max Wollsteiner, Berlin: Jk 2.— Für die Abgebrannten in Konstantinopel sind eingegangen: Bei Max Wollsteiner, Berlin: Jk 10.— r\ Godesia Patent-Badeapparate 6t eignen sich am besten für den Export, da einfachste Konstruktion aller Systeme bei Verwendung besten Materials Unbegrenzte Lebensdauer, kinderleichte Bedienung. Verlangen Sie SpezialOfferte unter Angabe des Bedarfs. Godesberger Bade-Apparate - Fabrik G. m. b. H. Godesberg a. Rh., 115. r V.. C Dorothea Weißbrem Dr. phil. Ahron Eliasberg Verlobte Königsberg i. Pr. Berlin. ] Lora Schwarz Tobias Fielbaum Tarnopol Probuzna empfehlen sich als Verlobte September 1911. J _J