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Die Welt · 1911-08-25 · 34 (25.8.1911) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
15 (1911)
Issue
34 (25.8.1911)
Date
1911-08-25
Page
– (sequence 2)
Language
German
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In ber Feftigung unb Tlusbeljnung ber zioniftifdien öefamtparte!, Die in madigem Wachen begriffen ift erblicken wir bie parke Baps unb ben zuoerlässigen Rücktjalt unferer Arbeit- Die auf bfefem Kongreß in ungeroötjnlidi großer 3atjl erfdiienene zionfftifdje Jugenb gibt uns eine neue öarantie für bas fiegreidje Fort« fdireiten unferer Ibee, Im Sinne unferes neuen Statuts werben wir audi unfere örganifation entwickeln, bie Propaganba weiter ausbreiten unb ben bringenb nottoenbigen 3ufammentjang ztoifdien ber Parteileitung unb ben fanbesorganffationen unb Föberationen tjerzuftellen fudien. TDir übernehmen bie Arbeit für bie Erfüllung unferer mannigfachen unb fd]ipierigen Aufgaben mit bem innigen TDunfdie, baß es uns gelingen möge, burd) bie Sammlung aller Kräfte bie tjarmonifdie 3ufamm<marbeit in ber Bewegung immer zu ertjalten* Hur in gemeinfamem brüberlidjem Schaffen wirb bie Kraft ber zioniftifdien Ibee fidi mad]tDoll in flcfjtbaren erfolgen offenbaren. Unb fo erwarten wir zuoerpdjtlfdj, baß alle öruppen unb Riebtungen innerhalb bes 3ionismus, baß jei>er 3ionift unferm Werke feine tätige JTIitarbeit roibmen wirb* Otto IDarburg, üictor Jacobfon, Arthur fjantke, Schemata Eeroin, üahum Sokoloca DER ZEHNTE KONGRESS Pressestimmen In seiner Eröffnungsrede sagte Herr Wolffsohn: „Vor vierzehn Jahren war der Zionismus eine Sensation, heute ist er eine feststehende Tatsache." Die innere Wahrheit dieses Wortes erhellt aus der Art, in der die europäische Presse über unsere Beratungen berichtete. Nirgends wurde eine sensationelle oder interessante Aufmachung versucht und überall las man mehr oder minder eingehende und ungefärbte Berichte. Wir haben wohl nur geringen Grund, aus dieser Art der Berichterstattung auf ein gesteigertes Wohlwollen unserer Arbeit gegenüber zu schließen. Aber doch berechtigt uns die Änderung in der Haltung der Presse zu der Annahme, daß man die Beratungen des jüdischen Parlamentes mit Aufmerksamkeit verfolgen will. Von da bis zum vollen Verständnis ist dann nur ein kleiner Schritt. Über bloß referierende Berichte ist die große Presse, soweit wir dies zurzeit übersehen können, nicht hinausgegangen. Die führenden Organe Englands geben sehr ausführlich die Eröffnungsreden Wolffsohns und Nordaus wieder, ebenso die maßgebende russische, französische und amerikanische Presse. Der Mailänder „Secolo" berichtet ausführlich über die Interpellation des Herrn Dr. Ravenna und die Antwort des Herrn Wolffsohn. Die „Basler Nachrichten" schreiben in der Nummer vom 19. August: „Ziehen wir das Fazit des X. Zionistenkongresses, so dürfen wir behaupten, daß es ein allgemein erfreuliches ist. Der größte Erfolg besteht in der Einigung der Organisation, so daß die nach dem IX. (Hamburger) Kongreß entstandenen Differenzen zwischen Ost und West verschwunden sind. Alle Strömungen und Parteien waren gleichbestrebt, zum Zustandekommen des Friedens das Ihrige beizutragen, und wohl jeder Zionist muß den Vertretern aller Landsmannschaften und Gruppen für die oft sehr harte Zumutung der Selbstüberwindung im Interesse der Sache Dank wissen. Einen nicht geringen Einfluß auf das Zustandekommen des Friedens übte die Annahme des in allen Teilen aufs sorgfältigste vorbereiteten Organisationsstatuts, für dessen Ausarbeitung der Organisationskommission keine Mühe zu groß war. Wenn auch die Besteuerung der Institutionen abgelehnt wurde, so ist nach der Erklärung David Wolffsohns das Budget für die neue Leitung doch gesichert, was für ersprießliche Arbeit unbedingt notwendig war. Neue Aufgaben hat der Kongreß der Organisation in bezug auf die Frauenarbeit im Zionismus, auf die Emigration und auf die Förderung jüdischer Kultur gestellt. Die Systematisierung und Förderung der Palästinaarbeit hat der Kongreß beschlossen und die Leitung mit der Ausführung dieser Beschlüsse beauftragt." Um die Zusammensetzung der Leitung wurden im Kongreß viele Kämpfe ausgefochten. Alle Teilnehmer haben sich schließlich auf ein Kollegium mit dem Sitz in Berlin geeinigt. Und nun haben erfreulicherweise alle Parteien der neuen Leitung unumwunden ihr Vertrauen ausgesprochen. Ein erfolgreiches Zusammenarbeiten ist so erleichtert. Die Verhandlungen des Kongresses sind in durchaus würdiger, angemessener Form geführt worden, jeder Delegierte war sich des Ernstes seiner Aufgäbe bewußt und hatte das Kritische des Momentes erfaßt. Der Kongreß bot ein eindrückliches Bild von der Stärke der zionistischen Organisation und von der einigenden Macht des zionistischen Gedankens. Im Interesse der Sache wurden alle persönlichen Momente zurückgedrängt. Möge die neue Leitung die zionistische Sache ein gutes Stück dem Ziele näher bringen!" In einem „Schlußwort zum X. Zionistenkongreß" überschriebenen Aufsatz führt die „Basellandschaftliche Zeitung" (Liestal) folgendes aus: „ ... Ob der Ausdruck ,wie in einer Judenschule', worurrter gewöhnlich nicht ein Muster an Ordnung und Disziplin verstanden wird, berechtigt sei oder nicht, auf den abgelaufenen Zionistenkongreß konnte er auf keinen Fall Anwendung finden. Die Beratungen waren so ernst und würdig, die Reden so knapp und prägnant und fast durchweg auf so hohem Niveau, daß sich manches wirkliche, große und kleine Parlament ein Beispiel an dem Zionistenkongreß nehmen könnte. Der hervorstechendste Punkt des ganzen Kongresses war die Palästinatätigkeit. Auf dieses Thema konzentrierte sich das meiste Interesse; über dasselbe wurden die meisten Debatten geführt. „Praktische" Arbeit wurde sie von manchen Delegierten genannt, „politische" von vielen andern. Politisch in dem Sinne, daß die Gründungen von Institutionen jeder Art in Palästina nicht als Endziel, sondern als Mittel zum Zweck gedacht sind. Sogar die Gründungen von Siedlungsgenossenschaften und Kolonien solLen nicht ein Endziel, sondern ein Mittel zu demselben sein, Versuche und Stützpunkte, auf denen in früherer oder späterer Zeit ein ga.tiz großes Kolonisationswerk aufgebaut werden soll. Auch wird, und es will scheinen, mit Recht, erwartet, daß sich durch die praktischen, unwiderleglichen Beweise von der Nützlichkeit, der Prosperität, der Loyalität und nicht zuletzt von der Steuer- und Wehrkraft der neujüdischen Bevölkerung in Palästina, die politischen Kreise der Türkei am besten von der Wünschbarkeit, um nicht zu sagen Notwendigkeit, einer jüdischen Großkolonisation in den öden Ländereien Palästinas und Syriens überzeugen werden. In schönster Weise unterstützt und veranschaulicht wurde die bisherige zionistische Tätigkeit in Palästina durch die Ausstellung von landwirtschaftlichen Produkten aus den Kolonien, von Erzeugnissen der Kunstgewerbe- und Handarbeitsschulen. Eine neue Leitung haben sich die Zionisten auch gewählt. Bisher bildeten drei Männer, in drei verschiedenen Städten wohnend, das führende Organ. Das Prinzip, das auch beim schweizerischen Bundesrate als Hauptforderung der Verwaltungsreform aufgestellt wird, haben die Zionisten auf ihre neue Leitung angewendet. Ein

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