Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 15 (1911)
- Issue
- [Sonder-Ausgabe] Nr. 3 (13.8.1911)
- Date
- 1911-08-13
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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DIE KÖLN AM RHEIN, KAROLINGERRING 31 ELT ERSCHEINT JEDEN FREITAG ZENTRALORGAN DER ZIONISTISCHEN BEWEGUNG XV. JAHRG. BASEL, 13. Auglist 1911. No. 3. DER X. ZIONISTEN-KONGRESS. Zweiter Tag. Vierte Sitzung. 10. August. Ausführlicher Nachtrag. Den Vorsitz führt Vizepräsident Dr. Bodenheim er. Professor Dr. Warburg von stürmischem Beifall empfangen, führt aus: Die Palästinaarbeit, die ich hier zu vertreten habe, hat wenig Kritik erhalten, und davon ist ein Teil schon von Dr. Thohn widerlegt worden. Am wichtigsten scheint mir die Bescl werde, die von Seiten der Poale Zion vorgebracht ist;, zu sein. Naturgemäss ist es schwer von hier aus die Einzelheiten bei jeder Verstimmung, die da zwischen Arbeitern und Leitern von Unternehmen eintritt, genau zu erforschen: Wir müssen da das Vertrauen zu uns&rn Vertretern in Palästina haben und wir haben ja in Dr. Ruppin einen so ausserordentlich gerechten und dabei scharfsinnigen Vertreter, dass ich nicht zweifle, dass wenn dort seitens der Pflanzungsleiter Irrtümer vorgekommen sind, sie in zufriedenstellender Weise beseitigt worden sind. Eine Schwierigkeit ist ja immer vorhanden. Es ist kein "Wunder, dass dieselben Schwierigkeiten, unter denen bei uns die Unternehmungen leiden, auch dort sich wiederspiegeln. Dagegen werden ja Versuche nach anderer Richtung gemacht, und wenn die sich dauernd bewähren, wenn die Genossenschaften tatsächlich gezeigt haben werden, dass die Arbeiter imstande sind,, in eigener Verwaltung diese Unternehmungen dauernd weiter zu führen, so werden solche Schwierigkeiten nicht mehr eintreten. Ich möchte daher auch nur die der Partei der Poale Zion angehörenden Gesinnungsgenossen bitten, nicht immer jede kleine Beschwerde zu örnst zu nehmen; wir werden versuchen, diesen neuen Geist in Palästina nach Möglichkeit einzuführen. Wir haben aber noch nötig, zum Einlernen der Leute im alten Sinne zu arbeiten. Ein anderer Punkt hat mir mehr Schmerzen verursacht, das ist nämlich die Kritik — ja. ist es eine Kritik — die Herr Kann an die Arbeit des Palästinaressorts anlegte. Herr Kann hatte mir, bevor ich hierher reiste, einen Brief geschrieben, in dem er sagte, er fükLe sich verpflichtet, diese Warnungen in eimm Schreiben vorzubringen und hat mir auch die Stelle, dh darauf Bezug hat, mitgeteilt. Also insofern iaan man Herrn Kanns Verhalten als loyal bezeichnen. Eine andere Frage ist die, ob er berechtigt ist, als Mitglied des E. A. C. auf einen Teil der Tätigkeit des E. A, C, dh ihm nicht untersteht, in einem allgemeinen Schreiben Stellung zu nehmen. (Sehr richtig.) Mir liegt es nicht oh diese Frage hier zu entscheiden. Ich bedaure, ciass eiiii Mann, wie Kann, unbestimmte Angriffe gegen einen KoLlegen im E. A. C. schleudert, ohne sich von ihrer Richtigkeit überzeugt zu Laben. Dass Herr Kann und icl. verschiedenen Prinzipien huldigen, das wussten wir beide längst und das hätte ja auch nicht viel geschadet. Er ist dafür, dass er etwas von einer Seite stark in Angriff nimmt und dann wartet, welchen Erfolg dieser Angriff hat; hat er günstigen Erfolg, dann geht er weiter. Ichi verfolge das Prinzip, dass, wenn man eine Festung zu erobern sucht, man Batterien rings herum stellt mid von allen Seiten Bresche zu schiessen versucht. Darüber lässt sich diskutieren, es mag durch Majorität cemtsckieden werden usw. Wenn er aber sagt, dass dieses vPiinzip, das ich angewandt habe, verkehrt ist und sich nicht bewährt hat, dann muss er auch die Tatsachen nennen. Ich habe mir natürlich überlegt, auf welche . Tatsachen könnte er event. exemplifizieren? und zweitens : ist das, was er an die Stelle setzen will, besser oder '. überhaupt neu? Ein grosser Teil der Unternehmungen ~:Sckei'lej; von vornherein aus. Er sagt also, und das ist eil Hauptvorwurf, es sind kleine und schwache lebensunfähige Unternehmungen, keine der vielen Unternehmungen hat sich konsolidiert, und er verlangt daher die Gewähr, dass sie nach solchen kaufmännischen GriLnd- , sätaen geleitet werden. Auf die Vereine kann das nicht gut passen. Der Verein jüdischer Frauen verbraucht das Geld, das er «erhält; der Verein für Palästinaforschung l&nn aucl nicht gemeint sein. Anders ist es mit dem Veirein Oalbaumspende. Als Konsolidierung verlangt er, dass die Verwaltung der Oelbaumspende durch «den