Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 15 (1911)
- Issue
- 32 (11.8.1911)
- Date
- 1911-08-11
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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No. 32 ' ' , c D1E2 seine glühende Zionsliebe aber durch rastloses Wirken für Palästina als Privatmann wie als Vorstandsmitglied aller philopahästinensischen Organisationen betätigte. Einem so ausgezeichneten Juden fühlen wir uns immer nahe, ob er nun formell zu uns gehört oder nicht. Ich nenne auch die guten Söhne ihres Volkes: InRussland: Elieser Berkowitz, David Gorodok, S. Berlowitz, M. Gutkin, Malka Gurland, Oh. B. Gurwitz, J. L. Dreisenstock, Josef Rosenfeld, M. Marlinsky, Dr. Abram Schlesinger, Dr. K. Steinberg, Leib Wachsraanun, Oser Weizraann, Aron Sarezky, Litmann Rosenthal. In Rumänien: B. Samsony, Biatra. In Holland: cand. med. Simon Culp, Groningen, Hujsman, Haag. In Deutschland: Rabbiner Dr. Rau, Pless, langjähriges Ausschuss-Mitglied des Zionistischen Gruppen- Verbandes Oberschles., stud. Luz Buttermilch, Breslau, Dr. Perlitz, Magdeburg, Arthur Hirsch, Berlin, Leo Levy, Samter, Vorstandsmitglied, Samuel Weil, Strassburg i. E., Vorstandsmitglied und Leo Kuhn, Strassburg i. E. In Ungarn: Frau Eugen Weitz, Eperjes, Herr Isidor Altmann, Eperjes. In Galizien: Ing. Simon Weinberg, Krakau, Osias Fadenhecht, Kolomea, Maier Ellenbogen, Rzeszow, Leon Mühl, Drohobycz, M. Rappaport, Drohobycz. In England: Rev. S. Alfred Adler, der einzige Solin des jüngst verstorbenen Chief Rabbi von England, und Harris Ginzburg, London. In Palästina: Izchak Blum, Jemma, Jos. Baral, Seclschera, »Jechezkiei Nissanow. Jemma, Zwi Bortnowski, Sedschera, Schmulewitz Mauraschi und Meier Ingberman, Krucreth. Ihnen allen weihen wir bewegten Gemütes eine Erinnerung. Ich stelle fest, dass Sie sich zum Zeichen der Trauer für die Dahingegangenen von Ihren Sitzen Erhoben haben. I Vors. Dr. Nordau: Das Wort hat Herr W oiffsohn. Die Rede des Präs. W oiffsohn, mit der er die Debatte über den Bericht des A. 0. einleitete, haben wir bereits gestern veröffentlicht. Hierauf erstattete Professor Warburg, von stürmischem, langanhaltendem Beifall begrüsst, das folgende Palästinareferat. Zu Beginn des X. zionistischen Kongresses ist es wohl am Platze, die Entwicklung der Arbeit unserer Organisation in Palästina bis zum heutigen Tage sich kurz ins Gedächtnis zurückzurufen. Schon auf dem ersten Kongress stand, was vielfach vergessen ist, die Palästinaarbeit zur Debatte und erkngte sogar, wenigstens in theoretischer Beziehung, eine hervorragende Bedeutung. Von den Mitteln zur Erreichung der öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina wurde nämlich an die erste Stelle gesetzt: „Die zweckdienliche Förderung der Besiedelung Palastinas mit jüdischen Ackerbauern, Handwerkern und Gewerbetreibenden." Nicht ohne Grund wurde hierbei dein Ackerbau die erste Stelle, dem Handwerk die zweite eingeräumt. Auch wählte schon der erste Kongress eine „Kommission für praktische Kolonisation" — von der man freilich nie etwas weiteres gehört hat. - 801 Auf dem zweiten Kongress wurde sogar eine „Kommission für lieber wachung und Leitung der Kolonisationsange] egeiiheiten" gewählt, ja man bewilligte ihr die für die Adiriinistrationsausgaben nötigen Mittel, was aber nicht vo "hunderte, class auch diese Kommission so gut wie gar niclts zu erreichen vermochte. Der dritte KTongress wählte abermals ein Kolonisationskorn itee, das sogar in Palästina ein Bureau einrichten sollte, auch fasste man schon den B^schluss, dass die neu erriclibete Bank „gut situierten Kolonisten billigen Hypothekar kredit gewähren solle," freilich nur, „soweit die Kräfte? Teichen." Da aber die Kräfte der Bank offenbar niclt so weit reichten, und andere Mittel nicht vorhanden varen, so unterblieb wieder jede wirkliche Arbeit, und man konnte auf dem folgenden Kongress nur von „Piihlungsnahme mit andern ähnliche Zwecke verfolgenden Vereinen" berichten. Musste sich dieser vierte Kongress noch mit allgemeinen Erörterungen über die Palästinaarbeit begnügen, so erhoffte man um so mehr von der jetzt bald in Aktion tretenden Bank und dem noch zu gründenden Nationalfonds. Die Idee, für Zwecke der Palästinaarbeit sich besondere Fonds zu verschaffen, scheint jedoch bis dahin kaum ernstlkli erwogen worden zu sein. Der fünfte Kongress, der vor jetzt 10 Jahren stattfand, 1 eg t e end Ii c h den Grundstein zu unserer Tätigkeit in Palästina, und zwar durch Annahme des Antrages Ussischkin, der dahin ging, in Palästina eine Geschäftsstelle der Bank zu errichten, denn hieraus entwickelte sich dk jetzt so wichtige Anglo- Palestine-Co. Der Kolonisation« lujsschuss spielte hingegen auf diesem Kongress dieselbe klägliche Rolle, wie die annlogen Kommissionen auf den vorhergehenden. Die schüchtern und ohne Selbstvertrauen vorgetragenen Wünsche erstreckten sich auf nur 5000 Franken, und es gelang nicht einmal, aucli nur diese wirklich bescheidene Summe bewilligt zu erhalten. Von der allergrössten Bedeutung für die Zukunft pst hingegen der Beschluss, den Nationalfonds jetzt wirklich ins Leben zu rufen So muss man denn den 5. Kongress als das Wiegenfest der Palästhusirbeit ansehen; sie feiert also heute die zehnjährige Wiederkehr ihres Geburtstages, wenngleich noch mehrere Jata'^ vergehen sollten, bis sie die Wiege verliess und das -Land ihrer Bestimmung aufzusuchen imstande war. Wenn man nun fragt, wie war es nur möglich, dass eine Arbeit, die schon am ersten Kongress als da-s wichtigste Mittel zur Erlangung des Endzieles des Zionismus erkannt worden war, erst nach so vielen Jahren ich möchte sagen wiegenreif wurde, so findet man die Erklärung in dem ursprünglich rein politischen Charakter der Bewegung, der eine Belastung mit praktischen Aufgaben, die, einmal begonnen, nicht leicht mehr einzustellen waren, mit Recht fürchten musste. An dieser Sachlage änderte sich aucli nichts, als vom dritten Kongress an der diplomatische Zionismus allmählich imimr mehr gegenüber dem aui kommen den Charterismus v^rhlasste. Zwar stand Herd auch noch nach dem 5. Kongress auf dem Boden der Erstrebung eines Charters, wie die El Arisch-Expedition und die Ugandaepisode beweisen, aber es waren di«e letzten grossen Anstrengungen nach dieser Richtung lEn- Nur zu gut erkannte er mit seinem Scharfblick, das&. seine Gefolgschaft ungeduldig wurde und nun nicht langer warten wollte. Manche hatten schon das Schirl des Zionismus verlassen, andere hatten es, da ihnen die Erreichung Palästinas auf