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Die Welt · 1911-08-04 · 31 (4.8.1911) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
15 (1911)
Issue
31 (4.8.1911)
Date
1911-08-04
Page
– (sequence 5)
Language
German
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No. 31 ÖIEOTELT 755 aufgenommen und in der Anfertigung arabischer Spitzen unterrichtet. Es war ein schwerer Anfang, denn nur gegen sofortige Bezahlung konnte? man Schülerinnen erhalten. Die ganze Arbeit mußte und muß auch heute noch in dem Atelier gemacht werden, dt der Schmutz, der in den Häusern herrscht, die Ablieferung sauberer Arbeiten unmöglich macht In ganz kurzer Zeit hatte sich das Atelier in Jaffa so gut bewährt, daß drei andere in Jerusalem, Jaffa und Ekron eingerichtet werden konnten. Im ganzen arbeiten jetzt in den Ateliers ca. 150 Mädchen. Der Lohn einer fortgeschrittenen Spitzenarbeiterin stellt sich auf 6—7 Frcs. in der Woche, bei sechsstündiger Arbeitszeit. Außer der Anfertigung von Spitzen wird Jen Mädchen Turnen und Hebräisch beigebracht und auf Ordnung und Sauberkeit gesehen. Die Erzeugnisse des Ateliers werden auch Europa gesandt und da in Ausstellungen und privatim verkauft. In den drei Jahren seit der Gründung des ersten Ateliers sind von Verband für ca. 5500 Mk. Spitzen verkauft worden. Die nächste Sorge des Frauenverbandes war von seiner Gründlog an die Krankenpflege. Er wendete zunächst seine Aufmerksamlwit dem Jaffaer Krankenhause zu, dem er. eine in Europa ausgebilJetö Schwester zur Verfügung stellte. Er ließ dann noch eine zweite Schwester ausbilden und schickte sie nach Jerusalem. Durch eine größere Zuwendung der Moskauer Frauengruppe wurde es ermöglicht, eine Wöchnerinnenstube an dem Jaffaer Krankenhause einzurichten. Für ein von Dr. Aueibach in Haifa geplantes jüdisches Krankenhaus — in Haifa existieren bis jetzt nur Missioiiskrankenhäuser — übernahm der Verband die Kosten der Inneneinrichtung in Höhe von 6000 Frcs. und verpflichtete sich zu einer jährlichen Subvention von 1000 Frcs. Das Krankenhaus ist in den letzten Wochen eröffnet worden. In der letzten Zeit ging der Verband an die Verwirklichung eines seiner größten Pläne, an die ihm so am Herzen liegende Heranziehung der Frauen zur landwirtschaftlichen Arbeit. Seme für diesen Zweck noch so schwachen Mittel erlaubten ihm leider nicht, sofort an die Errichtung einer Schule für Landwirtschaft und Haushalt zu gehen. Dennoch wollte der Verband einen kleiawi Anfang machen, in der Hoffnung, daß die Sache, wenn sie stell gut bewährt, sich zu einer solchen Institution auswachsen wiid. Auf der Farm Kinereth arbeiten seit ein paar Monaten 6 junge Mädchen unter der Leitung einer in Europa ausgebildeten Lehrerin und der Verband hat allen Grund, mit diesem Anfang zufrieden % n sein. Es haben sich in der kurzen Zeit eine ganze Anzahl Mädckn freiwillig als Schülerinnen gemeldet, — manche, die gerne ihre Lehrzeit bezahlen würden, — leider muI3ten sie abgewiesen werden, da keine Wohnungen vorhanden sind und man nicht weiß, wo man sie unterbringen soll. Die Hauptaufgabe des Verbandes jüdischer Frauen wird in nächster Zeit sein, Arbeiterinnenheime zu bauen, um den nötigen Entwicklungsraum für die Landwirtschafts- und Haushaltungsschule zu schaffen. Es gilt, die palästinensischen Frauen und Mädchen für den Gartenbau zu gewinnen und sie zu tüchtigen Hausfrauen zu erziehen. Bis jetzt haben die Kolonisten wenig Unterstützung von Seiten des weiblichen Elementes erfahren und was die Hilfe der Frau in Haus, Hof und Garten bedeutet, kann man leicht ermessen, wenn man sich die Tätigkeit einer Dorfbewohnerin hierzulande ansieht. Ich könnte noch viel erzählen, wenn ich auf alle Pläne und Hoffnungen des Verbandes jüdischer Frauen eingehen wollte, es würde aber zu weit führen. Palästina ist ein weites Feld und noch liegt alles brach. Was für die Arbeit dort nötig ist, ist ein ordentlich durchdachter Plan und eine systematische Entwicklung der zu schaffenden Institutionen. Der Wille unserer zionistischen Frauenvereine ist groß, nur fehlen uns leider die großen Mittel. Wir können keine Institutionen aus dem Boden stampfen, so versuchen wir wenigstens langsam und sicher vorwärts zu gehen. Die praktische Arbeitsleistung in Palästina muß eine Zentralstelle haben, wo alle Pläne für solche Zwecke zusammenkommen und von wo aus das Nötige angeordnet wird. Der Verband jüdischer Frauen, der auf diesem Gebiete die meisten Erfahrungen gesammelt, sollte zu dieser Zentralstelle werden. Das Bestreben der Zionistinnen sollte stets dahin gehen, die Leitung dieses Verbandes in Händen zu behalten und für seine materielle Stärkung zu sorgen, damit er ein tüchtiges Werkzeug für unsere Ziele wird. In einigen Tagen tritt der Kongreß zusammen und mit ihm die Konferenz zionistischer Frauen, die einen Zusammenschluß sämtlicher Frauenvereine herbeiführen soll. Ich möchte den Teilnehmerinnen dieser Konferenz ans Herz legen, die Weiterentwicklung des Verbandes jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina kräftig zu fördern. Die neue Zentralstelle für Frauenarbeit soll für Ausbreitung unserer Idee, für die nationale Erziehung der Jugend, für lokale Betätigung der einzelnen Vereine sorgen. Der Verband jüdischer Frauen soll die Arbeit in Palästina leisten und die kulturelle Entwicklung des Landes und seiner Bewohner fördern. Nur ein harmonisches Zusammenwirken beider kann zum großen Segen für unsere Bewegung werden. ZUM KONGRESS Wahlresultate*) Da gegen einige der bisher veröffentlichten Wahlresultate Proteste bei uns eingelaufen sind, und ferner einige Föderationen noch nicht gänzlich den Betrag m Schekelgeldern abgeschickt haben, der der Anzahl der in ihrem Qebiete schon vollzogenen Delegiertenwahhn entspricht, sehen wir uns veranlaßt, an dieser Stelle darauf aufmerksam zu machen, daß die Veröffentlichung eines Wahlresultates in der „Welt" nur die rein informative Bedeutung hat, daß die betreffende Wahl vollzogen ist. Die Entscheidung über die Gültigkeit der Mandate steht nur dem Kongresse nach Anhörung des Berichts des Legitimationsausschusses, der sämtliche Mandate zu prüfen hat, zu. Delegierte Ersatzdelegierte Italien Ferrara-Modena: 243. Dr. Feiice Ravenna-Ferrara Comm. Giuseppe Musatti *) Vgl. Nr. 27, 28, 29 u. 30 der „Welt". Venedig- Rom-Peru gia-B ol og na: 244. Dr. Bernhard Dessau Dr. Angelo Suliam Mailand: 245. Gustavo Pincherle S. Heilbrunn-Mailand Misrachi Nyitr a: 246. Dr. H. Abrahamsohn-Sarbogard Prof. Dr. Armin Bokor- Budapest Budapest: 247. L. Lebovitz-Budapest Prof. Dr. A. Bokor-Budapest Basel-Zürich-Paris-Straßburg: 248. Ch. J. Eiß-Zürich Frankfurt a. M.-Köln: 249. J. J. Braun-Frankfurt a. M. Isidor Hirsch-Frankfurt Jakob Möller-Altona Rawa-Ruska: 250. Dr. Samuel Berner-Rawa-Ruska Isak Weber-Kolomea Jakob Möller-Altona Tarnow: 251. Oberrabbiner G. Schmelkes- Jakob Möller-Altona Przemysl Emil Bickhardt-Straßburg

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