Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 15 (1911)
- Issue
- 30 (28.7.1911)
- Date
- 1911-07-28
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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> 722 - DIE^ mittags von 8—9 Uhr, gegen Vorzeigung der entsprechenden Gutscheine am, Schalter des Kongreßbureaus im Stadtkasino. Die Schalter werden ferner an jedem weitern Kongreßtage vormittags von 9—12 Uhr geöffnet sein. * * * Die Adresse des Zionistischen Zentralbureaus ist vom 1. August bis nach dem Kongreß: Bureau des Zehnten Zionistenkongresses Stadtkasino Basel. An dieselbe Adresse sind vom 4. August bis nach dem Kongreß alle Zuschriften an die Redaktion und Expedition der „Welt", den Jüdischen Verlag, das Hauptbureau des Jüdischen Nationalfonds und die Siedlungsgesellschaft „Erez Israel" zu richten. Sitzungstafel zum X. Kongreß Sonntag den 6. August, nachmittags 3 Uhr: Legitimationsausschuß. Montag den 7. August, vormittags 10 Uhr: Engeres Actions-Comite. Vormittags 103/4-LJhr: Aufsichtsrat des Jewish Colonial Trust. Vormittags 11 Uhr: Generalversammlung des Jüdischen Nationalfonds. Nachmittags 4 Uhr: Großes Actions-Comite. Dienstag den 8. August, vormittags 10 Uhr: Agrarkreditkommission. Vormittags 10 Uhr: Direktorium des Jüdischen Natio- nalfonds. Nachmittags 4 Uhr: Permanenzauschuß. Montag den 14. August, nachmittags 3V2 Uhr: Gründeraktionäre des Jewish Colonial Trust. Nachmittags 4 Uhr: Generalversammlung des Jewish Colonial Trust. Der Legitimationsausschuß, das Große Actions- Comite, die Agrarkredit-Kommission und der Permanenzausschuß sowie die Generalversammlung des Jüdischen Nationalfonds werden im Stadtkasino tagen. Die erste Sitzung der Deutschen Landsmannschaft findet am Montag den 7. August, abends 8 Uhr in der Safranzunft (neben der Hauptpost) statt. Die westösterreichischen Delegierten sind für Dienstag den 8. August zu einer Sitzung in Basel einberufen. Ort und Zeit werden noch rechtzeitig bekannt gegeben. Das Emigrationsreferat am Kongreß Die „Jüdische Zeitung" in Wien bringt in ihrer vorwöchentlichen Nummer eine Nachricht der „N. J. K." über die Tagesordnung des Kongresses und bemerkt dazu: „Bekanntlich hat Gg. Adolf Böhm beim Actions-Comite den Antrag gestellt, daß am X. Kongreß ein Referat über die Emigrationsfrage gehalten werde. Dieses Ersuchen fand ursprünglich wenig Entgegenkommen. Nun hat man sich, wie aus vorstehendem Bericht ersichtlich ist, doch entschlossen, ein solches Referat erstatten zu lassen." Diese Darstellung veranlaßt uns, folgendes mitzuteilen: Als am 26. April d. J. ein Antrag des Herrn Böhm einlief, den Punkt „Stellung zur Emigrationsfrage" auf die Tagesordnung des Kongresses zu setzen, [ELT - ■ No. 30 wurde Herrn Böhm unter dem 5. Mai (nach der Sitzung des Actions-Comites) mitgeteilt, daß das E. A. C. sich schon seit einigen Monaten mit dem Gedanken der Erstattung eines Referates über die Emigrationsfrage befaßt hätte, daß es "mit einigen Herren, die für ein solches Referat in Betracht kämen, in Korrespondenz stehe und daß eine definitive Entscheidung erst im Laufe der nächsten Wochen getroffen werden könne. Tatsächlich hatte sich das E. A. C. schon in seiner Sitzung vom 1. Febrirar im Prinzip für die Abhaltung eines Emigrationsreferats am Kongreß ausgesprochen. Die „Jüdische Zeitung'4 wurde offenbar schlecht informiert. Unsere Feststellung erstreckt sich auch auf die Äußerung des Herrn Böhm in seinem Artikel „Die Frage der neuen zionistischen Leitung" in Nr. 158 der „Hazefirah" vom 24. Juli. Dort schreibt Herr Böhm u. a.: „So konnte ich es z. B. in keiner Weise durchsetzen, daß auf dem Kongreß über die Emigrationsfrage referiert werde." Die Unrichtigkeit dieser Äußerung geht aus dem oben mitgeteilten klar hervor. Vor dem Kongreß Von Dr. Jeremias, Posen Wir haben in diesen Tagen mit tiefer Wehmut wieder Herzls Todestag begangen, — und auch die Jungen und Jüngsten unter den Zionisten sind wieder einmal auf den Einzigen hingewiesen worden, ihm nachzustreben und nachzuleben. Und wenige Tage danach konstatiert Dr. Ch. Weizmann (Manchester) in einem offiziellen zionistischen Organ, in der „Jüdischen Rundschau" (Nr. 29) mit Genugtuung, daß unsere Bewegung von „unzionistischen, antinationalen, abenteuerlichen Projekten, wie es das Ugandaprojekt war, gesäubert" ist. Also diese letzte große Intention unseres HerzI, wie man sie praktisch und taktisch auch beurteilen mag, darf man unzionistisch und antinational nennen, ohne Rücksicht auf den großen Toten wenigstens! Ja, es scheint fast, als wäre in diesen Kreisen Herzl schon sehr tot, ganz tot. Und doch, ein heimliches, unheimliches Gefühl sagt Herrn Weizmann, Herzl lebe trotz alledem in der Seele vieler noch, und das drängt ihn und andere, den Unsterblichen wieder und abermals tot zu reden. Da ist es ein erlösendes Wort, das Nordau jüngst in der Vorrede zur Wiederauflage des ersten Kongreßprotokolls über Alt- und Jungzionisten sprach. Leset nur alle, ihr Jungen, dieses historische Dokument, diesen ewigen Quell großartigster Konzeption und hochsinnigster Begeisterung im Zionismus, damit ihr erfahret, daß es außer dem verflucht praktischen „langsamen" Zionismus einst einen verdammt unpraktischen „schwungvollen" Zionismus gegeben hat und — geben muß. Und leset um des Zionismus willen den „Judenstaat"! Ich fürchte, ein großer Teil unserer Jungen kennt dies titanische Werk nur aus der Kritik der „praktischen" Zionisten; Herr Weizmann wendet darauf zweifellos den mit Recht so beliebten — allerdings zumeist gegen den Zionismus beliebten — Terminus „utopistische Träumereien" an, und HerrSokolow hat ihn einmal eine „hirnverbrannte Chimäre" genannt! Dulce et decorum est, pro patria mori, — wie süß und ehrenvoll ist es doch, für das jüdische Volk zu leben und zu sterben! Und dann konstatiert Herr Weizmann mit schmerzlichem Bedauern, daß „die Zentralleitung der Partei an Autorität und Ansehen eingebüßt hat". Dieselben Leute, die noch heute dem Herzl seine Autorität nicht verzeihen können und stets bemüht waren, die ohnehin schwierige Position seines Nachfolgers zu erschüttern, dieselben Leute beklagen die Einflußlosigkeit der Zentrale. Hier gleich .wieder ein Beispiel, wie man es anfängt, mit inhaltslosem Räsonnieren das Ansehen der Leitung^zu untergraben. Man wirft