Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 15 (1911)
- Issue
- 29 (21.7.1911)
- Date
- 1911-07-21
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 29 DIE3^ELT 703 jetzt nur gegen die einzigen Andersgläubigen, gegen die Juden richten; die Juden bilden von jetzt ab auch das einzige Ziel für den Belsehrimgseifer. Die jüdische Bevölkerung Siziliens betrug um diese Zeit itaich Berichten etwa 3% der Gesamtbevölkerung; die Juden wohnten meist in Städten in eigenen Judenvierteln, die nicht unter dem Zwttige der Gesetze entstanden waren, sondern mehr aus praktischem Bedürfnisse heraus. Denn trotz mancher Belege für Mißachtung der Juden seitens der Christen sind die Juden zu Beginn der Stauferceit noch gleichberechtigte Nation. Das kommt auch zum Ausdrucke in ihrer Teilnahme an der Landeskultur. Die Normannen verfolgen bei der Neuregelung der Verhältn isse die Tendenz, die Juden als Unfreie und doch gewissermaßen als freie Bürger anzusehen; sie werden wohl der Gewalt der lokalen Mächte entrückt, dabei aber zu Staatssklaven gemacht. Im wehem Verlaufe seiner Untersuchungen bespricht Straus eingehend <lie staatsrechtliche Stellung der Juden und ihr Wirtschaftsleben. Dabei wird wohl zum erstenmal in so vollkommener Weise die Ausübung des Färbereimonopols, der ausschließliche Betrieb der Seidenindustrie durch die Juden in ihrer geschichtlichen Entwicklung dargelegt. D-em geistigen Leben der Juden, vornehmlich ihrer Beschäftigung mit den Profanwissenschaften, wird ein eigenes Kapitel gewidmet. Die zahlreichen Vorabeiten hat Straus gewissenhaft, dabei aber kritisch bemrtzt. Hervorzuheben ist die selbständige Geschichtsauffassung Stratus', die abweichend von Gr ätz und Güdemann für die Juden des einen Landes die des andern nicht ohne weiteres als Typus geltenMßt, und nicht in jeder durch die besondern lokalen Verhältnisse bedingten Abweichung von diesem Typus eine Anomalie erblickt. Die Einheit der jüdischen Geschichte dokumentiert sich nach Straus in <ler Tatsache, daß die Juden in Minderheiten über die weite Welt zerstreut erscheinen. Das ist die gleichartige politische Basis, die als eigentliche Unterlage der jüdischen Geschichte in Mittelalter und Neuzeit zu galten hat. Als Anhang sind auf 20 Seiten die wichtigsten der benutzten Quellen und Belege auszugsweise beigegeben. Prag. S. H. Liebe n. Dr. Bruno Tannenwald: Die rechtlichen Verhältnisse der Juden in Hamburg. Verlag von C. Boysen. Hamburg 1 Wl. Die Entwicklung der wirtschaftlichen und rechtlichen Verhältnisse der Juden in Hamburg beansprucht wegen ihrer besonders eigenartigen Gestaltung ein hervorragendes Interesse. Die eigenartige, zum Teil geradezu glanzvolle Stellung, die die portugiesisch-jüdische Gemeinde seit Jahrhunderten innerhalb dieses Stadtstaates einnahm, die "Veränderung derselben, die durch den Zuzug zahlreicher sogenannter deutscher Juden und die schließliche Bildung einer deutsch-israelitischen Gemeinde herbeigeführt wurde, und endlich die gemeinscli aftliche Erwirkung einer politisch kirchenrechtlichen Gleichstel lung mit den nicht-jüdischen Mitbürgern und Gemeinschaften, sind Erscheinungen von großer Bedeutung für die jüdische Geschichte und das jüdische Leben. Sie sollten daher auch außerhalb Hamb irgs bekannt sein. Günstige Gelegenheit, sich in dieser Richtung gut zu orientieren, bietet das soeben erschienene Werk unseres Gesinnungsgenossen Dr. Tannenwald, das unter Vermeidung aller Weitschweifigkeiten ein klares Bild des hamburgischen Judentums entwirft. Das Buch zerfällt in drei Teile, von denen sich der erste mit den „Verhältnissen der Juden in Hamburg" im allgemeinen beschäftigt und dabei eine Übersicht der historischen Entwicklung sowie eine Darstellung der beiden in Frage kommenden Gemeinden gibt- Im zweiten Teil sind die die Verhältnisse der Juden betreffenden Gesetze und Verordnungen erschöpfend und durch Anmerkungen erluitert zusammengestellt. Der dritte Teil enthält endlich eine außerordentliche interessante Sammlung älterer und neuster Gerichtsentscheidungen über mehrere wichtige Fragen des jüdischen Lebensvor allem auch über die Zulässigkeit der Bestattung von Aschen, urnen in den auf den jüdischen Friedhöfen belegenen Erb- oder Familiengräbern. Nach allem kann das Werk, das sich Kollenschers Darstellung für Preußen ebenbürtig an die Seite stellt, aufs angelegentlichste empfohlen werden. Für die Hamburger Juden besonders wird das Buch ein unentbehrliches Nachschlage buch werden. Hamburg. Dr. H. Pardo. Handbuch der jüdischen Gemeindeverwaltung und Wohlfahrtspflege. Statistisches Jahrbuch 1911. Zum zwanzigsten Male in den 42 Jahren seines Bestandes gibt der Deutsch-Israelitische Gemeindebund in diesem Jahre sein Handbuch heraus. Jeder, der mit der jüdischen Gemeindeverwaltung zu tun hat, oder der für irgend welchen wohltätigen Zweck die Adresse einer Institution cder Stiftung sucht, findet in dem Buche bald das Gewünschte. 34ach den Personalien des Gemeindebundes finden wir die genaues Zusammenstellung der über ganz Deutschland sich erstreckenden Vereinigungen, dann eine genaue Zusammenstellung der jüdischen Gemeinden Deutschlands und der Plätze, in welchen Juden wohnen mit Angaben über Statistik, Personalbestand, Organisation sowie Schul- und Vereinswesen. Aus dieser Aufstellung geht hervor, daß es im Deutschen Reiche etwa 4000 Plätze mit Juden gibt, von denen gegen 2500 als besondere Religionsgemeinden organisiert sind. Da jedoch, wie sich aus Nr. 78 der Mitteilungen des Gemeindebundes ergibt, nur etwas über 1000 Gemeinden sich dem Bunde angeschlossen haben, so ersieht man auch aus dem Buche, welcli großes Arbeitsfeld noch für die Agitation, welche nach den Ergebnissen des vor einigen Wochen abgehaltenen außerordentlichen Gemeindetages wohl bald für die nächste Tagung einsetzen wird, für alle Parteien vorhanden ist. Schließlich werden in einem Anhang noch eine Menge von behördlichen Entscheidungen und Verordnungen aus den Gebieten des Verwaltungswesens, des Religionsunterrichts und Schulwesens, usw. gegeben. Das Buch ist für jeden, der sich mit der Verwaltung jüdischer Institutionen zu befassen hat, eine unerschöpfliche Fundgrube. Rechtsanwalt Dr. Tannenwald, Hamburg Schluß des redaktionellen Teiles Für die Opfer von Drohobycz gingen ein: Bei der Administration der „Weit" in Köln: Dr. Bamberger, Kronach..............JC 25.— D. Krell, Düsseldorf................„ 5.— Bei Henri Gretzer, Antwerpen: Sammlung in Antwerpen, direkt abgeführt an Herrn Dr. Moritz Rappapor*-, Advokat, Drohobyz: H. Greizer Frs. 20.—, M. Levin 50.—, Bornstein 5.—, H. Wellner 7.—, Heinr. Fischer 15.—, A. Lorie" 5.— , R. Goldmüntz 20.—, Slabotzky Fils 10.—, J. Cohn & Cie. 10.—, Ch. Lipschütz 5.—, Presself ils 5.—, Bruno Adler 10.—, Schalom Fischer 2.—, H. Lori6 20 —, N. Torczyner 20.—, ' Oscar Fischer 50.—, Jean Fischer 50.—, J. Eibenscliütz 2.—, L. Hauser 2.—, S. K. 20.—, L. Klipper 10.—, "' M. Finkelstein 50.—, J. M. Apte 2.—, H. Schulsinger 10.—, Obstfeld 5.—, D. Wellner 20.—, H. S. 30.—, M. J. 5.—, Max Lorie 20.—, A. Ruß 5.—. Sorer 5.—, M. Kannengiesser 20.—, E. Bochner 20.—, E. Buchenholz 20.—, Mirmowitz 5.—, J. Levy 10.—, Leon Fischer 20.—, H. Heschelsohn, Paris 20.—, A. Kohn 5.—..... zus. Frs. 610.— Kronen 576.83. Für die Tachkemoni-Schule in Jaffa gingen ein: Bei der Jüdischen Kolonialbank in London: Per Sammelstelle des J. N. F. in Berlin.......'. Jl 57.50 Federation of American Zionists, New-York, Mai 1911, Newark, Bnei u. Bnoth Zion..........% 2.25 Ferner gingen bei der Jüdischen Kolonialbank in London ein! Für das Hebräische Gymnasium in Jaffa: Per Sammelstelle des J. N. F. in Berlin........Jl 17.05 „ Federation of American Zionists, New-York, Mai 1911, Newark, N. J. Bnei u. Bnolh Zion........$ 2 25 Für die Volksküche in Jaffa: Per Sammelstelle des J. N. F. in Berlin........Jl 3. — Für die Notleidenden in Jerusalem: Per Sammelstelle des J, N. F. in Berlin........„ 24.5D Für das Mikro-Biologische Institut in Palästina: Per Federation of American Zionists, New-York, Mai 1911, Los Angelos, Cal. * Per* H. Hureson, donation from H. Fram . ,................. $ 1.— Für den Bezalel gingen ein: Bei der Administration der „Welt" in Köln: Isak Katzner, Krakau, Kr. 5.— =..........Jl 4.2.5 Zionisten in Roslow a. D., Rbl. 25.— =.......„ 54.2:2 Bei der Jüdischen Kolonialbank, London: Per South African Zionists Federation: Spende der Wynberg Zionist Association.....£ 0.1 (M „ „' Roodespoort Zionist Association . . . „ 1.16,4 Bezalel Pevsner Collectiori........... „ 7.19.«6 Bezalel-Institut.................„ 1.1 CM Durch das Jewish National Fund Bureau for America in New-York....................$ 37. H Durch die Federation of Zionist Societies of Canada, Montreal..................• . „ L—