Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 15 (1911)
- Issue
- 28 (14.7.1911)
- Date
- 1911-07-14
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 28 WEDELT 673 Die N. F.-Eingänge des ersten Halbjahres 1911 Ein Freund des Nationalfonds sagte kürzlich in einem Artikel, der Nationalfonds sei wie ein lebendiger Quell, der aus dem .Herzen des Volkes strömt. Je mehr man aus ihm schöpft, desto reicher flieI3t er, — Wenn man unsere statistischen Tabellen vergleicht, die, obwohl aus trockenen Zahlen bestehend, für ienjenigen, der sie mit Interesse und Eifer liest, eine sehr verständliche, sehr erfreuliche Sprache reden, so füllt man die Wahrheit jenes Wortes. Die beiden besten Sammelstellen, die bisher stets die größte Beteiligung an den Einnahmen des Fonds aufwiesen, boten gerade in der letzten Zeit Qrund genug zu der Befürchtung, daß der N. F. in ihren Gebieten Schaden leiden wiintie. In Rußland hat die Sammelstelle aus zwingenden Grün len ihre Tätigkeit einstellen müssen; weit spärlicher als bisher werden die Spenden an das Hauptbüro geleitet, — Österreich ist durch die Reichsratswahlen und deren traurige Begleiterscheinungen stark Ton seiner N. F.-Arbeit abgelenkt worden, — und trotzdem weist unsere Tabelle die stattliche Summe von zirka 223000 Jt auf, das bedeutet gegen das erste Semester 1910 eine Zunahme von zirka 45000 Jt. Wenn man nun in Betracht zieht, daß gegen die geringere Zahl des vorjährigen ersten Halbjahrs das wirklich glänzende Resultat der zweiten Jahreshälfte mit etwa 256000 Jt steht, und wir alle Ursache haben, von den kommenden Monaten, besonders dem belebenden Einfluß des Kongresses auf die Agitationsarbeit in allen Läniern die besten Erfolge zu erwarten, so glauben wir dem Ende des Jahres mit ruhiger Zuversicht entgegensehen zu können. Tabelle I Sammelstelle l. Halbjahr 1911 1. Halbjahr 1910 - 1. Rußland ...-+- 51545.13. .... .49993.91 2. Nordamerika . -h 39 743.11 ......11 418.41 3. Österreich . . — 38 289.81..... 41823.58 4. Deutschland . -h 27 953.27 ...... 25 411.93 5. Südafrika . . -h 12 022.56. ..... 8331.46 6. Kanada . . . -f- 11 801.89 ...... 5 165.08 7. Rumänien . . — 8 303.60 ......10 245.50 8. Ungarn ... -4- 6413.81 ...... 3578.52 9. England ...-+- 4 587.45 ..... 3 890.42 10. Holland . . . 4- 4 326.93 ...... 2 501.34 11. Belgien . . . -f- 3 989.61 ...... 3736.25 12. Kroatien . . . -f- 2 709.74 ...... 1 908.58 13. Bulgarien . . H- 2 432.80 ...... 1 564.93 14. Argentinien . -f- 2 396.94 ...... 531.28 15. Türkei . . . . — 1 493.14 ...... 2 420.32 16. Schweiz ... 4- 1 140.34 ...... 842.87 17. Ostasien ... 4- 947.40 ...... — 18. Frankreich . . -1- 897.35 ...... 519.97 19. Italien . . . . -f- 695.49 ...... 30.20 20. Australien . . — 544.42 ...... 1 222.81 21. Brasilien ...-+- 347.—...... 324.— 22. Ägypten ... 4- 184.44 ...... 81.39 23. Schweden . . -h 136.93 ...... — 24. Serbien . . 29.60 ...... 1 012.50 25. Griechenland . -1- 16.25...... — Wir konstatieren mit besonderer Genugtuung, daß Rußland trotz der Aufhebung der Sammelstelle doch wieder die erste Stelle behauptet. Die testamentarische Zuwendung der Frau Wodonosowa s. A. von zirka 10000 hat den durch die Einstellung der Agitaticonstätigkeit eingetretenen Rückgang der russischen Spenden ausgeglichen. Hiermit ist aufs Neue der Beweis erbracht, daß die Liebe für unsern Fonds in allen Schichten unseres Volkes Wurzel geschlagen hat, und wir hoffen mehr als je, daß die letztwilligen Verfügungen in den Publikationen .des N. F. bald eine ständige Rubrik bilden werden. Österreich hat, offenbar aus dem bereits erwähnten Grunde, durch einen kleinen Rückgang seine seit Jahren behauptete zweite Stelle diesesmal an Nordamerika abtreten müssen; wir zweifeln aber nicht, daß unsere rührige österreichische Zentrale im zweiten Halbjahr, nachdem die Wahlen nunmehr vorüber sind, ihren alten Platz zurückerobern wird. Einen glänzenden Aufschwung zeigt Nordamerika; allerdings ist hier zu berücksichtigen, daß bis zum August vorigen Jahres die Arbeit infolge Desorganisation des Bureaus der amerikanischen Federation, das bis dahin die Sammlungen für den N. F. geleitet hatte, vollständig darniederlag. Im Sommer des vorigen Jahres wurde von Köln aus ein selbstständiges J. N. P.-Bureau für die Vereinigten Staaten in New-York eingerichtet, durch dessen Tätigkeit bereits im zweiten Semester 1910 zirka 40000-,$ eingingen. Für die kommenden Monate, die erfahrungsgemäß immer besser sind als der erste Teil des Jahres, können wir darum von Amerika noch sehr gute Resultate erwarten. Es fällt bei näherer Betrachtung sofort auf, daß in der heutigen Statistik die überseeischen englischen Länder fast durchweg bessere Ergebnisse aufweisen als zuvor. Südafrika steht mit fast einem Drittel Mehrertrag an fünfter Stelle, weil die im letzten Jahre durchgeführte Aktion zugunsten des „Bezalel", welche die meisten Kräfte unserer dortigen N. F.-Organisation in Anspruch nahm und insbesondere eine Propagandatätigkeit für den N. F. in diesem Lande völlig verhinderte, nunmehr beendet ist. Die das Ergebnis des ersten Semesters IQ 10 um mehr als das Doppelte überragende Ziffer von Kanada, womit diese Sammelstelle sich ihren Platz unter den größten N. F.-Zentren nunmehr gesichert hat, ist im wesentlichen der erfolgreichen Arbeit für die Landspende zuzuschreiben. Die dritte größere überseeische Siedlung, Argentinien, weist ebenfalls eine beträchtliche Besserung auf. Bei den andern Sammelstellen ist im wesentlichen ein ständiger Fortschritt zu konstatieren, der besonders bei Bulgarien, Kroatien und England zu begrüßen ist. Leider hat Rumänien trotz seiner pünktlichen gut organisierten Arbeit weniger Einnahme als im Vorjahre, und die N. F.-Zentrale dort wird in den nächsten Monaten besondere Anstrengungen machen müssen, um am Jahresschluß nicht zurückzubleiben. * * Es dürfte interessant sein, den Anteil der einzelnen Sammelmittel an dem Endresultat festzustellen: Tabelle II 1. Halbjahr 1911 1. Halbjahr 1910 1. Allgemeine Spenden . . . Jl 57 662.59 40 956.03 2. Sammelbüchsen . . . . . „ 47 012.76 24 896.13 3. Goldenes Buch..... . „ 40 234.20 61 010.58 . „ 33 953.70 28 518.96 5. Landspenden ...... - „ 18 629.75 — 6. N. F.Marken...... „ 8 258.50 9 533.81 - „ 7 956.05 4 043.41 8. Selbstbesteuerung . . . . . „ 4 989.79 5 801 72 . „ 2 635.09 1 341.85 10. D. u. F.-Wolffsohn-Fonds . „ 1 287.93 — II. Postwertzeichen U.Materialien „ 328.65 — In verschiedenen Publikationen haben wir darauf hingewiesen, daß die Steigerung der Büchsenerträge