Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 15 (1911)
- Issue
- 28 (14.7.1911)
- Date
- 1911-07-14
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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666 DIEMKE LT No. 28 Da die Übertragung der Anteilscheine aus formellen Gründen "nicht früher erfolgen konnte, haben bei der Versammlung ihre Rechte als Anteilinhaber nur die Vertreter des Nationalfonds und Herr Dr. Oppenheimer als die schon bei der Registrierung der Gesellschaft eingetragenen Gesellschafter ausüben können. An dieser Generalversammlung nahmen daher nur folgende Herren teil: Dr.Bodenheimer und D.Wolffsohn als Vertreter desNationalfonds, N. Groß als Bevollmächtigter des Herrn Dr. Franz Oppenheimer. Es wurde die Übertragung von Anteilscheinen auf folgende Herren vorgenommen: Anteil per Jt 4000.— auf Herrn J. Kremenezky, Wien. „ „ 1500.— „ „ Fritz Warburg, Hamburg. „ „ 1500.— „ „ Hermann Marx, Königsberg. „ „ 800.— „ „ D. Wolffsohn, Köln. „ „ 800.— „ „ Moritz S. Wolff, Hamburg. „ „ 800.— „ „ M. Lewin, Antwerpen. „ 500.— „ „ Lippmann Bloch, Breslau. „ „ 500.— „ „ Hermann Hirsch, Berlin. „ 500.— „ „ M. Karlsberg, Hamburg. „ 500.— „ „ Koppenheim & Goldschmidt, Breslau. „ „ „ 500.— „ „ Max Krämer, München. „ „ „ 500.— „ „ Richard Lichtheim, Berlin. „ „ „ 500.— „ „ Sally M. Mainz, Hamburg. „ 500,— „ „ Ludwig Mathiason, Hamburg. „ „ „ 500.— „ „ Jean Fischer, Antwerpen. „ „ „ 500.— „ „ Julius Simon, Mannheim. „ „ 500.— „ „ Notar Dr. Victor, Wandsbeck bei Hamburg. „ „ „ 500.— „ „ Dr. Hans Gideon Hey mann, Berlin. Zur Vermeidung von Mißverständnissen sei bemerkt, daß eine Reihe von Anteilzeichnern, die gleichfalls J6 500.— oder mehr zeichneten, es vorgezogen haben, Genußscheine per ji 80.— seitens des Nationalfonds zu beziehen. Sodann wurde beschlossen, in den Gesellschaftsvertrag folgende Bestimmung aufzunehmen: „Es ist ein Aufsichtsrat zu bestellen; dieser besteht aus mindestens drei und höchstens neun Mitgliedern." Gleichzeitig wurden folgende Herren in den Aufsichtsratgewählt: Dr.M. J. Bodenheimer, Köln; Boris Goldberg, Wilna; S. Kaplansky- Kaplan,Wien; Ing. JohannKreme nezky, Wien; Dr. Franz Oppenheim er, Berlin; A. Simons, Haag; Prof. Dr. O. Warburg, Berlin. Als zweite Änderung wurde in den Gesellschaftsvertrag folgende Bestimmung aufgenommen: „Die Geschäftsführer müssen in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres die Bilanz für das verflossene Geschäftsjahr nebst Gewinn- und Verlustrechnting aufstellen." An Stelle des Herrn Dr. Bodenheimer, welcher sein Amt als bisheriger Geschäftsführer niederlegte, wurden zu Geschäftsführern bestellt die Herren S. Hoofien und N. Groß in Köin und Herr Dr. Arthur Ruppin in Jaffa. Übernahme der Genossenschaft Umdjuni durch die Siedlungsgesellschaft Es gelangte hierauf ein Antrag zur Verhandlung, der der Versammlung seitens der Vertretung der P. L. D. C. in Palästina unterbreitet wurde. Bekanntlich besteht in Umdjuni eine Arbeitergenossenschaft, welche s. Zt. von der P. L. D. C. mittels eines Darlehens des Nationalfonds begründet wurde und die sich in befriedigender Weise entwickelt. Bisher war die Genossenschaft mit ihrem Vieh in einer Hohbarake untergebracht, die inmitten des arabischen Dorfes aufgestellt ist. Nachdem aber jetzt Umdjuni mafruziert worden ist und die ganze Fläche dieses von dem N. F. an die P. L. D. C. verpachteten Landes bewirtschaftet werden muß, ist es unmöglich, länger mit der Barake auszukommen und in dem arabischen Dorfe zu bleiben. Es müssen daher Gebäude errichtet werden, die groß genug sind, um für die Bewirtschaftung des ganzen Landes auszureichen, d. h. es sind Wohnräume für za. 20—25 Arbeiter, Ställe für 10—15 Paar Zugtiere und außerdem Magazine, Geräteschuppen usw. erforderlich. Da die Genossenschaft bisher alle an sie gestellten Erwartungen gerechtfertigt hat, und nach ihrer Struktur mehr in den Tätigkeitsbereich der Siedlungsgesellschaft als der P. L. D. C. gehört, ist es wünschenswert, daß die Siedlungsgesellschaft diese Genossenschaft übernimmt und die erforderlichen Mittel für die Vergrößerung des Inventars und des Betriebsfonds zur Verfügung stellt. Der Nationalfonds soll hingegen die nötigen Gebäude auf seine Rechnung aufführen. Die Siedlungsgesellschaft könnte auf diese Weise ohne" größere Kosten und fast ohne Risiko eine zweite Genossenschaft unterhalten, und die beiden Genossenschaften in Merchawja und Umdjuni könnten sich in ihren Erfahrungen ergänzen. Nachdem bereits vorher auf dem Wege eines schriftlichen Meinungsaustausches betreffs der Errichtung der Gebäude seitens des Nationalfonds einerseits und der P. L. D. C. und der Siedlungsgesellschaft anderseits eine prinzipielle Einigung erzielt worden war, wurden die Geschäftsführer der Siedlungsgesellschaft ermächtigt, mit der P. L. D. C. betreffs Übernahme der erwähnten Genossenschaft und mit dem N. F. bezüglich Verpachtung des Bodens und der Gebäude unter denselben Bedingungen wie in Merchawja zu verhandeln und entsprechende Verträge abzuschließen. Mit Rücksicht auf diese in Aussicht genommene Belastung des Genossenschaftsfonds, der ursprünglich ja nur für eine Genossenschaft in Aussicht genommen war, ergibt sich die Notwendigkeit, die Agitation für den Genossenschaftsfonds fortzusetzen. Es ist zu hoffen, daß in denjenigen Ländern, wo unsere Vertrauensmänner aus verschiedenen uns mitgeteilten Gründen an der Arbeit für diesen Fonds im vorigen Jahre gehindert waren, sie nunmehr das Versäumte nachholen werden. Es dürfte ihnen der Absatz von Anteil- und Genußscheinen um so leichter fallen, als ja beide Genossenschaften jetzt in vollem Betrieb sich befinden und es sich also nicht etwa um ein bloßes Projekt handelt. Plenarsitzung des Zentralkomitees der Zionistischen Vereinigung für Deutschland Am Sonntag den 9. Juli 1911 fand in Berlin eine Plenarsitzung des Zentralkomitees statt, die einberufen war, um zu den tiefgehenden Differenzen, die zwischen den Ortsgruppen Nürnberg, Fürth und Frankfurt a. M. und einem Teil ihrer misrachistischen Mitglieder ausgebrochen waren, Stellung zu nehmen. Das Zentralkomitee beschloß folgende Resolutionen: 1. Das Zentralkomitee mißbilligt es, daß misrachistische Angehörige der Landesorganisation in Nürnberg und Frankfurt a. M. öffentliche zionistische Agitationsversammlungen zu stören versucht und dadurch ihre Pflichten gegenüber der zionistischen Gesamtorganisation verletzt haben. 2. Das Zentralkomitee spricht den Ortsgruppen Frankfurt a. M. und Nürnberg sein Vertrauen aus und erwartet, daß die Ortsgruppen sich in ihrer zionistischen Arbeit nicht beirren lassen werden. 3. Das Zentralkomitee erwartet, daß das Zentralbureau der Föderation Misrachi die Disziplinlosigkeit von Misrachisten in Nürnberg und Frankfurt aufs schärfste rügen und insbesondere jede Gemeinschaft mit den Verfassern des anonymen Frankfurter Flugblatts ablehnen wird. Mitteilung des Zentralbureaus der Zionistischen Vereinigung für Deutschland In der Agitation der letzten Jahre mußten wir den Mangel einer brauchbaren programmatischen Broschüre schmerzlich empfinden, da die frühern Agitationsschriften sich als veraltet erwiesen. Wir geben nun in der allernächsten Zeit eine von Herrn Richard Lichtheim verfaßte Broschüre „Das Progamm des Zionismus" heraus, deren 1. Auflage in 200O0 Exemplare*! gedruckt wird. Wir sind der Überzeugung, daß diese Broschüre die wirksamste Unterstützung der Agitation in den deutschsprachigen Ländern darstellen wird, da in ihr in einer bisher nicht gekannten Weise der Ideenkreis des zionistischen Programms allseitig behandelt wird. Die Broschüre wird 48 Druckseiten stark sein. Der Preis für das einzelne Exemplar ist auf 30 Pf. festgesetzt, 100 Exemplare kosten 20 M, 500 Exemplare 75 M und 1000 Exemplare 100 M. Vorbestellungen nimmt das Zionistische Zentralbureau, Charlottenburg, Bleibtreustr. 49, schon jetzt entgegen. _ Deutschland Berlin. Die Sportabteilung des Turnvereins Bar Kochba be teiligte sich am 25. Juni an der großen Berliner leichtathletischen Konkurrenz, dem Stafettenlauf Potsdam-Berlin. Unsere Sportsleute können mit dem Erfolg zufrieden sein. Unter 38 Mannschaften von Sportsleuten. Turnern und Soldaten placierten sie sich als 22.— Im Sonderwettbewerb der 13 erstmalig teilnehmenden Vereine enden sie an 16. Stelle. Unter 4 erstmalig teilnehmenden Turnermannschaften war die des Bar Kochba zweite.