Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 15 (1911)
- Issue
- 27 (7.7.1911)
- Date
- 1911-07-07
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Zum X. Kongreß Gemäß Beschluß, des IX. Kongresses veröffentlichen wir nachstehend die Namen der Gesinnungsgenossen, welche sich zur Übernahme eines Delegiertenmandates für den X. Kongreß bereit erklärt haben, in der Reihenfolge des Einganges ihrer Meldungen. Wir verweisen bei dieser Gelegenheit auf den § 13 des Organisationsstatuts, der besagt: „Jeder Schekelzahler hat das aktive Wahlrecht zum Kongresse bei erreichtem 18. und das passive Wahlrecht bei erreichtem 24. Lebensjahr." Zionistisches Zentralbureau. Rechtsanwalt Dr. B. Tannenwald, Hamburg. — Rechtsanwalt Dr. H. Epstein, Duisburg.—Frau Dr. Epstein, Duisburg.—Referendar Erich Cohn, Berlin. — Referendar Felix Rosenblüth (V. J. St. Makkabaea), Berlin.—Referendar Isid. Eisberg (V. J. St. Berlin), Köln. —M. Gorsky, Nürnberg. — cand. med. Hugo Eben,Wien (Verein „Theodor Herzl"). — Ed. Pool, Hengeloo(O) Holland. — Frl. Fanny Hildesheimer, Berlin. Max Schatz, Bonn. — Isaac Boschwitz, Berlin. — Dr. jur. M. de Jonge, Köln. — Willy Nothmann, Gr. StreWitz. — Dr. med. EmilSimonson, Westend-Charlottenburg. — GeorgHepner, Berlin. — Dr. Julius Löwenheim, Berlin. — D. Hamburger, Frankfurt a.M. — Dr. phil. Raphael Straus (V. J. St. Makkabaea), Berlin. — Bertram Stern, Wiesbaden. — Kurt Nawratzki, Straßburg i. Eis. — J. Schnelling, Köln. — B. Sanson, Rotterdam. — Dr. S. Schwarzschild, Frankfurt a. Main. — Dr. W. Münk, Berlin. — Dr. S. Hildesheimer, Berlin. — Dr. A. Hildesheimer (V. J. St. Makkabaea), Hamburg. — Abr. Reinhardt, Köln. — Frl. Paula Loeb, Köln. — Karl H. Baer, Köln. —Julius Kaufmann,Eschweiler. — Laszlo Fürst, Berlin. — Erna Fürst, Berlin. — Simon Bader, Dukla. — Dir. M. Levy, Köln. — A. Hofmann, Köln. — Gaston Brunschwig, Basel. — Josef Perlberger, Lemberg. — Susanna Perlberger, Lemberg. — Willi David, Mannheim. — Apotheker Mamlock, Berlin. — J. Kremenezky, Wien. — Max Wollsteiner, Charlottenburg. — Dr. J. Becker, Berlin. — S. Geis, Frankfurt a. M. — S. H. Goldmann, Frankfurt a. M. Siegfried Schmitz, Wien (Verein „Theodor Herzl"). Adolf Reichenthal, Nagyszombat — Bruno S. Adler, Antwerpen. — Dr. Adolf Nathan, Aachen. — Max Sokolowski, Obertyn. — Bertrand Hamburg, Berlin. — Frau Recha Hamburg, Berlin. — Gustav Schwabe, Varel. — Frl. Prof. Mirjam Schach, Paris. — Frau Rechtsanwalt öronernann, Berlin. — Daniel Treu, Essen. — L. Rosenberg, Essen-West. — Referendar Jacob Möller, Altona, (Misrachi). — Dr. S. Franzie-Berenstein, Haag. — Frau Betty Franzie-Berenstein, Haag. — Zahnarzt Curt Block, Ratibor. — N. Torczyner, Antwerpen. — I. H. Wagner, Berlin. — N. Tannenzapf, Berlin. — Gustav Finzi, Troppau. — Dr. Arthur Czeczowiczka, Partschendorf. — Dr. Simon Friedmann, Troppau, — Leo Krieger, Mähr. Ostrau. — Dr. Berthold Oppenheim, Olmütz. — Friedrich Low, Proßnitz. — Prof. Dr. Julius Reach, Gaya. — Prof. Oskar Lieben, Ung. Hradisch. — Prof. H. Stern, Brünn. — Dr. Siegmund Werner, Iglau. — Dr. Michael Berkowicz, Iglau. — Richard Weißenstein, Iglau. — Emil Singer, Iglau. — J. Michalowski, Düsseldorf.— Frau Michalowski, Düsseldorf. — J. KanSzn., Enschede. — Dr. A. Friedemanii, Berlin. — Prof. Hugo Stera Trautenau. — Ernst Fleischer, Gablonz a. N. — M. Lewin, Antwerpen. — Max Kannengießer, Antwerpen. — Paul Diamant, Wien. — Leopold Jacoby, Chemnitz. — Dr. Mossinsohn, Jaffa. — Frau Steffi Propper, Graslitz. — Dr. Walter Werner, Wien („Kadimah"). — cand. med. Gustav Braun, Basel. — Dr. H. Rosenberg, Ancona. — Alois Natzler, Regensburg. — Justizrat Dzialoszynski, Berlin. — Dr. H. Graf, Distriktsarzt, Paskau. — Frau Ernestine Spiegel, Troppau. — Dr. Siegfried Steiner, Preßburg (Misrachi). — cand. med. Jacob Tugendreich, Charlottenburg. — Dr. A. Jacobsohn, Hannover. — Alfred Saiinger, Filehne. — Dr. Emil Mense, Wien. — J, Grunberg, Genf. — E. Torczyner, Wien. — Dr. A.Feigenbaum, Wien. — Dr. A. Chwolles, Altona. — Leo Motzkin, Berlin. — Dr. Arthur Feldmann, Brünn. — Dr. Albert Schönhof, Brünn. — Moritz Levy, Liestal. — E. Roubinovitch, Lausanne. — Prof. Dr. Ad. Kurrein, Tepiitz. Aus Palästina: Bezalel Joffe. — M. Scheinkin. — Dr. Jakob Thon. — Frau Sarah Thon. — Jsrael Beikind. — Jehoschua Eisenstadt. DER ERSTE KONGRESS Von Dr. Max Nordau (Vorwort zu der von der jüd. nat. akad. techn. Verbindung „Barissia" in Prag veranstalteten Neuauflage des Protokolls des ersten Kongresses.) „Wie schön war die Republik — unter dem Kaiserreich!u sagte einer der Begründer der dritten Republik, als sie zwanzig Jahre alt geworden war. Dieser halb ironische und ganz melancholische Stoßseufzer ist vollgeladen mit dem Bedauern des Idealisten, der schmerzlich enttäuscht ist, sein Ideal in der Verwirklichung nicht wiederzuerkennen. Nicht vollständig, doch ein wenig so ergeht es uns mit unserm Zionismus. Wie herrlich war er in seinen Anfängen! Wie wunderbar begeisternd besonders in jenen ahnungsreichen, zukunftsschwangern Augusttagen 1897, als wir uns auf Theodor Herzls Ruf zum erstenmal in Basel versammelten und hochgemut die Wiederauferstehung des Judenvolkes verkündeten! Nicht nur verkündeten, sondern in jeder Faser unsers Herzens als lebendige Wirklichkeit empfanden. Wir 204, aus denen der erste Zionistenkongreß sich zusammensetzte, konnten unmöglich daran zweifeln, daß wir die Vorhut eines Volkes, daß wir ein Volk waren. Wie stark dieses Volk war? Das wußten wir in jenem Augenblick noch nicht und danach fragten wir nicht. Die Zählung konnte einem spätem Tage vorbehalten bleiben. Aber damals und dort fühlten wir die Tatsache, sahen sie, griffen sie mit Händen, daß in uns allen die eine Gemütsbewegung, der eine Wille, der eine Trieb waltete, uns zu einem Volke zusammenzuschließen und fürder als Volk zu leben. Vierzehn Jahre sind seitdem verstrichen. Die Enttäuschung, die dem französischen Politiker die Republik bereitet hat, haben wir am Zionismus nicht erlebt. Das verwirklichte Ideal kann uns nicht durch seine Verschiedenheit vom geträumten betrüben, denn unser zionistisches Ideal ist nicht verwirklicht. Es ist noch immer ein geträumtes Ideal wie vor vierzehn Jahren. Doch selbst als solches hat es in manchen Köpfen und Herzen sonderbare Änderungen erlitten, deren Entschuldigung nicht einmal die notwendig verflachende, verengende Verwirklichung ist. Was hat Herzl gewollt und wofür sind wir mit ihm eingetreten? Ihm und uns schwebte etwas Ganzes, etwas Radikales vor, die wirkliche Palingenesis. Die Erlösung des jüdischen Volkes, das Ende seiner achtzehnhundertjährigen Leiden, die Befreiung von der Schmach und den Ketten der Sklaverei, die Heimkehr der wandernd Irrenden und der in der Fremde widerwillig geduldeten Gäste in das Vaterhaus, die Erhöhung des verleumdeten, verfolgten, verhöhnten, gehaßten, im besten Falle verkannten und unverstandenen Judenvolkes zum Ruhm und zur Ehre von Gesittungsförderern und Schöpfern neuer Geisteswerte, das war das Ziel, auf das wir losschritten, das war die Aufgabe, an deren Lösung zu arbeiten wir den Rütlieid schworen. Wer sich mit weniger zufrieden geben wollte, der war uns