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Die Welt · 1911-06-09 · 23 (9.6.1911) · page 7

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Journal
Die Welt
Volume
15 (1911)
Issue
23 (9.6.1911)
Date
1911-06-09
Page
– (sequence 7)
Language
German
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No. 23 DIE 33[E LT 537 fähigkeit gezüchtete Spielart des homo sapiens ist, soll nicht im mindesten bestritten werden. Aber das ist es gerade, was Sombart hier ablehnt. Mir aber scheint es, als sei von den ihm unerklärbaren Resten noch sehr viel, wenn nicht alles, aus dem Druck der Umwelt abzuleiten. Erstens scheint es mir, als wenn ein Volk, das statt einer Sprache mindestens zwei, meistens drei, oft noch mehr spricht, denn alle ehemals deutschen Juden sprechen yiddisch, alle ehemals spanischen Juden spanisch, neben der Landessprache und dem Hebräischen notwendigerweise zu einem gesteigerten Intellektualismus gelangen muß. Der Gegenstand scheint mir einer eingehenden Betrachtung durch einen Psychologen von Rang würdig zu sein. Dem Mehrsprachigen löst sich das Ding vom Begriff viel stärker ab als dem Einsprachigen, und so gewinnt er eine freiere und höhere Stellung zum Objekt. Vor allem aber läßt sich die geistige Eigenart der Juden sehr wohl verstehen, wenn man sie würdigt als eine verstädterte Oberklasse. Der Städter ist um vieles intellektualer, rationalistischer, traditionsloser, revolutionärer als der schollen- und naturgebundene Landmann. Das ist ein durch alle Menschheit durchgehender, im höchsten Maße geschichtsbewegender Gegensatz. Warum aber sind die Juden immer und überall Städter geworden? Darauf kann man Sombart, der diese Frage als für seine Auffassung entscheidend aufwirft, mit seiner eigenen Feststellung erwidern, daß die Juden der Diaspora sämtlich Mitglieder der Herrenklasse ihres Landes gewesen sind. Und auch das ist allgemeines Gesetz der Soziologie, daß niemals eine Oberklasse zur Knechtsklasse herabgepreßt werden kann. Was einmal von Herrschaft und Leitungarbeit gelebt hat, kehrt nie zur Muskelarbeit zurück. Und so blieb den Juden, die keine Grundherren werden konnten, nur die städtische Kopfarbeit: der Handelsberuf, die Geldleihe und, charakteristisch, der; .rztestand. Diese Erwägungen scheinen mir zu genügen, um die Vorstellung einer von allem Anfang an vorhandenen unverwischbaren Rassenverschiedenheit zwischen den Juden und ihren Gastvölkern zurückzuweisen. Sie sind zu einer Rasse geworden unter Bedingungen, die wir, wie mir scheint, erschöpfend feststellen konnten, und darum ist die Aussicht gegeben, daß die Verschiedenheit verschwindet, wenn die Juden lange genug unter die gleichen Bedingungen gestellt werden, wie ihre Gastvölker. Auch dieser geistreichste aller mir bekannten Versuche einer rassenpsychologischen Geschichtsdeutung ist, so scheint mir, mißglückt. Dennoch kann das prächtige, geistsprühende Buch jedem Juden und Nichtjuden zur Lektüre aufs wärmste empfohlen werden. Es bringt der Gedanken und Tatsachen überaus viele und interessante. Und wenn die Juden auch keine Ursache haben, sich als Urrasse von höherer Begabung einzuschätzen, so können sie doch in edlem Stolze sich ihrer hohen Ahnen rühmen, die auch auf dem Gebiete der Wirtschaft, wie auf dem der Wissenschaft und Kunst überall mit an der Spitze der zivilisatorischen Heerschaar marschiert sind. n!j! Ii o o o o o o o i ooooooojj "^^^^^N;- AUS DER BEWEGUNG £ o o o o o o o I o o o o o o o Zum X. Kongreß Gemäß Beschluß des IX. Kongresses veröffentlichen wir nachstehend die Namen der Gesinnungsgenossen, welche sich zur Übernahme eines Delegiertenmandates für den X. Kongreß bereit erklärt haben, in der Reihenfolge des Einganges ihrer Meldungen. Wir verweisen bei dieser Gelegenheit auf den § 13 des Organisationsstatuts, der besagt: „Jeder Schekelzahler hat das aktive Wahlrecht zum Kongresse bei erreichtem 18. und das passive Wahlrecht bei erreichtem 24. Lebensjahr." Zionistisches Zentralbureau. Heinrich Lederer, Wien. — Rechtsanwalt Dr. B. Tannenwald, Hamburg. — Frau Lina Wagner-Tauber, Berlin. — Frau Rechtsanwalt Lachmann, Königshütte. — Rechtsanwalt Dr. H. Epstein, Duisburg. —Frau Dr. Epstein, Duisburg. — Referendar Erich Cohn, Berlin. — Referendar Felix Rosenblüth (V. J. St. Makkabaea), Berlin. — Referendar Isid. Eisberg (V. J. St. Berlin), Köln. — M. Gorsky, Nürnberg. —cand. med. Hugo Eben,Wien (Verein „Theodor Herzl"). — Ed. Pool, Hengeloo (0) Holland. — Frl. Fanny Hildesheimer, Berlin. — Dr. Ed. Leszynsky, Berlin. — Frau Betty Leszynsky, Berlin — Max Schatz, Bonn. — D. L. Wolffsohn, Memel.— Isaac Boschwitz, Berlin. — Dr. jur. M. de Jonge, Köln. — Oscar Fischer, Antwerpen. — Frau Salom6 Fischer, Antwerpen.—Willy Nothmann, Gr. Strehlitz.—Dr. med. Emil Simonson, Westend-Charlottenburg. —GeorgHepner, Berlin. — Dr. Julius Löwenheim, Berlin. — D. Hamburger, Frankfurt a. M. — Dr. phil. Raphael Straus (V. J. St. Makkabaea), Berlin. — Bertram Stern, Wiesbaden. — Kurt Nawratzki, Straßburg i. Eis.— J. Schnelling, Köln. — B. Sanson, Rotterdam. — Dr. S. Schwarzschild, Frankfurt a. Main. — Dr. W. Münk, Berlin. — Dr. S. Hildesheimer, «Berlin. — Dr. A. Hildesheimer (V. J. St. Makkabaea), Hamburg. — Abr. Reinhardt, Köln, — Frl. Paula Loeb, Köln. — Karl H. Baer, Köln. —Julius Kaufmann, Eschweiler. — Laszlo Fürst, Berlin. — Erna Fürst, Berlin. — Simon Bader, Dukla. — Dir. M. Levy, Köln. — A. Hofmann, Köln. — Gaston Brunschwig, Basel. Josef Perlberger, Lemberg. — Susanna Perlberger, Lemberg. — Willi David, Mannheim. — Apotheker Mamlock, Berlin. — J. Kremenezky, Wien. — Max Wollsteiner, Charlotten bürg. — Dr. J. Becker, Berlin. — S. Geis, Frankfurt a. M. — S. H. Goldmann, Frankfurt a. M. Dr. M. J. Bodenheimer, Köln. — Frau Dr. Bodenheimer, Köln. — Siegfried Schmitz, Wien (Verein „Theodor Herzl"). — Dr. Jakob Klatzkin, Lublin. — Adolf Reicherithai, Nagyszombat. — Bruno S. Adler, Antwerpen. — Dr. Adolf Nathan, Aachen. — Max Sokolowski, Obertyn. — Bertrand Hamburg, Berlin. — Frau Recha Hamburg, Berlin. — Gustav Schwabe, Varel. — Frl. Prof. Mirjam Schach, Paris. — Frau Rechtsanwalt Gronemann, Berlin. — Daniel Treu, Essen. — L. Rosenberg, Essen-West. — Referendar Jacob Möller, Altona, (Misrachi). — Dr, S. Franzie-Berenstein, Haag. — Frau Betty Franzie-Berenstein, Haag. —■ Zahnarzt Curt Block, Ratibor. — N. Torczyner, Antwerpen. — I. H. Wagner, Berlin. — N. Tannenzapf, Berlin. — Gustav Finzi, Troppau. — Dr. Arthur Czeczowiczka, Partschendorf. — Dr. Simon Friedmann, Troppau, — Leo Krieger, Mähr. Ostrau. — Dr. Berthold Oppenheim, Olmütz. — Friedrich Low, Prpßnitz. — Prof. Dr. Julius Reach, Gaya. — Prof. Oskar Lieben, Ung. Hradisch. — Prof. H. Stern, Brünn. — Dr. Siegmund Werner, Iglau. — Dr. Michael Berkowicz, Iglau. — Richard Weißenstein, Iglau. — Emil Singer, Iglau. — J. Michalowski, Düsseldorf.— Frau Michalowski, Düsseldorf. — J. KanSzn., Enschede. — Dr. A. Friedemann, Berlin. — Prof. Hugo Stera Trautenau. — Ernst Fleischer, Gablonz a. N. — M. Lewin, Antwerpen. — Max Karinengießer,Antwerpen. — Paul Diamant, Wien. — Leopold Jacoby, Chemnitz. — Dr. Mossinsohn, Jaffa. — Frau B. Pevsner, Baku. — Frau Steffi Propper, Graslitz. — Dr. Walter Werner, Wien („Kadimah"). — cand. med. Gustav Braun, Basel. — Dr. H. Rosenberg, Ancona. .M . ■u1

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