Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 15 (1911)
- Issue
- 18 (5.5.1911)
- Date
- 1911-05-05
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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DIE 3§KELT \o. 18 Buch bewirkt; das bezügliche Diplom ist auf Veranlassung der Föderation von einem Kölner Maler prächtig in Farben ausgefürhrt und in einer eleganten Ledermappe nach Canada gesandt worden. In einem an das Hauptbureäu des Jüdischen Nationalfonds gerichteten Schreiben hat die Sammelstelle für Canada ihre Befriedigung über die schöne Ausstattung des Diploms ausgesprochen; es war in den Bureaux der größten Zeitung Montreals ausgestellt und wurde von Tausenden von Bürgern der Stadt bewundert. — Das Diplom wird ebenfalls König Georg überreicht werden. Die Landtagswahlen in der Bukowina Am 28. April fanden die Landtagswahlen in der Bukowina ihre Fortsetzung. Es wurde in der Zensuskurie gewählt. Im Wahlbezirk Czernowitz (deutscher Kataster) siegte Dr. Straucher als Majoritätskandidat mit 1335 Stimmen. Zwischen dem jüdischen Minoritätskandidaten Wallstein und dem Deutschnationalen Krehan ist eine Stichwahl erforderlich, ebenso im Wahlbezirk der deutschen Landstädte, wo ein Sozialdemokrat dem Jüdischnationalen Dr. Wender gegenübersteht. Das Mandat der übrigen deutschen Gemeinden fiel an Dr. Fokschaner (Jüdischer Volksrat). Es sind somit bis jetzt bereits fünf jüdischnationale Abgeordnete in den Bukowinaer Landtag gewählt. Deutschland Königshütte. Die zionistische Frauengruppe veranstaltete im April drei Versammlungen. Die erste war eine Mitgliederversammlung, bei welcher eine Gedenkfeier für Herzls Mutter stattfand. Anschliesend hielt Frau Rechtsanwalt Lach mann ein Referat über die augenblicklichen Judenverfolgungen in Rußland. Aus der Palästinanummer der „Welt" wurde ein instruktiver Artikel über landwirtschaftliche Siedlungen verlesen. Es traten fünf neue Mitglieder bei, und einige Nationalfondsbüchsen wurden aufgestellt. — Am 6. und 15. Mai fanden in unseren Nachbargemeinden Bismarckhiitte und Schwientlochowitz zum erstenmale Propagandaversammlungen statt, be- welchen Frau Rechtsanwalt Lach mann über den Zionismus und die Aufgaben einer Frauengruppe referierte. Es traten 30 Mitglieder der Frauengruppe bei, und fastebenso viel Büchsen wurden verteilt. Unsere Frauengruppe hat seit ihrem 1 12 jährigen Bestehen 116 Mitglieder, die sämtlich natürlich Schekelzahler sind. Siegburg. Am Ostersonntag den 16. April 1911 fand im Sitzungssaale der hiesigen jüdischen Gemeinde eine vom Rheinisch-Westfälischen Gruppen verband veranstaltete Versammlung statt, in welcher Herr stud. jur. A. Platz, Köln, einen Vortrag über Assimilation und Gleichberechtigung hielt. In einstündigen, klaren und interessanten Ausführungen verstand es der Redner, sich die Aufmerksamkeit der zahlreich erschienen Gäste zu verschaffen und ein verständnisvolles Interesse für unsere Bestrebungen wachzurufen. Herr Lehrer Seelig, der den Ausführungen des Referenten anerkennende Worte zollte, glaubte einige Bedenken zu äußern, die der Referent in seinem Schlußworte wiederlegte. Der Erfolg dieser Veranstaltung besteht darin, daß es gelungen ist, eine Anzahl Damen und Herren zunächst zu veranlassen, den Schekel zu entrichten, und wir hoffen, im weitern Verlaufe eine kleine Ortsgruppe in Siegburg ins Leben zu rufen. Österreich Aussig. Am 23. April 1911 fand hier eine vom hiesigen Volksverein „Theodor Herzl" veranstaltete Agitationsversammlung statt, bei welcher Herr jur. cand. Herbert Birnbaum (Barissiai aus Teptitz in glänzender Rede über das Thema „Zionismus und Deutschtum" sprach. Auf die mit großem Beifall aufgenommenen aktuellen Ausführungen folgte eine längere Debatte. Die Versammlung trug viel zur Aufklärung bei und gewann dem Zionismus neue Freunde. Auch des Jüdischen Nationalfonds wurde gedacht. Brüx. Das vom Jüdischen Volksverein „Zion" in Brüx veranstaltete Purimfest, u. z. ein Kindel fest und ein bunter Abend, kann in jeder Weise als gelungen betrachtet werden, nachdem es dem Vereine nicht nur pekuniär als auch moralisch einen schöner. Erfolg brachte. Das gut gewählte Programm erzielte lebhaften Beifall und der Besuch war sehr gut. Eger. Der Verein Ahavath Zion veranstaltete am 26, März in sämtlichen Sälen des Frankental-Etablissements ein Kinder-Purimfest, welches sich einer sehr starken Beteiligung zu erfreuen hatte. Die einzelnen Vorträge und Aufführungen fanden den ungeteilte!: Beifall des Publikums und wurden durchweg von Kindern sowie von Gymnasiasten und Realschülern aufs glänzendste ausgeführt. In der am 6. ds. Monats Stattgefundenerl Ausschußsitzung wurde der einstimmige Beschluß gefaßt, dem Kunstgewerbeverein „Bezalel" in Berlin als Mitglied beizutreten. Göding. Verbindung Gamala, Chargenwahlen: cand. ing. Julius Goldschmidt X, cand. mech. Ludwig Reiß X X FX, cand. ing. Siegfried Marchfeld. X X X. Sniatyn. Einen vortrefflichen Vortragsabend bot der hierortige Zionistenverein „Esra" am 1. April mit dem Referate des Gg. Blumer über „die Idee und Bestrebung des Zionismus." In glänzender. Ausführungen zeigte Redner die Bedeutung des Zionismus, wies auf die Wichtigkeit desSchekels hin und Schlott mit der Aufforderung, alle Gg. sollten diese Steuer leisten, damit wir einen Delegierter, zum nächsten Kongreß schicken. Reicher Beifall folgte der Rede. Suczawa. Jüd.-nat. akad. Verein „Tikwah". Chargen wähl: jur. Artur Pin es X, med. Phöbus Tuttmauer XX, jur. Arnoid G 01 d e n b e r g X X X. Griechenland Volo. Der hiesige zionistische Verein „Poale Zion" entfaltet eine rege Tätigkeit, sowohl für die Verbreitung des zionistischen Gedankens, als auch für die Propagierung des jüdischen Nationaifonds. Für den letztern Zweck hat er wie schon vor zwei Wochen in der Nationalfondsrubrik der „Welt" mitgeteilt wurde) ein Flugblatt in griechischer Sprache herausgegeben. Den Bemühungen des Vereins, ist es gelungen, zionistische Gruppen in Athen, Larissa, Chalkis und Trikkala zu bilden. Die solcherart aufblühende Organisation hofft, zum diesjährigen Kongreß eine große Anzahl von Schekeln abführen zu können. Brief aus Konstantinopel (Von unserrn Berichterstatter) Die Reform der Bodengesetzgebung Während die politische Situation noch immer unklar ist, wird das Resultat einer stillen Reformtätigkeit sichtbar, die von höchster Bedeutung für den Staat ist. Das seinerzeit vom Katasterdirektor Mahmud Essad ausgearbeitete große Gesetzesprojekt über die Liegenschaften ist von der parlamentarischen Zehnmänner-Kommission, der es zur Bearbeitung übergeben worden war, in seinem ersten Teile fertiggestellt und dem Kammerplenm unterbreitet worden. Man denkt daran, diesen ersten Teil noch in der gegenwärtigen Legislaturperiode zu verabschieden, damit die Reform nicht länger auf sich warten lasse. Es ist aber kaum anzunehmen, daß die Realisierung wirklich so nahe gerückt ist, weil die Kammer noch sehr viele andere dringliche Aufgaben hat. Die Haupterrungenschaften des vorliegenden Gesetzesprojektes bestehen darin, daß die Bestimmungen über Miri- und Wakufländereien, d. h. Staats- und Kirchen-Domänen, außerordentliche Erleichterungen erfahren haben, so daß sie diese Länder den einfachen Mülkbesitzungen ganz ähnlich machen, ferner darin, daß eben durch diese Neuordnung der Miri- und Wakufgesetze das Hypotheken- und Agrarkreditwesen freie Bahn erhält: vor allem aber wichtig ist, daß endlich juristische Personen anerkannt werden und ihnen das Recht zugestanden wird, Grundbesitz zu erwerben. W r lassen im folgenden den Entwurf in seinem Wortlaute (nach dem „Osmanischen Lloyd") folgen: Gesetzentwurf. Das Eigentum an Liegenschaften. Art. 1. Das Eigentum an Liegenschaften wird ausschließlich begründet durch den sogenannten „Senedi hakani" (Kataster). Für die das Liegenschaftsrecht betreffenden Förmlichkeiten ist einzig und allein die Verwaltung des Katasters zuständig. Art. 2. Die Eigentumstitel besitzen öffentlichen Glauben und können nur durch Urteil für ungültig erklärt werden. Art. 3. Das Eigentum an Grundstücken steht natürlichen Personen zu: Lauf Grund eines Besitztitels, sofern das Grundstück