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Die Welt · 1911-05-05 · 18 (5.5.1911) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
15 (1911)
Issue
18 (5.5.1911)
Date
1911-05-05
Page
– (sequence 6)
Language
German
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404 DIE 3 Pflanzungs- und Ackerbau zu erlernen. Die Ausgabe für Zubau an Zimmern im jetzigen Wohngebäude wäre eine durchaus rationelle Investierung, und die Einrichtung einer solchen Schule, die überaus wichtig ist, würde keine allzu großen Kosten in Anspruch nehmen. Es wurde beschlossen, den Antrag des Herrn Dr. Ruppin im Prinzip anzunehmen, und das Hauptbureau beauftragt, mit Herrn Dr. Ruppin die Frage, in welcher Weise die interessierten Institutionen sich an den Kosten beteiligen sollen, einer Erledigung zuzuführen. Erweiterung von TeI=Awiw Unter dem Namen „Nachlath Benjamin" hatte sich bereits vor längerer Zeit in Jaffa eine Gesellschaft gebildet, die aus Handwerkern, Geschäftsleuten und Angestellten besteht, welche sich zum Ziele gesetzt haben, sich in ähnlicher Weise wie die Mitglieder von Achusath Bajith im Anschluß an Tel-Awiw eigne Heime zu errichten. Die Gesellschaft hat bereits zu diesem Zwecke Boden erworben und ist an den Nationalfonds mit nachstehendem Antrag herangetreten: Der N. F. soll aus den rückfließenden Amortisationsraten von Achusath Bajith sowie ferner aus dem vom seinerzeitigen Darlehen an die A. P. C. in Höhe von 300000 Frcs. restierenden, für die letztgenannte Gesellschaft nicht verwendeten Betrag der Gesellschaft Nachlath Benjamin ein Darlehen von 130 000 Frcs. gegen Garantie der A. P. C. gewähren. Dieses Ansuchen ist sowohl von der A. P. C. wie von Dr. Ruppin und einer Reihe maßgebender^Persönlichkeiten in Palästina wärmstens befürwortet worden. Übereinstimmend wurde auf den außerordentlichen Erfolg von Tel-Awiw hingewiesen, sowie darauf, daß es sich hier nur lediglich um eine verhältnismäßig kurze Verschiebung von Amortisationsraten aus Achusath Bajith handle. Das Direktorium beschloß, die bezüglichen Vorschläge des Herrn Dr. Ruppin im Prinzip anzunehmen und den Vorsitzenden zu beauftragen, die nähern Modalitäten auf dem Wege der Korrespondenz zu vereinbaren. Teppichatelier des Bezalel Die im August v. J. vom Direktorium in Aussicht genommene Summe von Fr. 12 000 für den Zubau eines Teppichateliers hat sich als unzureichend erwiesen. Bei dem Bau des Teppichateliers wurden nämlich auch andere Verbesserungen durchgeführt, indem außer dem großen Teppichatelier noch mehrere andere Räume errichtet wurden. Durch den Neubau hat, nach dem Berichte des Herrn Dr. Ruppin, die Schule sowohl in ihrem innern Betriebe, wie durch den Eindruck nach außen sehr viel gewonnen. Das Direktorium beschloß daher, sich an den Kosten, die nunmehr Fr. 25 500 betragen, mit Fr. 15 000 zu beteiligen, während der Bezalel den Restbetrag tragen soll, und zwar auf Basis der bereits im August v. J. festgesetzten Ratenzahlung. Bezalel-Kolonie in Ben Schämen Zwecks Ausstattung der Kolonie mit einem Bade, Küchenräumen usw. beschloß das Direktorium, das Darlehen an den Verein Bezalel von ursprünglich Fr. 20 000 auf zirka Fr. 27 000 zu erhöhen. Genossenschaft Umdjuni Für die Begründung dieser nunmehr so erfreulich sich entwickelnden Arbeitergenossenschaft hat bekanntlich der Nationalfonds der P. L. D. C. ein Darlehen von Fr. 12 000 gewährt. Auf Antrag der P. L. D. C. wurde beschlossen, die Rückzahlungsfrist auf 6 Jahre zu bemessen und daß die erste Verzinsung und die erste Amortisationsrate am 1. Januar 1912 zu bezahlen sei. Einige Punkte der Tagesordnung, deren Behandlung weniger dringlich erschien, sind infolge Abwesenheit einiger Mitglieder des Direktoriums für die nächste Sitzung vertagt worden. Doch haben die Direktoren, welche teils infolge Krankheit am Erscheinen verhindert waren, teils wie die Herren Dr. Hantke und Ing. Keßler, erst am 27. in Köln eintrafen, zu einzelnen Punkten der Tagesordnung schriftlich Stellung genommen. , Generalversammlung Freitag den 28. April, vormittags, wurde die ordentliche Generalversammlung des J. N. F. abgehalten. An derselben nahmen außer den Direktoren folgende Mitglieder der Genossenschaft Jüdischer Nationalfonds (Keren Kajemeth Le Jisroel) Ltd. teil: die Herren Jean Fischer, Dr. S. J. Franzie Berenstein, Dr. A. Marmorek, A. Podlischewski, Dr. Simon Rosenbaum, J. A. Rosoff und M. Ussischkin. Ferner waren anwesend Herr Sekretär Neumann, London, sowie die Herren S. Hoofien und N. Gross, Köln. Wie bei frühern Anlässen, bei denen die Generalversammlung des N. F. im Anschluß an die A. C.-Sitzungen tagte, wurden auch diesmal die Mitglieder des A. C. eingeladen, an der Generalversammlung mit beratender Stimme teilzunehmen. [ELT - No. 18 Der Vorsitzende des Direktoriums, Herr Dr. Bodenheimer, eröffnete die Versammlung und erstattete zunächst einen ausführlichen Bericht über die Tätigkeit des N. F. in bezug auf die Propaganda, die Organisation und die Verwaltung, aus dem wir folgendes wiedergeben. Eingänge des Nationalfonds Wie aus der veröffentlichten Jahresstatistik für 1910 und der Vierteljahresstatistik 1911 zu ersehen war, sind die Eingänge des N.-F. bisher in ununterbrochenem Steigen begriffen. Mit Genugtuung kann festgestellt werden, daß das Vermögen des Nationalfonds nunmehr die stattliche Summe von drei Millionen Francs erreicht hat. Bemerkenswert ist, daß unsere Vertrauensmänner in letzter Zeit immer häufiger von größern Schenkungen und testamentarischen Zuwendungen berichten können. m Derlei Zuwendungen sind jüngst aus Belgien, England, Rußland, Österreich usw. gemeldet worden, bezüglich welcher erfolgversprechende Verhandlungen teils durch das Hauptbureau direkt, teils durch die Vertrauensmänner geführt werden. Es wird ein gerade aus Petersburg von Gg. Dr. Belkowsky eingetroffenes Telegramm zur Verlesung gebracht, wonach eine dort unlängst verstorbene Dame den N. F. zum Universalerben eingesetzt hatte und daß auf Grund dieses Testamentes der Jüdischen Kolonialbank zu Händen des Nationalfonds ein Betrag von zirka 10000 Ji überwiesen worden sei. Für die bisher entwickelte Tätigkeit spricht der Vorsitzende, Herr Dr. Beikowski, den wärmsten Dank der Versammlung aus. Dr. Bodenheimer fortfahrend: Es ist also trotz der bedauerlichen Störungen in einigen Ländern und namentlich der in Rußland entstandenen Schwierigkeiten zu hoffen, daß auch in diesem Jahre der Nationalfonds zumindest keinen Rückgang zu verzeichnen haben wird. Ein diesbezüglicher Appell des Hauptbureaus an unsere Vertrauensmänner in allen Ländern wurde von den meisten mit der Zusicherung beantwortet, daß sie alles aufbieten werden, um den in den erwähnten Ländern zu befürchtenden Rückgang wett zu machen und die Verwaltung in die Lage zu setzen, die an sie herantretenden großen Aufgaben zu erfüllen. Auch für den Fonds der Siedlungsgenossenschaft laufen fortgesetzt Beiträge ein, die bis jetzt insgesamt die Höhe von 121000 JC erreicht haben. Wenn auch auf unsere Veranlassung die Agitation unter Zionisten eingestellt wurde, so werden die Bemühungen, von Nichtzionisten Beteiligungen zu erlangen, mit Aussicht auf Erfolg fortgesetzt. Organisation der Sammelstellen. Der Bericht gibt sodann einen Überblick über die Entwicklung der Sammelstellen in den einzelnen Ländern, die im großen und ganzen eine erfreuliche zu nennen ist. Das unter einem Board of Directors im vorigen Sommer eingerichtete Bureau in New York entfaltet eine sehr rührige Tätigkeit, und es ist zu hoffen, daß die für die Einrichtung dieser Organisation im Lande der unbegrenzten Möglichkeiten aufgewendeten Mühen und materiellen Opfer sich lohnen werden. Weniger bewährt hat sich das in Ungarn eingesetzte Bureau. Es ist jedoch zu erwarten, daß die im Juni stattfindende Konferenz der ungarischen Zionisten im Verein mit unsern bisherigen Vertrauensmännern einen Weg finden wird, um endlich auch in diesem von jüdischen Massen bewohnten Lande einen angemessenen Aufschwung des N. F. zu* bewirken. Ganz das gleiche gilt auch bedauerlicherweise von England, das den überseeischen Kolonien führend vorangehen sollte, tatsächlich aber von diesen bereits allzu lange in den Schatten gestellt worden ist. Frankreich und Italien erweisen sich unsern jahrelangen Bemühungen, eine wirksame Organisation ins Leben zu rufen, noch immer unzugänglich. Bezüglich Frankreich ist dies um so bedauerlicher, als daselbst Zehntausende von östlichen Juden wohnen und dieses Land überdies berufen wäre, die Agitation auch in den französischen Kolonien, besonders in Tunis, in die Wege zu leiten. In Tunis sowie in Griechenland haben sich neuerdings eine größere Anzahl von zionistischen Vereinen gebildet, und dürfte es demgemäß leichter gelingen, dort Fuß zu fassen. Sammelmittel Die Landspende hat in den überseeischen Ländern, besonders in Canada und Nordamerika, großen Anklang gefunden und dürfte durch das in den nächsten Tagen zur Ausgabe gelangende Landspende-Diplom, das von dem akademischen Maler Ranzenhofer sehr wirkungsvoll angefertigt worden ist, eine wesentliche Förderung erfahren. Die Ausgabe der neuen Palästinamarke hat sich infolge eingetretener technischer Hindernisse verzögert; die Marke dürfte aber in allernächster Zeit erscheinen. Große Anstrengungen widmen wir fortgesetzt der Ausgestaltung der Büchsenorganisation,

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