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Die Welt · 1911-04-07 · 14 (7.4.1911) · page 15

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Journal
Die Welt
Volume
15 (1911)
Issue
14 (7.4.1911)
Date
1911-04-07
Page
– (sequence 15)
Language
German
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„Geographische und archäologische Forschungen in Palästina" im Januar d. J. gehalten hat. Das zweite Heft bringt — natürlich außer reichhaltigen andern, die üorigen Mittelmeerländer behandelnden Beiträgen — einen größarn zusammenfassenden Artikel über die türkischen Eisenbahnen. Rubriken für Verkehrsfragen, Zollwesen, Bankwesen, Finanzunternehmungen, Briefkasten, Büchertisch und Geschäftliche Mitteilungen, in welchen in kür^ern Notizen über allerlei Fragen des Levantehandels usw. Auskunft gegeben wird, finden sich in jeder Njmmir. Da die Zeitung, welche auch von den Behörden zu amt ichen Bekanntmachungen benutzt zu werden scheint, in etwa 15 000 Exemplaren an die Interessenten in den in Betracht kommenden Ländern verschickt wird, so wird sie schon allein wegen ihrer großen Verbreitung, abgesehen von dem gediegenen Inhalt, einen erheblichen Einfluß auf den Levantehandel erringen. Unsern Freunden sei die Zeitschrift ernsthafter Beachtung empfohlen. Rechtsanwalt Dr. Tannenwald, Hamburg. Die jüdische Gemeindevon Elephantine-Syene und ihr Tempel im 5. Jahrhundert vor Christi Geburt von Dr. Norbert Peters. Professor an der philosoph.-theolog. Fakultät zu Paderborn, gr. 8° (IV u. 58) Freiburg 1910, Herdersche Verlagshandlung. 1.50 Mk. Im Jahre 1904 wurden von dem Engländer R.Mond und der Lady W. Cecil zehn lange vorzüglich erhaltene Papyri aus den Jahren 471—11 v.Chr. erworben, die von der Nilinsel Elephantine stammten, ein Teil eines jüdischen Famiiienarchivs. Drei Jahre später fand O. Rubensohn bei seinen Grabungen auf Elephantine drei andere altaramäische Urkunden vom Jahre 408/07 aus dem Archiv der jüdischen Gemeinde von Elephantine-Syene. Auf diesen Dokumenten aufbauend will vorliegendeSchrift eine zusammenfassende Darstellung dessen geben, was wir heute über die jüdische Gemeinde von Elephantine-Syene wissen. Alles andere bisher veröffentlichte, mit diesem Gegenstan Je zusammenhängende Papyrus- und Ostrakamaterial wird berücksichtigt, ebenso die einschlägigen Notizen der alten Schriftsteller. Es existierte demnach im S.Jahrhundert v.Chr. zu Elephantine-Syene eine bedeutende aramäisch redende Judengemeinde. Ihr Grundstock war eine jüdische Militärkolonie, an die sich andere jüdische Ansiedler angeschlossen hatten. Diese ägyptischen Juden erfreuten sich eines gediegenen Wohlstandes. Sie hielten treu zu ihrem Gotte und waren auch propagandistisch für ihre Religion tätig. Auf Elephantine besaßen sie einen eigenen Tempel, der mindestens 115 Jahre gestanden hatte, als er im Jahre 410 auf Veranlassung der Priester des widderköpfigen Clinub zerstört wurde. In diesem Tempel, der ein recht respektabler Bau gewesen sein muß, wurden Opfer dargebracht; er hatte ein Priesterkollegium mit einem Obsrpriester. Aller Skepsis gegenüber der Annahme einer weit über Alexander hinausreichenden ägyptischen Judenschaft ist durch die neuen Quellen ein Ende gemacht. Außerdem ergaben sich interessante Beziehungen zu der Jerusalemer und der samaritanischen Religionsgemeinde, die für die nachexilische Chronologie entscheidend sind. Herders Konversationslexikon ergänzt bis 1910} Unter den großen deutschen »Sfachschl igewerken stellt das Herdersche Konversationslexikon mit in erster Reihe. Da es an Reichh iltigkeit und Zuverlässigkeit voii keinem übertroffin wird, muß man seinen geringem Umfang 9 Bände) wegen der daraus sich ergebenden größern Handlichkeit und Billigkeit (J6 115.—), als einen nicht unwesentlichen Vorzug bezeichnen. Für diese Auffassung spricht auch ein recht temperamentvo.ler Angriff, der im Sommer 1910 in einem großen süddeutschen Blatt gegen die großen »Sechszehnbändigen« gerichtet wurde, die lür schnelle Auskünfte viel zu weitläufig seien und meist unbenutzt daständen. Freilich geht dieser Angriff zu weit, nnd so haben sich denn auch bald Stimmen zur Verteidigung erhoben. Eine davon druclct das Blatt ab. Dtrin wird unter anderm der zu grolie UnV'ang zubegeben, „Dennoch", heißt es weiter, „ist ein gutes, weder zu wenig Bände umfassendes noch allzu bändereiches Nachschlagewerk für den Durchschnitt der Gebildeten geradezu unentbehrlich. . . . Aber es gibt nicht nur Gebiete, die man gründlich zu kennen verpflichtet ist, es gibt auch solche, — und da* sind die meisten, — auf denen man sich eine eingehende Kenntnis überhaupt nicht erwerben kann. Immerhin möchte man doch so viel davon wissen, als zum Verständnis des Zusammenhangs irgendeiner Sache notwendig ist. Hier kommt nun das Nachschlagewerk zu Hilfe. Ich glaube, behaupten zu dürfen, daß es sehr wenige Leute gibt, die alle Aufsätze ihrer Zeitungen ohne Hi fe restlos verstehen können. Da stöiit einem ein Name auf, dort ein Fachausdruck, da ist auf politische Ereignisse angespielt, deren Bedeutung einem fremd ist, die man aber einigermaßen erfassen muß, um den Zusammenhang und den sachlichen Fortgang des Artikels begreifen zu können. Das Nachschlagewerk gibt dann in den meisten Fäl.en Auskunft.11 Das Herdersche Lexikon dürfte den hier gewünschten rechten Mittelweg gerade getroffen haben, hinsichtlich des Umfangs wie des Preises, der um so leichter zu erschwingen ist, als die meisten Buchhandlungen das "Werk gegen niedere Ratenzahlungen liefern. Durch das Erscheinen des IX. Bandes (Ergänzungsband, für sich JiVb.- ) ist der „Herder" bis zur Gegenwart fortgeführt uud bietet auch über die allerjüngsten Ereignisse auf dem Weltiheater sowie die „neuesten" Persönlichkeiten (Staatsmänner, Gelehrte, Künstler, Schriftsteller usw.) zuverlässige Auskunft. Den neuesten Forschungen und ihren Ergebnissen ist gebührende Aufmerksamkeit geschenkt worden. Alle geschehenen und geplanten Veränderungen auf rechtlichem Gebiete — es sei nur an das neue Weingesetz, die Änderungen des Wechselrechts, das Lufiverkehrsrecht, Privatbeamtenrecht, Kinömatographenrecht, Scheckrecht, das einheitliche deutsche Vereins- und Versammlungsrecht, Bauforderungsschutz, Stellenvermittlungsgesetz u. a. erinnert — haben wir berücksichtigt gefunden. Auch auf andern Gebieten zeigt sich überall, daß die Auskünfte aus wohlinformierter Feder geflossen sind, zum großen Teil auf amtlichem Material beruhen. Auf die so häufig gestellte Frage nach der Lage und Größe einer Stadt finden wir auf einer Ortsliste schnelle Auskunft, die nach den letzten Volkszählungen bearbeitet ist und alle Ortschafcen mit mehr als 2000 Einwohnern in Deutschland, Osterreich und der Sjhvveiz umfaßt. Auf praktischen Nutzers zielt auch eine Umrechnungstabelle ab, mit der man nicht nur die Münzen aller für den Weltverkehr in Betracht kommenden inner- und außereuropäischen Staaten ineinander, sondern auch die verschiedenen alten Fußmaße sowie englisch-amerikanische Längen-, Flächen- und Hohlmaße in das metrische System, ebenso moderne in alte Feldmaße und umgekehrt umrechnen kann. — Wir konnten hier aus der großen Masse nur das eine oder andere Gebiet flüchfig streifen. Aber auch sonst gehen Theorie und Praxis einträchtig Hand in Hand und haben ein Werk von höchster Brauchbarkeit geschaffen. Bücher-Einlauf. Lehre, Gesetz und Nation. Eine historisch-kritische Untersuchung über das Wesen des Judentums von Referendar Isaac Breuer. Verlag des „Israelit" Q. m. b. H., Frankfurt a. M. Abraham Geigers religiöser Charakter, I. Teil von Dr. Kaatz, Rabbiner in Zabrze. Verlag des „Israelit" ö. m. b. H., Frankfurt a. M., 1911. Der Geldhandel der Deutschen Juden während des Mittelalters bis zum Jahre 1350. Ein Beitrag zur deutschen Wirtschaftsgeschichte im Mittelalter. Von Moses Hofmann, Rabbiner. Leipzig, Verlag von Duncker & Humblot, 1910. Die hundertjährige Religionskrisis im Judentum in ihrer Bedeutung für das juden-christliche Problem. Von Eliahab. Verlag des Bundes für religiöse Kultur. Für den Buchhandel: Hugo Schildberger, BerlinN vv\, Flensburgerstraße, Bogen 412,1910. Die Juden im Königreich Sizilien unter Normanen und Staufen von R. Straus. Heidelberg 1910, Carl Winters Universitätsbuchhandlung. Jüdisches Vereinsliederbuch, herausgegeben vom Ausschuß der Jüdischen Turnerschaft. III. Auflage, Berlin 1911. Verlag Jüdische Turnerschaft, Alexanderstraße 39. Die Lehre vom Verbrechen im Talmud. Eine juristischdogmatische Studie von Isaak Steinberg, Dr. jur. Sonderabdruck aus „Zeitschrift für vergleichende Rechtswissenschaft", XXV. Band, Stuttgart 1910. Mitteilungen der Deutschen Orientgesellschaft in Berlin. Nr. 44. November 1910. Poems by Ezekiel Leavitt (Sehire Jecheskel Leavitt) NewYork 1910 (Hebräisch). Jüdische Volksbibliothek, Band I: Die Volkszählung und ihre Bedeutung für die Juden. Von Moses Frostig. (Preis 10 Heller.) Leinberg 1910. Verlag des Zionistischen Zentralkomitees (Jargon). Bibliotheka Gedolah. Herausgegeben vom Verlag „Tuschiah *\ Warschau. Heft 35: Zur Geschichte des Rabbinertunis (L'köröth Ha-rabbänüth). Eine Sammlung von Biographien von S. A. Horodezky. II. Teil. — Heft 36: Sämtliche Gedichte von Rabbi Samuel Hanagid, herausgegeben und mit erläuternden Anmerkungen versehen von Dr. H. Brody (^Prag). Warschau 5671 (Hebräisch). Bibliotheka schel „Saphrüth" (Bibliothek des Verlags Saphruth). Nr. 7: Das Buch der Asketen (Sepher Hanesirim). Geschichte der Askese im Judentum. Von Bar-Tobiah. Buch 2. — Nr. 8: Frauen (Nasch im). Eine Erzählung von A. Klatschko. — Nr. 9: Das Buch der Einsamkeit (Sepher hab'didüth). Gedichte von Jakob Steinberg, Warschau 5670 (Hebräisch). R'schaphim. Eine literarische Sammelschrift, redigiert von David Frischmann. Heft 49—50. Warschau 5671 (Hebräisch). Haschiloah, Monatsschrift für Literatur, Wissenschaft und Leben, redigiert von Dr. Joseph Klausner, herausgegeben vom Verlag „Achiasaf", Warschau. Band 23, Heft 3, 4, 5 und 6 (Pischri, Marcheschwan, Kislew, Tebeth). Odessa 5671 (Hebräisch). 1 \ Die nächste Nummer der „Welt44 (Nr. 15/16) erscheint am 12. April in verstärktem Umfang als Passah=Festnummer In der darauffolgenden Woche erscheint keine Nummer der „Welt44. Nr. 17 gelangt am 28. April zur Ausgabe Schluß des redaktionellen Teiles

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