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Die Welt · 1911-03-31 · 13 (31.3.1911) · page 1

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Journal
Die Welt
Volume
15 (1911)
Issue
13 (31.3.1911)
Date
1911-03-31
Page
– (sequence 1)
Language
German
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DIE KÖLN AM RHEIN, KAROLINGERRING 31 ELT ERSCHEINT JEDEN FREITAG ZENTRALORGAN DER ZIONISTISCHEN BEWEGUNG XV. JAHRG. KÖLN, 31. März 1911?mir6 30 "l No. 13. Der X. Kongreß Der X.Kongreß findet vom 9. bis 15. August 1911 (15. bis 21. Ab 5671) in Basel in den Räumen des Stadtkasinos statt. Die gesammelten Schekelgelder müssen bis zum 30. Juni 1911 nach Köln oder an die Zahlstellen des J. C. T. überwiesen worden sein. Für die Wahlen zum Kongreß ist nur die Zahl der bis zu diesem Termin in Köln oder beim J. C T. eingegangenen Schekelgelder maßgebend. Die Wahlen zum Kongreß sollen in der Zeit vom 3. bis 8. Juli 1911 stattfinden. Die Protokolle über die erfolgten Wahlen müssen spätestens bis zum 15. Juli 1911 in den Besitz des Zionistischen Zentralbureaus in Köln gelangt sein. Proteste gegen vorgenommene Wahlen sind sofort nach der Wahl gleichzeitig bei der Landsmannschaft und beim Actions-Comite mit ausführlicher Begründung einzureichen. Nach dem 15. Juli einlaufende Proteste können nicht berücksichtigt werden. Die Protokolle über die Wahlhandlungen sind ordnungsgemäß aufzunehmen. Formulare können von uns in beliebiger Anzahl bezogen werden. Zionistisches Zentralbureau, Köln. Die Sprache der jüdischen Kultur Von Heinrich Loewe *) In Deutschland hatte das Hebräische sehr wenig zu verlieren. Denn die hier einsetzende „Reform" war nur auf Grund der entsetzlichen Unwissenheit der Juden im Jüdischen möglich. Trotzdem hat das Hebräische in Deutschland noch immer einige Einbuße erlitten. Es hat aufgehört, dem Jüdischdeutschen hier die Schrift zu geben. Während man früher die Gebete ohne Verständnis herleierte, kann man sie jetzt auch nicht einmal lesen. Die Jugend steht dem Hebräischen völlig fremd gegenüber. Es gilt als ein Zeichen von Zurückgebliebenheit, Hebräisch gelernt zu haben. Die Bildung steht im umgekehrt proportionalen Verhältnis zur Kenntnis vom Judentum und zum hebräischen Wissen. Der Eintritt der Posenschen Juden in die deutsche Judenschaft hat daran nichts gebessert, sondern die posenschen und westpreußischen Juden in den Taumel, das Hebräische als „ungebildet" zu verleugnen, hineingezogen. Dafür aber hat das Hebräische im Osten äußerlich und innerlich zugenommen. Was es als Gebetsprache eingebüßt hat, hat es vielfältig als lebendige Sprache *) Vgl. „Welt" No. 12. wieder gewonnen. In Galizien macht die Bewegung, die mit Wessely und dem Meassef einsetzt, die erste Station, um dann nach Rußland hinüberzugreifen und eine neue Blüte hebräischer Literatur vorzubereiten. Aber auch die Sefardim des Orients werden in dieses neue Schrifttum allmählich mit hineingezogen. Selbst die Karäer unterliegen seinem Einfluß. Aber das Hebräische macht dabei einen ganzen Umwandlungsprozeß durch. Es wird völlig umgeschmolzen und neugegossen. Zuerst hart und ungeschmeidig, erweicht es allmählich und wird biegsam. Der Stil wird wieder hebräischer. Er nähert sich der einfachen Größe der altbiblischen Schreibart. Dabei wird er erhabener, stolzer, vornehmer und reicher. Neue Wörter werden geschaffen. Neue stilistische Verbindungen gewinnen an Raum. Aber die Neubildungen bleiben im engsten Anschluß an das alte biblisch-klassische Hebräisch. Neue Begriffe finden ihren Weg in das Judentum. Damit entsteht das Bedürfnis nach neuen Begriffssymbolen, die in Wort und Stil nach Ausdruck ringen. Das Hebräische bestrebt sich, alle modernen europäischen Verhältnisse zu umfassen und doch mögä liehst dem Stile der Bibel nahe zu bleiben. Zwar würde 1*

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