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Die Welt · 1911-03-24 · 12 (24.3.1911) · page 17

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Journal
Die Welt
Volume
15 (1911)
Issue
12 (24.3.1911)
Date
1911-03-24
Page
– (sequence 17)
Language
German
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No. 12 DIE1a£ELT 275 bewanderten und für dessen Ideale begeisterten Juden. Man müsse auch gegen den moralischen Niedergang des jüdischen Familienlebens in England ankämpfen. Die osteuropäischen Rabbiner müßten ihre Unabhängigkeit, ja ihre auf unvergleichlich gründlicherer Kenntnis der religiösen Literatur beruhende Suprematie gegenüber den einheimischen „Reverends" und dem Chief Rabbi mit aller Entschiedenheit wahren. Dr. Adler habe mit seiner Erklärung vor Gericht in der Frage des Eherechts dem Judentum außerordentlich geschadet. Demgegenüber sei es Aufgabe der Rabbiner, ihren Standpunkt, der allein dem jüdischen Religionsgesetz entspricht, der Regierung gegenüber zum Ausdrucke zu bringen. Im Anschluß an die Eröffnungsrede entspann sich über die Frage des hebräischen Unterrichts nach der modernen Ivrith Be- Ivrith-Methode eine sehr erregte Debatte.. Schließlich wurde ein Antrag Hur witz angenommen, wonach die alte, seit Jahrhunderten bewährte Unterrichtsmethode beibehalten werden soll. Die Versammlung faßte eine Anzahl Beschlüsse betreffs der Förderung des religiösen Lebens und der Bekämpfung verschiedener Obelstände, die im öffentlichen und Privatleben der englischen Juden zutage treten. Großen Eindruck übte das Referat von Rabbiner Hei man aus Glasgow über die Ehescheidungsfrage. Der Referent wandte sich in überaus heftigen Worten gegen das Vorgehen des Chief Rabbi und schlug eine an die Regierung zu richtende Protestkundgebung vor. Der Londoner Rabbinatsassessor Hyamson suchte den Standpunkt Dr. Adlers zu verteidigen, wurde jedoch durch stürmische Zwischenrufe unterbrochen. Rabbiner Joffe aus Manchester referierte über „Assimilation". Im Anschluß an dieses Referat brachte Mr. Foner den Zionism ir's zm Sprache, und Dr. Fuchs (Liverpool) beantragte gleichfalls, die Konferenz möge sich in einer Resolution für den Zionismus aussprechen. Da sich jedoch dagegen Widerspruch erhob, zog der Antragsteller seinen Antrag zurück. Gegen Schluß der Konferenz traf ein schreiben von Chief Rabbi Dr. Adler ein, worin er ausführt, seine Aussage vor Gericht sei mißverstanden worden. Er habe nicht behauptet, die ausländischen Juden stünden infolge der häufigen Ehescheidungen auf tieferer sittlicher Stufe. Die Versammlung erklärte nach längerer Beratung, sich mit dieser „Interpretation" des Chief Rabbi nicht zufriedengeben zu können und an ihrem Beschluß betr. Überreichung eines Protestes an die englische Regierung festhalten zu wollen. Nach kurzen Referaten über „Sabbat" und „Ritualgegenstände" wurde die Rabbinerkonferenz geschlossen. Sprechsaal Jerusalem-Jaffa, den 21. Löbliche Redaktion der „Welt", Köln. Februar 1911. In Ihrer Nummer vom 3. Februar bringen Sie einen Auszug aus dem „Osman. Lloyd" über eine Jaffaer Korrespondenz, in der u. a. „die von Herrn Dr. Wiesel geleitete Internationale Buch- und Kunsthandlung" erwähnt wird. Ich gestatte mir, Sie höflichst darauf aufmerksam zu machen, daß Herr Dr. Wiesel seit dem 1. Januar aus der Buchhandlung ausgetreten ist und beide Geschäfte, die Jaffaer Filiale sowie das hiesige Hauptgeschäft, sich jetzt in meinem alleinigen Besitz befinden. Jerusalem, 21. Februar 1911. Hochachtungsvoll Ludwig Mayer Alleiniger Inhaber der Internationalen Buch- G. rn. b. H. Jerusalem-Jaffa. und Kunsthandlung Schluß des redaktionellen Teiles Physiologische Nährsalze gegen Diabetes, Nierenleiden und Neurasthenie Eine unerfreuliche Begleiterscheinung unseres fastenden und ruhelosen kulturellen Lebens ist die Vermehrung der Zahl der inuern Krankheiten um die Zuckerkrankheit, die Schwächung und endliche Zerrüttung des Nervensystems und die Katarrhe verschiedenen Krankheiten der Nieren. Die Bekämpfung dieser Übel macht den *rzten viel Sorge. Sie scheint erst durch die Kur mit physiologischen Nährsalzen aussichtsreich, wie sie in der Fabrik Chera -Pharmaz. Präparate Dr. I. Schäfer in Barmen hergestellt werden. Diese Nährsalze dürften besonders das wirkungsvollste Mittel gegen den so weit verbreiteten Diabetes sein, zumal bei ihrer Anwendung die so unangenehme strenge Diät sich erübrigt. Durch die Nährsalze werden insbesondere die Kohlenhydrate in ansteigender Menge dem Körper wieder zugeführt. Auf diese Weise wird fast ausnahmslos eine wesentliche Hebung des Allgemeinbefindens erzielt. Es ist zu betonen, daß diesen physiologischen Nährsalzen die sonst vielfach gegen Diabetes angewandten schädlichen Stoffe wie Salicyl-, Arsen- und Uranverbindungen fehlen. Interessenten erhalten Auskunft und Prospekte bei Dr. I. Schäfer, Barmen, Werterstraße 91. GESCHÄFTLICHE NACHRICHTEN In dieser Hnbrifc werden hastenlas salehe Mitteilungen v er a/fentlicht, die für nnsern JLeserhreis vanInteresse sind, nie An fnähme jeder Natix erfolgt unter Chiffre-Angahe. MPer Verlag der „ Welt" he halt sie Fi ror, Mit» teil im gen, die xnr An fnähme in flieser Rnhrifc nie Hl geeignet erscheinen, ah&nlehnen. rAar Hefardemng van Chi ff rehriefen ist Jettes mal die entsprechende Porta gebühr hei&wlegen. Sämtliche j&nschriften richte man an Verlag „MMie Welt", Main a. Ith., I£.aralingerring &/• W. 412. Rheinische Alpaka-Silberwaren-Fabrik sucht Wiederverkäufer in allen Ländern. W. 413. 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