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Die Welt · 1911-03-24 · 12 (24.3.1911) · page 1

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Journal
Die Welt
Volume
15 (1911)
Issue
12 (24.3.1911)
Date
1911-03-24
Page
– (sequence 1)
Language
German
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ZENTRALORGAN DER ZIONISTISCHEN BEWEGUNG XV. JAHRG. KÖLN, 24. März 1911 immS M'ntV« na Vb n*- 12- Der X. Kongreß Der X. Kongreß findet vom 9. bis 15. August 1911 (15. bis 21. Ab 5671) in Basel in den Räumen des Stadtkasinos statt. Die gesammelten Schekelgelder müssen bis zum 30. Juni 1911 nach Köln oder an die Zahlstellen des J. C. T. überwiesen worden sein. Für die Wahlen zum Kongreß ist nur die Zahl der bis zu diesem Termin in Köln oder beim J. C. T. eingegangenen Schekelgelder maßgebend. Die Wahlen zum Kongreß sollen in der Zeit vom 3. bis 8. Juli 1911 stattfinden. Die Protokolle über die erfolgten Wahlen müssen spätestens bis zum 15. Juli 1911 in den Besitz des Zionistischen Zentralbureaus in Köln gelangt sein. Proteste gegen vorgenommene Wahlen sind sofort nach der Wahl gleichzeitig bei der Landsmannschaft und beim Actions-Comite mit ausführlicher Begründung einzureichen. Nach dem 15. Juli einlaufende Proteste können nicht berücksichtigt werden. Die Protokolle über die Wahlhandlungen sind ordnungsgemäß aufzunehmen. Formulare können von uns in beliebiger Anzahl bezogen werden. Zionistisches Zentralbureau, Köln. Gesinnungsgenossen! Nach langjährigen prinzipiellen Kämpfen hat sich innerhalb unserer Bewegung allmählich die Überzeugung durchgerungen, daß die zionistische Organisation alseines der wichtigsten Mittel zur Erreichung des Endzieles diejenigen Institutionen schaffen muß, welche nötig sind, um die praktische Kolonisation in Palästina ins Werk zu setzen. Der Jüdische Nationalfonds, der dazu bestimmt ist, Boden in Palästina zu erwerben und ihn im dauernden Volkseigentum zu erhalten, ist eine dieser Institutionen. Seine Popularität und damit seine Spendeneingänge sind seit der Verbreitung jener Erkenntnis gewaltig gestiegen, und es steht zu hoffen, daß diese Progression seines Wachstums anhalten wird. Aber es genügt nicht, den Boden als Eigentum des jüdischen Volkes zu erwerben. Der Boden muß bewirtschaftet werden, jüdische Arbeiter müssen auf den zu schaffenden Nationalfondsgütern ausgebildet und durch Gewinnbeteiligung zu späterer Selbständigkeit befähigt werden. Ferner ist es nötig, für Juden, welche eignes Kapital besitzen und nach Palästina übersiedeln wollen, wirtschaftsfähige Parzellen zu schaffen. Zu diesem Zwecke wurde die Palestine Land Development Co. (P. L. D. C.) ins Leben gerufen, eine Aktiengesellschaft mit 50000 Aktien zu einem Pfund. Die P. L. D. C. hat sofort nach ihrer Konstituierung den Nationalfondsgrund am Tiberiassee gepachtet, bepflanzt und eine Musterfarm mit jüdischen Arbeitern (Kinereth) darauf geschaffen, deren landwirtschaftliche Leistungen von den maßgebenden Fachleuten einstimmig anerkannt werden. Ferner hat sie mit Hilfe des jüdischen Nationalfonds schon nach Ablauf eines Jahres eine den Körnerbau betreibende Genossenschaft von Arbeitern mit bestem Erfolge als Pächter in Kinereth selbständig machen können. In diesem Jahre hat die P. L. D. C. eine zweite, Gemüsebau pflegende Arbeitergenossenschaft organisiert. Dieser Versuch bedeutet einen neuen aussichtsreichen Weg zur Selbständigmachung jüdischer Arbeiter in Palästina. Außerdem hat sie eine Baumschule angelegt, den Boden - kauf für Private vermittelt und ist gegenwärtig mit der Einrichtung privater Plantagen beschäftigt. Dieser kurze Oberblick über ihre bisherige Tätigkeit gibt ein klares Bild dessen, was die P. L. D. C. im Rahmen unserer Arbeit bedeutet: Sie ist jene Institution, welche die praktische Kolonisationsarbeit für besitzende und besitzlose Schichten der Judenheit durchführt. Angesichts der eminenten Wichtigkeit der P. L. D. C. für unsere Sache ist es betrübend zu sehen, daß das Verständnis für die überragende Bedeutung dieser Institution noch wenig verbreitet ist und die Werbearbeit für sie bisher nur an einzelnen Orten mit dem nötigen Eifer Betrieben wurde. Allerdings ist im Jahre 1910 von allen Zionisten große Energie für die Beschaffung des Genossenschaftsfonds aufgebracht worden, und um den Sammlungen für diesen Fonds keine Konkurrenz zu machen, hat die P. L. D. C. während des vergangenen Jahres keine größere Propaganda entfaltet. Nachdem aber nun der Genossenschaftsfonds aufgebracht ist, gilt es die frei gewordene Energie auf die P. L. D. C. zu lenken. Es handelt sich bei dieser nicht um Spenden, sondern um Beteiligung an einem Erwerbsunternehmen, dessen Kapital in wertvollem Boden und Pflanzungen investiert wird und das aller Voraussicht nach eine gute Verzinsung abwerfen wird.

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