Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 15 (1911)
- Issue
- 11 (17.3.1911)
- Date
- 1911-03-17
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 11 DIE^ELT H~r> diesen Gesichtspunkten, so ersehen wir, daß dieselben neben gut empfundenen und gut ausgeführten Stellen, die von Talent und Phantasie zeugen, auch solche enthält, die eine gewisse komponistische Unbeholfenheit verraten. So z. B. finden wir im vorliegenden Werke neben wirklich gut erfundenen und originellen Melodien, wie die des „Schomaur w'sochaur" bzw. „baui wescholaum" (Nr. 2, S. 6 u. 7), „mögen owausstk (bis „b'maamorau" Nr. 4, S. 12) oder „mekimi meofor" (Nr. 11, S. 26) auch solche wie das Baßsolo „bekorauw bejomenu" (Nr. 6, S. 16) oder das Sopransolo „w'enenu thirenoh", die sehr naiv sind und in den liturgischen Stil nicht hineinpassen. In harmonischer Beziehung hinterläßt das Werk, wenn es auch darin an gut harmonisierten Stellen, wie dem Anfang der Keduschah (Nr. 6, S. 15) oder dem, bis auf die beiden Schlußakte, gut gearbeitete vierstimmige Kanon „bechazroth" (Nr. 13, S. 33) nicht fehlt, vielfach den Eindruck der Ungeschicklichkeit. Besonders aber lassen manche Stücke bezüglich der musikalischen Form zu wünschen übrig. Der Aufbau eines Musikstückes muß ein, sagen wir, architektonisch-einheitliches Ganzes darstellen. In den vorliegenden Kompositionen aber ist häufig nicht viel von solcher Einheitlichkeit zu finden. Nur das „Haschkiwenu" (Nr. 3, S. 9) kann wohl als Ausnahme in dieser Beziehung gelten. Im allgemeinen ist die Musik des Herrn I. dem Text sehr gut angepaßt und man merkt es Herrn I. an, daß er denselben tief empfindet und daß er sich redliche Mühe gab, den Text musikalisch zu illustrieren, zu erläutern. Wenn aber Herr I. der Meinung ist, daß die Worte „hamagbihi loschowess" ( „der so hoch thront") nur durch ein Schrei im höchsten Stimmregister gut illustriert werden können oder, daß der Text „hamaschpiii lir'oss (der so tief herniederschaut) nur durch ein tiefes Senken der Stimme zu seiner vollen Geltung kommen kann, so liegt darin eine eben nicht sehr geschmackvolle Übertreibung. Den chasanischen Stil beherrscht Herr I. offenbar gut. Dafür sprechen die Rezitative „likrass schaboss" (Nr. 1, S. 2) und „Echod elohenu" (Nr. 9, S. 24). Kadenzen aber, wie die auf die Texte „Korwoh el nafschi" (Nr. 1, S. 3) und „Umoginom huu (Nr. 12, S. 30« gehören wohl nicht in den Gottesdienst. Herr Idelsohn, der sich durch seine rege Tätigkeit als Sammler von jüdischen Volksweisen in Palästina, sowie durch musikschriftstelierische Arbeiten, in das Gebiet der jüdischen Musik und in die hebräische Literatur (siehe z. B. seinen sehr interessanten Aufsatz in „Haschiloah", Heft November-Dezember 1909) vorteilhaft eingeführt hat, zeigte uns im vorliegenden Werke, daß er die Eignung besitzt, sich bei fleißigem Kompositionsstudium auch zu einem tüchtigen Komponisten zu entwickeln. Vorläufig allerdings kann seine Kompositionstechnik und sein musikalischer Formsinn noch nicht als vollendet bezeichnet werden. Wenn Herr Idelsohn dahin gelangen wird, die Konipositionstechnik durch emsiges Studium vollkommen zu bemeistern --- und die vorliegenden Kompositionen berechtigen vollauf zu einer solchen Hoffnung — dann erst werden wir mit freudiger Genugtuung feststellen können, daß wir in Erez-Israel auch einen tüchtigen Komponisten haben. o o o o o o ooooooo] AUS DER BEWEGUNG 1 ooooooo -fr t ooooooo Bilanz und Rechnungsabschluß des zionistischen Zentralbureaus für das Jahr 1909/10 Bilanz pro 30. Juni 1910 AKTIVA Kassa. . .............. J. C. T.-Aktien: öründeraktien......... Gewöhnliche Aktien...... Aktienbelehnungen.......... Beteiligung „Die Welt"........ Jüdischer Verlag........... Diverse Debitoren und Kreditoren . . . Kaution............... Mobiliar............... Depositen des Unterstützungsfonds für die Opfer d. Judenverfolgungen in Rußland: Jewish Colon ial Trust..... Anglo Palestine Company- . . . Palästinaamt.......... Deposito der Herzlstiftung: Jewish Colonial Trust..... Deposito des Mikrobiologischen Instituts: Jewish Colonial Trust..... Deposito der David und Fanny Wolffsohn-Stiftung: Anglo Palestine Company . . . Gewinn- und Verlust-Konto: Saldo der Ausgaben........ Parteifonds: Saldo 1. Juli 1909 Jt 33 920.IC Zuwachs 1909/10. „ 3 812.61 c4 2 053 j 26 1 412 1 50 116 600 j 09 85 042 I 40 5 988 i 25 48 341 199 37 732 71 •M 10 181 j 26 3 465 76 698 28 20 000 — 20 1 11!23 21 153 I45 110! — 3 992 62 207 630 74 31910 80 13 720 35 2 920 20 10 609 i 28 346 503 97 PASSIVA Jewish Colonial Trust........ Jewish Colonial Trust c sep...... Unterstützungsfonds für die Opfer der Judenverfolgungen in Rußland. . . . Herzlstiftung............ Mikrobiologisches Institut....... David und Fanny Wolffsohnstiftung . . -N. :* 66 939 78 23 382 10 207 630 74 31 910 80 13 720 35 2 920 20 346 503 i 97