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Die Welt · 1911-03-17 · 11 (17.3.1911) · page 1

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Journal
Die Welt
Volume
15 (1911)
Issue
11 (17.3.1911)
Date
1911-03-17
Page
– (sequence 1)
Language
German
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DIE »ELT KÖLN AM RHEIN, KAROLINGERRING 31 \f/f ERSCHEINT JEDEN FREITAG ZENTRALORGAN DER ZIONISTISCHEN BEWEGUNG XV. JAHRQ. KÖLN, 17. März 1911 irninb Dd'Wn t"*» No. 11. Zionisten! Der X. Kongreß naht heran. Er wird ein markanter Abschnitt in der Geschichte der zionistischen Bewegung werden. Der X. Kongreß wird eine machtvolle Demonstration der Entschlossenheit und Ausdauer darstellen, mit welcher wir, erfüllt vom jüdischen Volksbewußtsein, der Verwirklichung unserer nationalen Ideale zugestrebt haben; ein Markstein auf dem Wege, den wir mit so vielen Hoffnungen beschritten haben, der uns zu unserm Ziele führt. Wir alle sehen die Bedeutung und Wichtigkeit des X. Kongresses nicht in dem Umstand, daß unser Kongreß zum zehnten Male zusammentritt, sondern in der bedeutsameren Tatsache, daß er eine imposante Manifestation ist für die unwandelbare Treue unseres Volkes zu seinen nationalen Bestrebungen. Schon ein flüchtiger Blick auf die Weltereignisse, soweit sie die Lage des jüdischen Volkes berühren, muß — wenn dies überhaupt noch nötig wäre — unsern Glauben an die tiefgegründete Berechtigung unseres Standpunktes bekräftigen und muß alle Zionisten zu intensivster und entschiedenster Arbeit anspornen. Die Verhandlungen, die vor kurzem in einigen europäischen Parlamenten stattfanden, lehren uns, wie fern noch die Stunde ist, in der die Unterdrückung unseres Volkes aus den Satzungen der zivilisierten Welt verschwinden wird; wie viel ferner noch die Stunde, in der das Ideal der Menschheitsverbrüderung, von der die Dichter singen, zur Wirklichkeit wird. Niemals ward es klarer als heute, im aufgeklärten 20. Jahrhundert, daß dem Judentum ejinzig und allein durch die jüdische Arbeit geholfen werden kann. Dieses Prinzip ist das Fundament unserer Organisation, und wir rufen Euch auf, unsere Organisation durch Eure vereinte Kraft zu stärken und zu stützen. In wenigen Monaten werdet Ihr Eure Delegierten zum Kongreß wählen, die Eure Meinungen in Basel zu vertreten haben werden. Die Anzahl der Delegierten wird ein Maßstab sein für Eure Begeisterung und Euer Pflichtgefühl, denn jeder Delegierte ist der Vertreter von zweihundert Zionisten, die durch die Zahlung des Schekels ein mutiges und offenes Bekenntnis ihrer Treue zum jüdischen Volke ablegen. Deshalb mahnen wir Euch an Eure zionistische Pflicht, den Schekel zu zahlen und das Verständnis für den Schekel, die Grundlage unserer nationalen Organisation, zu verbreiten. Der Betrag des Schekels ist so gering, daß ihn auch der Minderbegüterte leisten kann. Aber das Recht, das er gibt, ist ein hohes: Das allgemeine jüdische Wahlrecht im Golus. Der Schekel ist aber nicht allein ein Zeichen für die Aufrichtigkeit Eures Bekenntnisses; er schafft auch die materielle Basis für unsere administrativen Aufgaben. Wie unsere Ahnen gesagt haben: „Wir können nicht Ziegel ohne Stroh machen!", so sagen wir: Wir können nicht zionistisch arbeiten ohne zionistische Unterstützung. An Euch, Gesinnungsgenossen, richten wir unsern Appell! Zahlt den Schekel! Verbreitet ihn! Zeiget dieser ganzen Welt von Todfeinden jüdischen Lebens und jüdischen Strebens, daß Ihr einig und geschlossen hinter Eurer Leitung steht! Die Zeit ist kurz; denn in wenigen Wochen werden die Wahlen beginnen müssen. Darum nützet die Zeit und sammelt den Schekel! Das Engere Actions-Comite.

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