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Die Welt · 1911-03-10 · 10 (10.3.1911) · page 15

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
15 (1911)
Issue
10 (10.3.1911)
Date
1911-03-10
Page
– (sequence 15)
Language
German
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mindestens 150 Mark wird die lebenslängliche, durch einen solchen von mindestens 300 Mark die immerwährende Mitgliedschaft erworben. Zuschriften und Beiträge sind an das Arbeitsamt für jüdische Akademiker, Berlin C. 25, Dirksenstraße 26—27, zu Händen des Herrn Rechtsanwalts Meseritz zu richten. Ein neuer jüdischer Friedhof in Wien Bekanntlich hatte die Gemeinde Wien, einen Komplex gegenüber dem Neugebäude beim Zentralfriedhofe zur Errichtung eines Flugfeldes in Aussicht genommen. Die Verhandlungen mit dem Grundeigentümer führten" jedoch wegen der Höhe des Kaufpreises v.w keiner Einigung. Nunmehr hat die israelitische Kultusgemeinde diese Grundfläche angekauft, um dort einen neuen jüdischen Friedhof zu errichten. Der Kaufvertrag ist bereits zustande gekommen. Rituelle Verpflegung auf den Schiffen des Osterreichischen Lloyd Einen von den jüdischen Palästinareisenden bisher sehr unangenehm empfundenen Mangel hat die Direktion des österreichischen Lloyd in entgegenkommender Weise abgestellt, indem von nun an auf den Schiffen der Eillinie Triest-Alexandrien sowie der Syrienlinie (Triest-Jaffa) rituelle Konserven geführt werden die unter Aufsicht des Rabbinates der israelitischen Religionsge-' meinschaft in Frankfurt a. M. bereitet sind. Jüdischen Reisenden I. und II. Klasse, welche auf rituelle Verköstigung reflektieren, werden diese Konserven auf Wunsch anstatt der üblichen Schiffskost verabreicht. Die Inanspruchnahme ritueller Verköstigung ist rechtzeitig, d. i. spätestens bei Belegung der Plätze, anzumelden. Die Testamentsbestimm ungen des Lord Sway thling Aufsehen erregen in London die Testamentsbestimmungen des neulich verstorbenen Lord Sway thling, frühern Sir Samuel Montagu, der mit einer Nichte des verstorbenen Sir Moses Montefiore verheiratet gewesen ist. Er war Chef des Bankhauses Samuel Montagu & Comp und 1907 zum Mitglied des Oberhauses ernannt worden. Lord Swaythling legt nicht nur allen seinen Erben die Bedingung auf, beim jüdischen Glauben zu bleiben und nur Personen jüdischen Glaubens zu heiraten, sondern trägt auch den Testamentsexekutoren auf, seinen zwei Töchtern Marion und Lilian bis zu drei Vierteln ihres Anteils zu entziehen, wenn sie fortfahren sollten, das Ref ormJudentum, den sogenannten Liberal Judaism, irgendwie direkt oder indirekt zu unterstützen. Zur Frage der Sonntagsruhe in England Der Jewish Board of Deputies hat eine Zuschrift an den Minister des Innern gerichtet, in der er sich gegen den Vorschlag wendet wonach den Juden, die den Sabbath beobachten, nur unter der Bedingung gestattet sein soll, ihre Geschäfte am Sonntag offen halten zu dürfen, daß sie nur jüdische Kunden bedienen. Der Minister wollte ursprünglich nur für diejenigen jüdischen Kaufleute eine Ausnahme machen, die am Sabbath ruhen und in einer jüdischen Gegend wohnen; er änderte -jedoch nachher seinen Plan und dehnte das Privileg auf alle den Sabbath beobachtenden Juden aus, begrenzte jedoch die Ausnahmebestimmung auf die Bedienung jüdischer Kundschaft. NOTIZEN Kleinsiedlungen in den Kolonien Der „Deutschen Kolonialzeitung" schreibt ein Leser aus einer Mittelstadt der Transvaalkolonie gegen die Anschauung, daß nur Männer mit einem gewissen Kapital für die Besiedlung der deutschen Kolonien in Frage kommen sollen, das folgende, auch für uns sehr Interessante: „Auf diesem Wege werden unsere Kolonien nur sehr langsam unter Kultur gebracht. Ihnen ist ja bekannt, wie die Briten in frühern Jahren durch . Anwerben von armen deutschen Arbeiterfamilien, diesich nach hier verschifften, hier in Südafrika durch deren Arbeit aus unfruchtbaren Steppen blühende Landstriche geschaffen. Freilich haben manche dieser Armen schweres Lehrgeld zahlen müssen, andere sind untergegangen; aber die meisten Kolonisten sind dem Lande zum großen Segen geworden. Sollte dies nicht auch für unsere Kolonien möglich sein? Nach dem südafrikanischen Kriege versuchten die Engländer die Besiedlung Transvaals mit Soldaten (Settiers); Der gänzliche Mißerfolg lag aber an - Menschenmaterial.- Unser jetziges Bureauministeriuni hat eine11 anaern Weg eingeschlagen, der vielleicht auch Für unsere Kolonien von Bedeutung sein dürfte: nämlich Buren unier fester fachmännischer Leitung auf einer Versuchsfarm anzusiedeln, um sich dort einzuarbeiten, bis sie sich selbst Grund pachten oder kaufen können. Ich will hier versuchen, meinen Bericht für die Versuchsfarm (soweit es für unsere Kolonien iehrreich ist), wie ich ihn seinerzeit nach meinem Besuch daselbst, der „Volksstem" zugesandt, wiederzugeben: Oft schon hatte ich von Arbeiterkolonien gehört, mir aber nie ein rechtes Bild von dieser Arbeitsstätte (Lagersdrift) machen können. Im August 1910 führte mich meine Anntsreise nahe an Lagersdrift vorbei, und ich ließ mir diese günstige Gelegenheit nicht entgehen, die Arbeiterkolonie zu besuchen. Ich war freudig erstaunt über das, was ich da gesehen. Mynheer van Wyk, der Superintendent der Ansiedlung, gab mir bereitwillig Ein bliest in die Administration und kurzen Bericht über die Erfolge seiner Arbeit. Da aber Selbersehen der beste Lehrmeister ist, so benutzte ich meine sehr bemessene Zeit, einen Teil der Anlagen zu sehen, die sich längs der Flußniederung hinziehen. Oberhalb, nahe dem felsigen Boden, steht ein nettes kleines Haus, von dem Bewohner selber erbaut. Die Regierung gibt nur Wellblech zum Decken, Bauholz, Türen und Fenster, ein Hofraum umgibt das Gebäude. Unterhalb dieses Hofes ist ein Obstgarten, nach unten zu begrenzt von einer starken Wasserschloot, die zur Berieselung von Winterländereien dient, deren jede Haushaltung etwa 5 bis 6 kapsche Morgen besitzt. Außerdem hat jede Haushaltung noch 50 kapsche Morgen für Trockenländereien. Dies das Bild einer Farnilienansiedlung. Gegen 800 Morgen können unter Wasser gesetzt werden, so daß sich hier etwa 100 Familien niederlassen können. Dazu sind noch etwa 5000 Morgen für Trockenländereien bestellbar. Da die ganze Anlage 9000 Morgen groß ist, bleibt noch genug Raum für Weideland. Ich vermißte aber jegliche Aufforstung, die zur gesunden Entwicklung solcher Anlagen unerläßlich ist. Ein Laden besorgt den Umsatz und die Bedürfnisse des Lebens. Eine Post sorgt für die Verbindung mit der Außenwelt, und in einem allen Ansprüchen der Gesundheit und Erziehung gerecht werdenden Schulgebäude werden die 100 Schüler von fünf Lehrern und Lehrerinnen in allem Wissenswerten erzogen. Diese Schule hat einen Vorzug vor vielen andern Landschulen, daß die Kinder schulgemäß auf den Gartenbau angewiesen werden, und ihnen somit von Jugend auf der Segen des Landbaues praktisch zum Bewußtsein gebracht wird. Von Bedeutung ist, daß die Ansiedler ihren Boden ohne Hilfe von Kaffern bestellen müssen, sie werden dadurch zur Selbständigkeit erzogen. Die Regierung hat hier eine Stätte geschaffen, die von unberechenbarem Wert für das Land ist, nämlich eine praktische Ackerbauschuie, die aus armen Afrikanern Kleinbauern heranzieht und dem Land fremde Elemente überflüssig macht." Schluß des redaktionellen Teiles Rasierapparate. Die Finna R o h. M i d d e 1 d o r i" i n S ol i n g cn (Deutschi. ist die erste und älteste deutsche Fabrik zweischneidiger Rasierapparate und hat mit diesen Apparaten in Deutschland, speziell in Solingen, einen ganz neuen Industriezweig eingeführt. Die Firma Middeldorf hat es verstanden, ihren Apparaten den guten Ruf und die rege Nachfrage zu erhalten, so daß es noch keiner Konkurrenz gelungen ist, die Qualität, Brauchbarkeit und Schneidfähigkeit der Middeldorfschen Apparate, verbunden mit vornehmer und eleganter Verpackung, zu überflügeln. Der hauptsächliche Grund liegt wohl mit in der Klinge. Als letzte konktirrenzlo.se Neuheit bringt die Firma Middeldorf jetzt den Lätitia-l\ass4erapparat in den Handel, welche Patent angemeldet und schon teilweise patentiert Deutsches Reichs-Patent Nr. England ., „ Ii 138 Frankreich v „ 102 852 U.-S. Amerika 501 43b Rußland _ _ 31) ARS allen größern Staaten zu st. Spanien Osterreich Ungarn Italien Belgien Patent Nr. io 52v> 1 20 164 ,. 304 207 „ 210 130 Was an Praktischem, Sinnreichem zu erreichen war, was in hygienischer Beziehung, also in bezug auf Reinlichkeit und Sauberkeit möglich zu machen gewesen ist, das vereinigt sich in diesem Apparate zu einem einzigen Werke. .,Lätitia;i vereinigt Rassierapparat, zwölf zweischneidige Reserveklingen, einen feinsten w eichen Rasierpinsel, feinste Rasierseife, alles zusammen in einem Etui und doch wieder jedes so praktisch und sinnreich voneinander getrennt» daß ein Unsauber- oder Feuchtwerden des Etuis, ein Anlaufen des feinen und dreifach versilberten Apparates oder Rosten der Klingen vollständig ausgeschlossen ist. Pinsel und Seife sind in einer separaten Metallhülse von dem übrigen Inhah luftdicht abgeschlossen, so daß jede Möglichkeit eines Eindringens von Feuchtigkeit in das Etui, selbst wenn Pinsel und Seife vom Rasieren noch ganz naß sind, undenkbar ist. Nachweislich absatzfähigen Engrosfirmen kann evtl, Alleinverkauf für ein Land übergeben werden. Zur Messe in Leipzig: Meßpalast „Hansa", I.Etage, Stand 75B. Aus: Carpenters Kindererziehung. Die Schule greift mein Kind so sehr an; was kann ich dagegen tun: Diese Frage stellt die besorgte Mutter so oft dem Arzte, und zwar meisterst dann, wenn die Erscheinungen der Abspannung derart geworden sind/ daß der Arzt dem Kinde für Wochen den Schulbesuch untersagen muß.

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