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Die Welt · 1911-02-24 · 8 (24.2.1911) · page 1

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Journal
Die Welt
Volume
15 (1911)
Issue
8 (24.2.1911)
Date
1911-02-24
Page
– (sequence 1)
Language
German
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ZENTRALORGAN DER ZIONISTISCHEN BEWEGUNG XV. JAHRG. KÖLN, 24. Februar 1911 . pninb DoWn vnw 1*3 No-8< ZIONISTEN! In kaum einem halben Jahre werden wir uns zum Zehnten Kongreß versammeln. Die Organisation wird wieder vor dem jüdischen Volke Zeugnis abzulegen haben für die Energie ihrer Arbeil, für die Kraft ihres Willens, für die unantastbare Einheitlichkeit ihrer nationalen Ideale, für die Festigkeit ihrer Grundsätze und für ihre politische Reife. Zum zehnten Male, seit das jüdische Volk sich seine Tribüne in Basel geschaffen hat, schreitet Ihr an die Wahlurne, um Euer höchstes Recht, Euer jüdisches allgemeines Wahlrecht auszuüben, Eure Delegierten nach Basel zu entsenden, damit sie dort Eure Wünsche vertreten und zusammen an großem, heiligem Werke arbeiten. Diese zehnte Legislaturperiode des Parlaments, das wir uns errichtet haben, findet sehr ernste Fragen vor, die sie wird lösen müssen. Sie soll die notwendig gewordene Revision unserer Verfassung, unserer Organisationsbestimmungen durchführen. Die Erkenntnis von der Wichtigkeit der Organisation, der Zusammenfassung aller Kräfte zur Erreichung eines einzigen Zieles, ist uns allen gemeinsam. Die Organisation ist das Kraft erzeugende und Kraft aufspeichernde Schwungrad, das niemals rasten darf, soll nicht die Bewegungsenergie zum Halt kommen. Hierzu müssen aber die nötigen Mittel bereitgestellt werden. Dies ist bisher nicht geschehen. Der Schekel, der die Grundlage unserer nationalen Musterung bildet, ist nicht voll eingegangen. Wäre dies geschehen, so hätte man nicht den Gedanken der Besteuerung, der so vielen nicht sympathisch ist, zur Diskussion stellen müssen. Der Schekel ist der sichtbare Maßstab Eures Interesses an der Organisation. In Zweihundertschaften wählen wir Zionisten, und die Schekelquittung ist zugleich der Stimmzettel und eine wesentliche Voraussetzung für die Beurteilung der Stärke unserer Reihen, weil er sie äußerlich erkennbar macht und der Leitung die Möglichkeit gibt, ihre Aufgaben zu erfüllen. Die Neugestaltung unserer Leitung gehört gleichfalls zu den wichtigsten Fragen des bevorstehenden Kongresses. Der Fortschritt unserer Bewegung wird durch die Arbeit der neu zu schaffenden Leitung bedingt werden. Die Wichtigkeit dieser Angelegenheit macht eine starke Beteiligung der Delegierten an dem Kongreß notwendig. Jeder Zionist wird deshalb sein Wahlrecht ausüben, das ihm als Schekelzahler zusteht, wenn er durch seinen Delegierten den Rechenschaftsbericht der Leitung entgegennehmen und die vor uns liegenden Aufgaben vorbereiten will. Wir werden unserm Ziele nur dann näherkommen, wenn wir unerschütterlich unsere Arbeit fortsetzen, wenn unsere Arbeitsfreudigkeit und treue Pflichterfüllung mit den wachsenden Anforderungen stets gleichen Schritt hält. Der demokratische Grundzug unserer Bewegung fordert gleiche Pflichten bei gleichen Rechten. Der X. Kongreß, der eine machtvolle eindringliche Manifestation des zionistischen Wollens werden soll, wird am 9. August zusammentreten. Es wird also, um die Wahlen ordnungsgemäß durchzuführen, der Schluß des Schekeljahres schon in wenigen Monaten erfolgen müssen. Darum verliert keine Zeit und sammelt den Schekel ein! Das Engere Actions^Comite David Wolffsohn.

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