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Die Welt · 1911-02-10 · 6 (10.2.1911) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
15 (1911)
Issue
6 (10.2.1911)
Date
1911-02-10
Page
– (sequence 8)
Language
German
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ELT No. f> 126 im August d. J. in Basel abzuhalten, hat das E. A. C. wegen der Festsetzung des genauen Kongreßtermins eine Rundfrage bei den einzelnen Landesorganisationen und Föderationen veranstaltet. Auf'Grund der hierauf eingegangenen Äußerungen hat das E..A. C. beschlossen: Der X. Kongreß wird zum 9. bis 15. August 1911 nach Basel einberufen. Xachdem das Actions-Comite auf seiner letzten Sitzung beschlossen hatte,anläßlich des Kongresses, wenn möglich, eine Ausstellung zu veranstalten, welche die kolonisatorische Tätigkeit in Palästina und die national-kulturelle Arbeit in Palästina und in der Diaspora veranschaulichen sollte, sind bei mehrern maßgebenden Faktoren, im besondern bei dem Palästina-Amte, Auskünfte und Gutachten über die Veranstaltung einer solchen Ausstellung eingeholt worden. Auf Grund der eingelaufenen Antworten, im besondern des vom Palästina-Amte erteilten Gutachtens, hat das Engere Actions-Comite beschlossen, von der Veranstaltung einer Kolonisations-Ausstellung Abstand zu nehmen. Dagegen sollen der Jüdische Xationalfonds, der Bezalel, sowie alle interessierten Kreise aufgefordert werden, anläßlich des Kongresses in Basel auszustellen; das Actions-Comite wird hierfür einen an das Stadt-Kasino in Basel vor kurzem angebauten größern Saal zur Verfügung stellen und die Aussteller auch sonst in jeder Weise fördern. Die Veranstaltung einer Ausstellung, welche" die national-kulturelle Arbeit in Palästina und in der Diaspora veranschaulichen soll, hat sich aus mehrern Gründen, im besondern wegen der Kürze der hierfür zur Verfügung stehenden Zeit, als unmöglich herausgestellt. Uber die Finanzlage der Organisation, den Neu-Entwurf des Organisationsstatuts, die Lage der Bewegung in der Türkei und andern Ländern sowie über weitere interne Angelegenheiten wurden eingehende Beratungen gepflogen. Bs wurde beschlossen, das Große Actions-Comite zum 28. März d. J. und den folgenden Tagen nach Berlin einzuberufen. Auf die Tagesordnung der Actions- Cnmite-Sitzung. die im wesentlichen festgesetzt wurde, soll auch die Frage der Konzentration der Palästina- Sammlungen gesetzt werden. Bei Gelegenheit der Actions-Comite-Sitzung werden auch Sitzungen des J. N. F. stattfinden. Für das Hebräische Gymnasium in Jerusalem wurden aus den Mitteln des Kulturfonds Frs. 1000 bewilligt. Zur Angelegenheit York-Steiner Im Briefkasten in Nr. 52 voin 30. Dezember 1910 hatten wir mitgeteilt, daß wir eine Zuschrift des Mährisch-Schlesischen Distrikts-Komitees, sowie eine Zuschrift des Herrn Dr. Egon Zweig in Wien, die sich beide auf den letztveröffentlichten Brief des Herrn York Steiner bezogen, nicht abdrucken könnten. Die beiden Zuschriften schienen in ihrem Inhalt unserer Ansicht nach über den Rahmen einer Richtigstellung der Angaben des Herrn York-Steiner hinauszugehen. Sowohl das Mährisch-Schlesische Distrikts-Komitee als auch Herr Dr. Zweig haben inzwischen unsern Wünschen nach dieser Richtung hin Rechnung getragen, und wir nehmen selbstverständlich keinen Anstand, jetzt ihre Zuschriften zu veröffentlichen. Nachdem jedoch der Präsident des Westösterreichischen Zentral- Komitees. Herr A. Böhm, nunmehr beim AC den Antrag auf Einsetzung eines Ehrengerichtes gestellt hat, sind wir bis zum Spruch dieses Ehrengerichtes nicht in der Lage, irgend eine weitere Zuschrift in dieser Angelegenheit zu publizieren. Nachstehend die beiden Zuschriften: Die in Nr. 51 der „Welt" vom 23. Dezember 1910 veröffentlichte Zuschrift des Herrn H. York-Steiner enthält u. a. die Sätze: „Vor dem Kongreß schrieb ich an einen Herrn des mährischschlesischen D. K. einen Brief, in welchem ich die verfehlte Politik der leitenden Herren in Wien sehr scharf charakterisierte und ihr Verschulden in der Affäre Oskar Marmorek klarlegte. Dies geschah als Verteidigung gegen den Vorwurf, daß wir alten Zionisten nicht genügend arbeiten. Infolge dieses Briefes erhielt ich vom westösterreichischen Z. K. einen beleidigenden Brief nach Jerusalem nachgesandt mit der Aufforderung, mich einem Schiedsgericht zu stellen." Diese Sätze enthalten für jeden Uneingeweihten den Vorwurf der Indiskretion, welcher gegen ein Mitglied des mährisch-schlesischen D. K. erhoben wird, als wäre ein Privatbrief des Herrn York-Steiner gegen ihn mißbraucht worden, um ihn beim west-österreichischer Z. K. zu denunzieren. Demgegenüber stellen wir hiermit fest, daß jener von Angriffen gegen die damalige Leitung des west-österreichischen Z. K. erfüllte Brief des Herrn York-Steiner ausdrücklich an das,,Mährisch-schlesische Distrikt-Komitee" gerichtet ist, daß somit dieses als zionistische Behörde angerufen wurde. Des weitern aber stellen wir fest, daß jener Brief mit Wissen des Herrn York-Steiner von uns dem west-österreichischen Z. K. vorgelegt wurde; Herr York-Steiner hat in einem zweiten wieder an das Mährisch-schlesische D. K. gerichteten Schreiben zur Kenntnis genommen, daß wir zur Klarstellung der Angelegenheit ein Ehrengericht verlangen, und sich ausdrücklich damit einverstanden erklärt. Die beiden Briefe des Herrn York-Steiner befinden sich in unsern Händen. Wir halten die Veröffentlichung der vorstehenden Zeilen für notwendig, um unsere Haltung in dieser leidigen Sache vor einer unrichtigen Beurteilung zu bewahren, danken Ihnen für Ihr freundliches Entgegenkommen und zeichnen mit Zionsgruß hochachtend Mährisch-Schlesisches Distrikts-Komitee. Geehrte Redaktion! In No. 51 der „Welt" ex 1910 begründet Herr Heinrich York- Steiner, warum er im November 1910 der Jahreskouferenz erklärte, daß er sich in seinem Konflikte mit den Herren Böhm und Dr. Margulies — entgegen seinen früheren Wünschen — dem vom Aktionskomitee einzusetzenden Ehrengericht nicht mehr unterwerfen wolle. Der Grund sei der, daß ich jenem Ehrengericht den Respekt versagt und so Disziplinbruch begangen habe. Diesen Vorwurf muß ich abwehren. Nachdem ich nicht erst aus dem „Neuen Wiener Journal" vom 7. Juli 1910, sondern als Augen- und Ohrenzeuge beim Bezirksgericht Josefstadt in St. S. im Ehrenbeleidigungsstritte Steiner contra Freund vernommen hatte, daß Herr Steiner durch diesen Prozeß bloßgestellt werde, hielt ich es für meine Pflicht, hiervon sofort dem Zentralbureau Mitteilung zu machen, damit das Ehrengericht über die Person des Herrn Steiner informiert wäre. Da aber das Ehrengericht noch gar nicht konstituiert war und daher dieses neue Material noch nicht an sich gezogen hatte, war ich berechtigt, die vorläufige Prüfung desselben der Wiener Lokalorganisation vorzubehalten, der es ja nicht gleich sein kann, wer ihr Mitglied ist. Es war nur loyal, wenn ich zugleich die Kopie meines Rapportes am 14. Juli Herrn Steiner übersandte, damit er seine Rechtfertigung beschleunigen könne. Diese Schritte hatte ich spontan — ohne Vorwissen der Herren Böhm oder Dr. Margulies — getan. Da Herr Steiner noch am 17. Juli seinen Austritt aus der westösterreichischen Organisation anzeigte, brauchte ich in dieser Sache keine Hand mehr zu rühren und habe sie auch nicht gerührt. Hochachtend Dr. Egon Zweig derzeit Obmann der Sammelstelle Österreich des J. N. F. Wien, 23. Dezember 1910. Deutschland Berlin. Die hier ansässigen Zionisten aus den Ostländern Europas (Rußland, Ostösterreich, Rumänien usw.) haben in letzter Zeit einen zionistischen Verein „Kadimah" (Gruppe der B.Z.V.).gegründet der ein Sammelpunkt aller ostländischen Zionisten sein soll

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