Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 15 (1911)
- Issue
- 3 (1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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68 DIEl^ELT No. 3 Wie schon erwähnt, steht Rußland, wo unser Direktor Dr.Tschlenow in zielbewußter und aufopfernder Weise die Sammelstelle leitet, wieder in erster Reihe, obwohl es gegen das Vorjahr um 18000 J6 zurückbleibt. Außer den angeführten Hindernissen, durch welche die Sammeltätigkeit beeinträchtigt wurde, kommt noch hinzu, daß die Spende von Frau Klur mit 3000 Jt in das Jahr 1909 fällt. Auch der scheinbare Rückgang von Rumänien ist zu erklären durch die (infolge der außerordentlichen Spende von 24000 Jt) auf eine ungewöhnliche Höhe geschnellte Endsumme des Jahres 1909; wenn in diesem Lande vorläufig auch kein Fortschritt zu verzeichnen ist, so ist der unermüdliche Eifer unserer dortigen Sammelstelle unter der tüchtigen Leitung des Gesinnungsgenossen Heinrich Schein doch durchaus anzuerkennen. Leider ist England infolge unsystematischer Organisation der Sammlungen in den Provinzen auf die Hälfte seiner vorjährigen Erträge gesunken. Die neu eingerichtete Sammelstelle unter der Leitung unseres Direktors, Herrn Keßler, hat aber gut zu arbeiten begonnen und ward sich hoffentlich ihren frühern Platz bald zurückerobern. Der kleine Rückschritt Belgiens ist wohl auf Kosten seiner ausgezeichneten Arbeit für den Genossenschaftsfonds eingetreten; unser wackerer Vertrauensmann Fischer stellt uns indessen schon für die nächste Zeit Spenden in größerer Höhe in Aussicht. Die kürzlich in vielen Städten Hollands stattgefundenen Nationalfondsausstellungen werden die Stimmung dort sicherlich bedeutend zu unsern Gunsten beeinflussen und die Arbeit des langjährigen Sammelstellenleiters, Herrn H. Aronowitz, wesentlich fördern, so daß der Stillstand des letzten Jahres sich in einen Fortschritt verwandelt. Die verspätete Rimesse des Jahres 1910 hat Argentinien um 1100 gegen 1909 zurückgehen lassen, doch sind die Sammlungen dort im wesentlichen auf dem Niveau des Vorjahres geblieben. Das ziemlich geringe Ergebnis in Bulgarien muß von dem ständigen Wechsel der dortigen Kommission hergeleitet werden; wir nehmen an, daß die neue Kommission und an ihrer Spitze Bankdirektor Isac Avramoff recht viele Erfolge im kommenden Jahr erzielen werden. Bei den kleinem Landeszentralen, wie Ägypten, Italien, Griechenland und Ostasien, verändern sich die Ziffern meist nur infolge verspäteter oder pünktlicher Ablieferung; von einem Port- oder Rückschritt läßt sich hier kaum sprechen. Ein erfreulicheres Bild bieten diejenigen Länder, die eine Vermehrung ihrer Sammlungen aufzuweisen haben. Den relativ und absolut größten Zuwachs im vergangenen Jahre zeigt Osterreich; obwohl hier ein Teil auf die Cahane-Stiftung entfällt, geht doch unsere dortige Sammelstelle unter der bewährten Leitung des Gg. Dr. Zweig in Bezug auf die musterhafte Organisation der Arbeitskräfte und denkbar intensivste Ausnutzung von Sammelgelegenheiten allen Sammelstellen voran. Auch Deutschland, das bei der Arbeit für den Qenossenschaftsfonds Hervorragendes geleistet hat, ist bei den N. F.-Sammlungen in ständigem Aufstieg begriffen, und wir haben zu der mit großem Eifer arbeitenden Kommission, an deren Spitze die Herren Wollsteiner und Erich Cohn tätig sind, das Vertrauen, daß sie die Erträge auf eine Höhe bringen werden, die der großen Bedeutung der deutschen Organisation für den Zionismus entspricht. Seit der Neuordnung der Bureaux in Nordamerika ist der Ertrag dieses Landes zwar bedeutend gestiegen, doch müssen die Einkünfte dort noch beträchtlich höher werden, um den an die Reorganisation geknüpften Erwartungen zu entsprechen. Das Bureau arbeitet jetzt unter Leitung eines Direktoriums, das aus den Herren Liebermann und Abel besteht. — Trotzdem eine große Bezalel- Agitation im vergangenen Jahre unsere Vertrauensmänner in Südafrika stark in Anspruch genommen hat, ist diese Sammelstelle doch wieder in den N. F.-Sammlungen um ein Stück vorwärts gekommen. Zu den besten Hoffnungen berechtigt Canada, wo unter der umsichtigen Leitung des altbewährten Präsidenten Clarence de Sola die Einnahmen auf. das Doppelte des Vorjahres gestiegen sind. Trotz der eifrigen Bemühungen des Leiters der ungarischen Sammelstelle, Dr. L. Dörneny, stehen die Eingänge in Ungarn in keinem Verhältnis zu der Anzahl der dortigen Juden, die kaum geringer ist als die teilweise recht arme jüdische Bevölkerung Österreichs; für unsere Arbeit bietet Ungarn demnach noch ein weites Arbeitsfeld. Die Sammlungen in Kroatien sind besser ausgefallen als im Vorjahre, und die Verlegung der Sammelstelle nach Agram, wo dieselbe unter der Leitung von Frl. Jacobi arbeitet, wird hoffentlich weiter dazu beitragen, die Einnahmen zu heben. Die wachsenden Einkünfte der Türkei (inkl. Palästina) beweisen die Sympathien unserer dortigen Stammesgenossen für unsern Fonds. Ebenso scheint die Popularität des N. F. in Australien stark zugenommen zu haben; darauf deutet die Endsumme des letzten Jahres, die das Fünffache des Jahres 1909 darstellt. Serbien hat in der letzten Zeit bessere Erträge geliefert; auch die Sammelstelle in Dänemark hat unter der Leitung des Kommissärs Josef Nachemsohn einen Fortschritt erzielt. Die neugegründete Kommission für Schweden (unter Leitung des Gesinnungsgenossen Kam ras) scheint gut zu arbeiten und wird hoffentlich den Nationalfonds im hohen Norden recht populär machen. — Bei den kleinern Kommissionen, wie Frankreich, Schweiz, Brasilien, Ostasien ist, wie schon gesagt, kaum eine Änderung zu konstatieren. (Schluß folgt.) Sammelstelle des Jüdischen Nationalfonds für Österreich: [Adresse: Wien IX, TürKenstraße 9. — Publikationsorgan: „Jüdische Zeitung", Wien.) Vom 26. Dezember v. J. bis 2. Januar d. J. eingegangen und in Nr. 1 der „Jüdischen Zeitung" detailliert ausgewiesen: Allgemeine Spenden................Kr. 441.96 Selbstbesteuerung.................„ 20.59 Sammelbogen...................» 160.06 Sammelbüchsen.................• » 153.40 Ölbaumspenden..................» 215.70 Marken......................* 200.— Telegramme....................» 450.— Summe Kr. 1640.71 Jt 1390.50