Mannheim
Compact Memory

Die Welt · 1911-01-01 · 3 (1911) · page 16

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
15 (1911)
Issue
3 (1911)
Date
1911-01-01
Page
– (sequence 16)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/3315709-3316458-3316463--54216-3347992
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

No. 3 DIE3§KELT 67 Das Ergebnis des Jahres 1910. Der Beginn des Jahres 1910 schien für den Nationalfonds eine ungünstige Periode einzuleiten. Die lebhaften Debatten über die politische Situation im Zionismus und die hierbei zutage tretenden Differenzen wirkten an manchen Orten lähmend auf die Arbeit unserer Freunde für den Fonds. Ein weiteres Hemmnis bildeten die neuerlichen Verfolgungen unserer zionistischen Brüder im russischen Reiche. Es war eine schwere Zeit für alle jene, die in Rußland irgend etwas für unsern Fonds taten; verdienstvolle Gesinnungsgenossen wurden verurteilt, zum Teil zu empfindlichen Gefängnisstrafen, an manchen Orten Büchsen, die ermittelt werden konnten, konfisziert, Um so bewundernswerter ist es, daß die dortigen Sammlungen doch keinen Augenblick ins Stocken gerieten und es der großen Aufopferung unserer russischen Vertrauensmänner gelungen ist, Rußland mit einer respektablen Summe an der ersten Stelle zu halten, Die heute vorliegende Jahresstatistik bestärkt uns wieder in unserer schon wiederholt zum Ausdruck gebrachten Meinung, daß die Einnahmen des N.-F. sich durch intensive Arbeit und den immer weitern Ausbau unserer Organisation noch unabsehbar steigern lassen. Dies gilt in erster Linie von den Einnahmen aus den Büchsen, aber auch in gleichem Maße von den testamentarischen Vermächtnissen. Deshalb erscheint uns der Umstand, daß in letzter Zeit öfter größere Zuwendungen, letztwillige Verfügungen usw. dem Xationalfonds zufließen, besonders beachtenswert. So hat bekanntlich Herr Baruch Cahane in Wien unsern Fonds mit einer ansehnlichen Summe bedacht, und aus andern Teilen Österreichs werden uns mehrere testamentarische Schenkungen gemeldet. Auch in Rußland bemühen sich unsere Vertrauensmänner eifrig um derartige Stiftungen, und es ist Aussicht vorhanden, daß der Wunsch des "Herrn Dr. Tschlenow sich verwirklicht, daß die „testamentarischen Schenkungen" in unsern Ausweisen ständig wiederkehren. Bei entsprechenden Bemühungen unserer Gesinnungsgenossen dürfte dies auch nicht zu schwierig sein, wenn man bedenkt, welch ungeheure Summen Geldes von pietätvollen Juden für wohltätige Zwecke gegeben werden. Sicherlich würden auch von vielen solcher dem Zionismus fernstehender Juden Spenden für die kolonisatorischen oder kulturellen Zwecke des N. F. zu erlangen sein. Das Ergebnis des Jahres 1910 übersteigt das des Vorjahres um zirka 50 000 Mark. Darin sind auch die 22 000 Ji des Genossenschaftsfonds mitenthalten, die, aus Zahlungen unter 80 J6 bestehend, dem X. F. in Form von Aktien der Siedlungsgesellschaft „Erez Israel" zugewiesen worden sind. Mit gutem Gewissen können wir behaupten, daß der schöne Erfolg des Genossenschaftsfonds, dessen Höhe zur bestimmten Zeit die vom Kongreß geforderte Summe um ein Viertel überstieg, fast ausschließlich der in den letzten Jahren erfolgreich ausgebauten Organisation des Nationalfonds zuzuschreiben ist. Es ist somit eigentlich durch die Vertrauensmänner des N. F. eine Summe von 530 000 ,M aufgebracht worden. An den Eingängen sind die verschiedenen Länder absolut und relativ (pro Kopf) folgendermaßen beteiligt: Tabelle I. Tabelle II. (Vergleichende Tabelle der Jahreseinnahmen 1009 und 1910.) (Eingänge im Jahre 1910 pro Kopf der jüdischen Bevölkerung und pro Schekelzahler*). Land 1910 1909 Land Anzahl der Juden Eingänge für N.-F. in Mark Eingänge für^N.-F. pro Kopf in Pfennig Anzahl der Schekelzahler1:) Eingänge f. N.-F. pro Schekelz. in Mark 1. Rußland 111 341.84 128 963.76 1. Südafrika 40 000 30 500 76.3 6 400 4.77 2. Österreich 89 823.95 67 853.81 2. Belgien 15 000 6 500 43.3 1 050 (>.19 3. Deutschland 56 217.64 48507.15 3. Serbien 6 000 1 200 20.0 350 3.43 4. Nordamerika 51 380.01 36 246.31 4. Canada 60 000 12 000 20.0 2 300 5.17 5. Südafrika 30512.18 22 684.70 5. Kroatien 30 000 5 500 18.3 800 6.88 6. Rumänien 19 579.33 43 415.87 6. Austraiiesi 15 000 2 500 16.7 550 4.55 7. Canada 12 064.20 4 499.46 7. Schweiz 12 000 1 700 14.2 1 050 1.02 8. England 9461.56 18 591.68 8. Argentinien 30 000 3 500 11.7 650 5.38 9. Ungarn 8 415.92 4 765.10 9. Brasilien 3 000 300 10.0 6 50. - 10. Belgien 6 453.92 8 249.97 10. Ostasien:r) 2 000 200 10.0 11. Kroatien 5 452.62 3 089.68 11. Deutschland 610 000 56 000 9.2 6 850 8.17 12. Holland 4 527.06 4 613.33 12. Österreich 1 200 000 90 000 7.5 12 909 6.90 13. Türkei 3 754.77 3 163.46 13. Rumänien 270 000 20 000 7.4 5 700 3.51 14. Argentinien 3 510.95 4 695.90 14. Bulgarien 40 000 2 900 7.3 750 3.87 15. Bulgarien 2 896.— 3 623.74 15. Dänemark 3 000 200 6.7 250 0.80 16. Australien 2 532.06 468.14 16. Holland 100 000 4 500 4.5 1 100 4.00 17. Schweiz 1 678.15 1 278.04 17. England 240 000 9 000 3.8 8 500 1.0<> 18. Frankreich 1 278.94 1 157.35 18. Nordamerika 1 780 000 51 000 2.9 19 850 2.57 19. Serbien 1 154.13 436.84 19. Rußland 5 215 000 111 000 2.1 2« 450 3.90 20. Ägypten 643.37 930.30 20. Ägypten 30 000 600 2.0 400 1.50 21. Brasilien 324.— 257.40 21. Türkei u. Palästina 200 000 3 800 1.9 2 150 1.77 22. Schweden 292.76 22. Frankreich 100 000 1 300 1.3 650 2. 23. Ostasien 204.— 596.67 23. Ungarn 850 000 8 000 0.9 2 050 3.90 24. Dänemark 194.69 136.34 24. Schweden 4 000 300 0.8 25. Italien 156.20 336.32 25. Italien 36 000 160 0.4 600 0.27 26. Griechenland 10.10 80.40 26. Griechenland 8 000 10 0.1 125 0.08 *) Um den Wünschen einer Anzahl unserer Freunde entgegenzukommen, geben wir dieses Jahr auch eine Berechnung der Eingänge pro Schekelzahler. "'■*) China und Japan. ***) Diese Zahlen verstehen sich einschließlich des Misrachi, jedoch ohne Poale Zum, deren Vertuilling auf die einzelnen Länder nicht veröffentlicht wurde. Die Angaben sind dem Schekelausweis des Kongreßjahrcs 1908 m (5669) entnommen, da derselbe viel eher als der Schekelausweis pro 5670 ein richtiges Bild der tatsächlichen Anzahl Schekelzahler bietet.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.