Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 15 (1911)
- Issue
- 3 (1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 3 DIEIaKELT 65 eingesetzt worden war, hatte auf Antrag des Zentrumsabgeordneten Gröber einen Passus in das Reichsgesetz, welches das rituelle Schächten gestattet, hineingebracht, der auch ein landesgesetzliches Schächtverbot unmöglich macht. Die Antisemiten beantragten nun die Streichung dieses Absatzes mit der Begründung, das Schächten der Juden sei eine Tierquälerei. Abg. Gröber verlas demgegenüber ein umfangreiches Material von Gutachten über die Frage, und kam zu dem Ergebnis, daß das Schächten der Tiere nicht quälerischer sei als die sonstigen Schlachtmethoden, und es müsse deshalb den jüdischen Ritualvorschriften Rechnung getragen werden. In der vierstündigeen Debatte, die sich über diese Frage entspann, sprachen sich mit Ausnahme einiger antisemitischer und konservativer Abgeordneter sämtliche Redner aller andernFraktionenfür den Antrag Gröber aus, worauf dann der antisemitische Antrag mit großer Mehrheit abgelehnt und der Beschluß der Justizkornmission angenommen wurde. Der Vertreter der Reichsregierung, Staatssekretär Dr. Lisco,sprachsichgegendenKommissionsbeschlußaus. Er halte das Schächten zwar nicht für Tierquälerei, aber der Kommissionsbeschluß werde nicht die Zustimmung der verbündeten Regierungen finden, weil dadurch der ganze Gesetzentwurf ernstlich gefährdet würde. Eine Geschichte der Jargonliteratur Ein jüdischer Student in Paris, Herr M. Pin es, hatte letzthin an der dortigen Universität seine Dissertation über „Die Geschichte der jüdisch-deutschen Literatur" zu verteidigen. Zu erwähnen sind die sehr judenfreundlichen Äußerungen, zu denen die Diskussion Herrn Professor Au dl er Gelegengeit gegeben hat. Schluß des redaktionellen Teiles GESCHÄFTLICHE NACHRICHTEN In ftieser Hnörih werften kostenlos solche Mitteilungen veröffentlicht, €lie für unser n Leserkreis von Inier esse sind* IMie Au fnähme Jefter J¥oti# erfolgt unter Chiffre-Angabe. Her Verlag fter ,, Well" behält sieh vor, Mitteilungen, tlie xur Au fnahme in flieser Rubrik niehl geeignet erscheinen, abzulehnen. Zar fteforfterung von Vhiffrebriefen istjeftesmal die entsprechende I*orlo gebühr beizulegen. Samtliche Zuschriften richte man an Verlag .Uie Welt", Köln r*. JJ/*.5 Karolinger ring 31. 'V. 401. Eine ehem. Fabrik sucht Vertreter in allen Staaten für lukrativen Haushaltungs-Konsum-Artikel. >V. 402. Apparatebaugesellschaft in Deutschland wünscht Lizenzen für einen in den meisten Staaten patentierten Apparat (Dampfwasserableiter) abzugeben. *V. 403. Stahlwarenfabrik sucht Vertreter in London, der bei Exporteuren gut eingeführt ist. "vV. 404. In Russ.-Polen (Warschau oder Lodz) wird solventer Vertreter für Stahlscheren und verwandte Artikel gesucht. 405. Für Kanada werden gut eingeführte Vertreter für Putzen gros-Branche und Hosenträger gesucht. Vv. 406. Welches Geldinstitut gewährt langfristigen Personalkredit an pensionsberechtigte Staats- und öffentliche Beamte nach Bönnien gegen Vormerkung auf Bezüge und Sicherstellung durch eine Lebensversicherung? Vertretung wird angeboten. Spenden Bei der Jüdischen Kolonialbank in London sind eingegangen: Für den BezaleS: Von der Federation of Zionist Socities of Canada, Montreal: Doli. 6.— Von der South African Zionist Federation, Johannesburg £ 12.12.5 Durch A. Schwarz, ßloernfontein, Spende des Herrn H. Slonimsky...................„ 0.10.0 Per UngarländischesZionistischesLandeskomitee, Budapest Kr. 5.— Für die „Tachkemonischule" in Jaffa: Per UngarländischesZionistischesLandeskomitee, Budapest Kr. 5.— Bei der Administration der „Welt** in Köln sind eingegangen: Für den Bezalel: H. Postawelsky, Stallupöhnen, Jahresbeitrag......,M 5.— Pauline Eben, Teunz................„ 2.— Jüd. Nationalfonds-Kommission für Amerika in New-York ausgewiesen in Nr. 42 „Dos Yiddische Folk" Doli. 2.— „ S.34 Für das Mikrobiologische Institut: Comite Central del Partido Zionista Argentinia in Buenos- Aires.............arg. Doli. 13.50 Ji 24.10 Für den Vertrieb unserer koscheren Pflanzenbutter-Margarine, hergestellt unter Rabbinatsaufsicht, suchen wir an allen Plätzen, wo noch nicht vertreten, tüchtige Vertreter und Alleinverkäufer. Schriftliche Offerten an die Expedition der Zeitschrift unter W. 9001. Junger Mann aus hochangesehenem, vermögenden Hause, 24 Jahre alt, sucht Beschäftigung in Großbetrieb irgendwelcher Branche, evtl. mit Aussicht auf Beteiligung oder Einheirat. Reflektiert auf Samstag frei. Zuschriften an die Exp. unter W. 9002. Gesinnunsssenossen welche Waren jeder Art in Deutschland zu kaufen beabsichtigen, erhalten kostenlos Auskunft über beste und billigste Bezugsquellen. Exporteure nach Deutschland erhalten gute Absatzquellen. 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