Mannheim
Compact Memory

Die Welt · 1911-01-06 · 1 (6.1.1911) · page 14

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
15 (1911)
Issue
1 (6.1.1911)
Date
1911-01-06
Page
– (sequence 14)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3315709-3316458-3316460--54173-3347947
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

16 DlE^ zu den leitenden Persönlichkeiten der National Portrait Gallery in London und hat viele alte Gravüren dem Unterhause geschenkt. Sir Arthur Lever gehörte von 1906 bis Januar 1910 dem Unterhause an. Bemerkenswert ist, daß der Titel „Baronet" diesmal im ganzen nur neunPersonen verliehen worden ist, so daß die Juden ein Drittel der Liste bilden. Ferner ist Mr. Joseph Lyons, der sich durch die Schaffung unzähliger Volksrestaurants in London verdient und populär gemacht hat, mit dem Titel eines „Knight" ausgezeichnet worden. Unter den Beamten der Regierung in Indien ist Mr. Lionel Montague Jacob im Departement der öffentlichen Arbeiten zum „Knight Commander of the Star of India" ernannt worden. Gesamtarchiv der deutschen Juden Am 30. Dezember ist in Berlin das Gesamtarchiv der deutschen Juden, dessen Begründung vom Deutsch-israelitischen Gemeindebunde und der Großloge B'ne-Brith in Berlin im Jahre 1903 beschlossen wurde, im Verwaltungsgebäude der jüdischen Gemeinde in der Oranienburgerstraße 29 mit einer Feier eröffnet worden. Das Interesse der Wissenschaft und des Staates für das neue Institut erwiesen dabei durch ihre Anwesenheit der Generaldirektor der Staatsarchive Wirkliche Geheime Oberregierungsrat Dr. R. Koser und Geheimer Archivrat Dr. Bai Heu für das Direktorium der preußischen Staatsarchive. Außerdem waren verschiedene Gelehrte und Forscher auf dem Spezialgebiet erschienen. Professor Dr. M. Philippson, der Vorsitzende des Kuratoriums, skizzierte in einer Ansprache das W.rden des Archivs, dessen Aussichten vielversprechend seien. Schon jetzt haben 250 Gemeindevorstände sich bereit erklärt, ihre entbehrlichen Akten und Urkunden dem Archiv zu überweisen, weitere Gemeinden werden diesem Beispiel folgen. Die größte jüdische Gemeinde Deutschlands» die Berliner, hat ihr Archiv dem Gesarntarchiv angegliedert. Das Generaldirektorium der preußischen Staatsarchive hat die Änderung geschaffen, daß die auf jüdische Angelegenheiten bezüglichen Akten der Provinzialarchive, soweit sie entbehrlich sind, überwiesen werden sollen. Frau Geheimrat Becker hat 10 000 Jl zu einer Stiftung zur Verfügung gestellt, zu archivalisch-biographischen Forschungen über hervorragende jüdische Gelehrte und Künstler. Der mit der Leitung des Archivs betraute Dr. Julius Täubler gab einen Überblick über die Ziele des Archivs. Namens der Großen Loge dankte Geheimrat Timendorfer. Geheim rat Dr. Kos er sprach die Glückwünsche der preußischen Archiv Verwaltung aus, die dem neuen Institut weitgehendes Interesse entgegenbringt. Jahresversammlung des Bundes jüdischer Farmer in Amerika Vom 28. bis 30. November fand in den Räumen der Educational Alliance in New York die II. Jahresversammlung des Bundes jüdischer Farmer (Federation of Jewish Farmers of America) statt. 30 Vereine aus den Staaten New York, Connecticut, Massachusetts, New Jersey und Nord-Dakota waren auf der Tagung vertreten. Zahlreiche fachwissenschaftliche Referate wurden erstattet, denen eine rege Debatte folgte. Große Aufmerksamkeit wurde dem Plan der Begründung kooperativer Kreditgenossenschaften nach dem Raiffeisenschen System zugewendet. Mit Hilfe der Jewish Agricultural and Industrial Aid Society wird demnächst eine größere Anzahl derartiger Darlehensgenossenschaften in verschiedenen Ortsgruppen des Farmerbundes ins Leben gerufen werden. Bücherbesprechungen Lord Beaconsfield: Contarini Fleming. Ein psychologischer Roman. Übersetzt von Oskar Levy, London. Oesterheld & Co., Verlag. Berlin. Das Interesse an Benjamin Disraelis Persönlichkeit, welches durch das Erscheinen des ersten Bandes seiner maßgebender , Biographie erneut hervorgerufen wurde, lenkt wieder einmal die Aufmerksamkeit auf die unverdiente Vernachlässigung, unter welcher seine Romane zu leiden haben. Disraeli war ein so glänzender Staatsmann, daß er als Novellist auf seine Zeitgenossen keinen Eindruck machen konnte. Und die ihm folgende Generation in England hat wieder wahrscheinlich seine Romane als zu hoch und ihrem bürgerlichen Geschmack unverständlich gefunden. Wenn seine. Werke in seinem Geburtslande noch nicht die verdiente Würdigung * erfahren haben, so kann man füglich kaum verlangen, daß sie in andern Landern ein besseres Schicksal fanden, obgleich man aus vielen Fällen weiß, daß das literarische Urteil auf dem Kontinent bezüglich englischer Werke oftmals liberaler und weiser ist, als in ihrem Ursprungslande. Die Übersetzung von „Contarini Fleming" [ELT '= No. 1 ins Deutsche von Dr. Oskar Levy sollte es endlich dem großen deutschlesenden Publikum ermöglichen, mit dem Genius einer der auffallendstens Persönlichkeiten * des neunzehnten Jahrhunderts bekannt zu werden. Das hervorstechendste Moment dieses Romans ist der Versuch, die feineren Vorgänge in der geistigen Entwicklung eines Poeten darzustellen: mit andern Worten: der Roman trägt den Charakter einer Autobiographie. Also, noch über die hervorragende Ausdrucksweise, die reiche Einbildung, die heftige Leidenschaft, und die verschiedenen Szenen und Abenteuer, welche er darbietet, erlaubt er uns ebenfalls mehr wie einen vorüberhuschenden Blick in den Wirkungskreis von Disraeli's Gedanken. Für den Obersetzer muß das Werk außergewöhnliche Schwierigkeiten wegen seines autobiographischen Stiles in der Abfassung und den wechselweisen Ton von Leidenschaft und Philosophie, in welchem es geschildert ist, bieten. Niemand als ein Übersetzer, der sich in vollständiger Harmonie mit dem Geiste Disraelis befindet, konnte erreichen, dem „Contarini Fleming" im Deutschen die Glut und Erhabenheit zu verleihen, die es in seinem Original so auszeichnen: Solch ein Mann ist Dr. Oskar Levy, der den Dank aller derjenigen verdient, denen er es ermöglicht hat, zum ersten Male den Wert Disraelis als einen Novellisten schätzen zu lernen. In seiner Vorrede bemüht sich Dr. Levy die Ursachen von Beaconsfield Unterschätzung in England zu analysieren. Soweit seine Kritik Beaconsfield als Staatsmann betrifft, ist sie in der Hauptsache richtig. Aber sowie er sich mit dem Schriftsteller Beaconsfield befaßt, gewinnen seine Rassensympathien und seine philosophische Bewunderung die Oberhand über sein literarisches Urteil. Dr. Levy ist ein großer Bewunderer von Disraeli. Niemand will irgendwelche Mängel an seinem Helden sehen, und dem Übersetzer, der ein überschwenglicher Bewunderer mächtiger und ehrgeiziger Persönlich keitsn ist, erscheint Disraeli als ein Urbild menschlicher Vollkommenheit. Wir sind zu dankbar für die Art und Weise, in der er seine Heroenverehrung bekundet hat, als daß wir näher nach dessen Berechtigung forschen sollten. Wir hoffen immerhin, daß sie anhalten wird, bis er uns* seine versprochene Übersetzung von „Tancred**, die mehr jüdisches Interesse als das gegenwärtige Werk besitzt, gegeben hat. I. C. Für die Joseph W. Hackenbroch-Stiftung der Tachkemonischule in Jaffa gingen bei Herrn Kommerzienrat Louis Feist in Frankfurt a. M. ein: I. Ausweis: Aus Frankfurt a. M.: Dr. Albert Sondheimer Jt 200.—, Fritz Sondheimer, J. Rosenbaum ä 100.—, Kommerzienrat L. Feist 300.—, Arthur Oppenheimer, Ida Oppenheimer älOO. -, Max Fränkel, Regina Frankel ä50.—, Michel Rapp, Julie Kulp ä 100.—, Aron Seligmann, S. Strauß, Sam. Nußbaum ä20.—, JuliusGold:chmidt50.—, Dr. Israel Roos 25.—, Ludwig Levisohn, Leo Hamburger ä 100.—, Jacob Frenkel 10.—, Jacob Besthof und Frau anläßlich der Wiederkehr ihres 25. Hochzeitstages, 7. Kislew 20.—, Marcus M. Oppenheim 20.—, Isac M. Mainz 50.—, Auguste Wohlfahrt 20.—, A. Wolf, Gerson Igersheimer ä 15.—, Dr. J. N. und Heinrich Bondi 20.—, N. N. 25.—, Dr. Q. Stiebel 5.—, M. M. Openheimer und Max Grebenau anläßlich der Geburt ihres Enkels Karl Heinz 10.—, Isaac Wolf 50.—, Direktor Dr. G. Lange, Willi Mayer ä 20.—, Eduard Feist 50.—, Konsul Bernhard Wolff, Wilhelm Schames ä 20.—. Emanuel Mayer 30.—, Leopold Merzbach 20—, Julius Bender 10—, B. L. Wolff 20.—, Dr. I. Heinemann 10.—, Michael Schwabacher 200.—, Joseph Wohlfahrt 20.—, N. N. 25.—, Max David 10.—, Ferd. Ehrmann 15.—, M. 100.—, Manfred S. Goldschmidt 50.—, 0. Tannenbaum, Ludwig Schames ä 25.—, Dr. L. Marx 20.—, Nathan Sondheimer 300.—, Robert Schiff 30.—, Professor A. Weyl 20.—, Dr. Karl Elias und Franziska Birnbaum anläßlich ihrer Hochzeit 100.—, Charles Saalfeld, Paris Frcs. 50.— Jt 40.25, Gottfried Goldschmidt, Halberstadt 20.—, J. Feuchtwanger, Antwerpen Frcs. 100.— —Jl 80.—, Edmond Schwabacher, Paris Frcs. 20.— Jt 16.12, Rabbiner Dr. Marx, Darmstadt 10.—, M. Goldberg, Karlsruhe 30.—, Dr. B.Cohn, Straßburg 10.—, Dr. A. Sandler, Breslau 20. -, LudwigSamson und Frau, Paris 25.—, Abraham Erlanger, Luzern 20.—, Albert Feuchtwanger, Darmstadt 50.—, Otto Simon, Mannheim 10.—, Agudath Zion, Mattersdorf 3.—, Elias Feuchtwanger, Fürth, Louis Feuchtwanger, Fürth ä 5.—, Bernhard Samson, Rotterdam 25.—, F. Bruchfeld, Darmstadt 30.—, Salomon u id Joseph Oppenheimer, Paris 1000.—........Summa ,# 4354.37 bereits früher veröffentlicht „ 4000.— znsammen Jt 8354.37

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.