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Die Welt · 1911-01-06 · 1 (6.1.1911) · page 10

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Journal
Die Welt
Volume
15 (1911)
Issue
1 (6.1.1911)
Date
1911-01-06
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Abhandlung: Die Lösung des Antoninusrätsels (Berlin, Mayer & Müller, 1910, 64 S. 8°). Neben einigen ernsten, aber nicht entscheidenden Bedenken gegen die Lösung von Kr. führt er Einwendungen an, die zum Teil beweisen, daß er Krauß' Buch nicht gründlich genug gelesen hat, um dann mit großer Kühnheit zu behaupten: „Von dem ganzen stolzen Bau bleibt kein Stein auf dem andern, fast nichts hält der Kritik stand" (S. 14). Was aber L. selbst als Lösung des Rätsels bietet, hat nicht einmal den Reiz der Neuheit. Er tritt für die Identifizierung des talmudischen Antonius mit Antonius Pius ein, eine Identifikation, die, wie oben bemerkt, bis zum Anfange des vorigen Jahrhunderts in Geltung war, dann aber aus chronologischen Gründen und auch deshalb als unmöglich erklärt wurde, weil Antonius Pius niemals palästinensischen Boden betreten hat, also nicht mit Rabbi in freundschaftlichem Verkehr gestanden haben kann (Krauß S. 75). Diese Schwierigkeit will L. beseitigen, indem er auf zwei griechische Quellen verweist, nach welchen Ant. Pius „im Orient gewesen" (S. 19) sei, was aber mit der ausdrücklichen Nachricht der Biographie in Widerspruch steht, nach welcher Ant. während seiner Regierung keine Reise unternommen hat. Aber angenommen, er wäre vorübergehend im Orient gewesen und hätte bei dieser Gelegenheit auch Palästina besucht, — das würde die Möglichkeit eines regen Verkehrs zwischen den beiden Männern, wie ihn die Antoninus-Agadoth voraussetzen, nicht beweisen. „Wenn Antoninus" — sagtL.(S.22) — „auch noch nicht eine Woche in Palästina gewesen wäre, so hätten alle Gespräche, Einladungen und Geschenke in dieser Zeit bequem Platz"; das mag richtig sein, aber in unserm Falle ist es nichtssagend, weil die Ereignisse, wie sie die jüdischen Berichte darstellen, sich im Laufe eines längern Zeitraumes abgespielt haben müssen. Die chronologische Unmöglichkeit will Vrf. beseitigen, indem er die Geburt Rabbis um etwa fünf Jahre zurückdatiert. Das ändert freilich nicht viel an der Sache, und darum stellt er das Freundschaftsverhältnis zwischen Kaiser und Rabbi in Abrede und bemerkt ferner, es sei wahrscheinlich, „daß der jüdische Fürst zu den Freunden des Kaisers gerechnet wurde, was damals nicht auf ein persönliches nahes Verhältnis hinwies, sondern ein offizieller Titel war". Diese beiden Argumente heben sich gegenseitig auf. Rabbi wird eben nie als „Freund des Kaisers" bezeichnet, es kann sich also nicht um einen Titel handeln; auf das Freundschaftsverhältnis muß man schließen, wenn man die Antoninus- Agadoth liest, und das ist hier entscheidend. Übrigens kommt L. damit allein nicht aus. Um seine Hypothese halten zu können, muß er den Aufstand gegen Antoninus Pius leugnen, den Krauß den „dritten jüdischen Krieg" nennt, aus welchem er mit Recht schließt, daß auch nach dem Bar-Kochba-Aufstande „die Kraft der Juden noch nicht gebrochen und der Wille zur Selbsthilfe noch nicht erstorben war", und dessen deutliche Spuren er in einer sehr gelehrten und belehrenden Untersuchung (S. 108 ff.) nachweist; er muß ferner eine Anzahl von Berichten in den wesentlichsten Punkten — die Namen betreffend — ändern, und er muß schließlich die Historizität einiger Antoninus-Agadoth aufgeben, während er in andern nur noch die blassen Spuren historischer Grundlagen entdecken kann. Mit dieser Lösung des Problems kann man nicht zufrieden sein. Auf einem andern Gebiete hat Leszynsky Besseres geleistet, doch darüber in einem der folgenden Briefe. o o o o o o o (r^— — o o o o o o o AUS DER BEWEGUNG £ o o o o o o o I o o o o o o o Die „Frankfurter Zeitung" vom 31. Dezember 1910 meldet aus Saloniki: „Die neuentfaltete zionistische Propaganda wird in den leitenden jungtürkischen Kreisen sehr mißfällig aufgenommen. Ein hervorragendes Komiteemitglied erklärt, die neue Türkei werde nie die Verwirklichung der zionistischen Projekte dulden, ob diese einen politischen Zweck verfolgen oder nicht. Man werde den Juden eine Konzentrierung in Palästina nie gestatten und die zionistischen Ziele aufs energischste bekämpfen, solange die neue Türkei bestehe. Die zionistische Propaganda könne dem ottomanischen Judentum nur schaden." Diese Depesche aus Saloniki stammt wohl kaum aus einer gut unterrichteten Quelle. Die Nachricht spricht z. B. von der „neuentfalteten zionistischen Propaganda," als ob dies eine Neuerscheinung sei. Es handelt sich lediglich um die persönliche Meinung einer Einzelperson, wenn auch „eines hervorragenden Komiteemitgliedes." Der Wert, den man dieser Äußerung beimessen darf, ist derselbe, der allen anonymen Äußerungen zukommt. Es sei dieser Nachricht eine andere Meldung entgegengehalten, welche die Ansicht eines hohen türkischen Beamten über den Wert der jüdischen Kulturarbeit in Kleinasien mitteilt: Der neue Qeneralgouverneur vonSmyrna, Kiazim Pascha, machte den Vertretern der jüdischen Gemeinde vor kurzem einen offiziellen Besuch, Im Laufe der Unterhaltung sagte er, daß er gegen die Beibehaltung des „roten Scheines" in Palästina sei. „Wir haben," sagte Se. Exzellenz, „ungeheure Strecken unkultivierten Landes in Palästina und Mesopotamien, und es sollte uns möglich sein, auf die Juden zu rechnen, um sie fruchtbar und ertragreich zu machen." Kiazim Pascha war früher Qeneralgouverneur von Beirut. In dieser Stellung ließ er keine Gelegenheit vorübergehen, ohne die ersprießliche Tätigkeit der Juden in diesem Gebiete zu rühmen. „Wir müssen den Juden helfen," fügte er hinzu, „weil sie ein ebenso friedliches wie nützliches Element bilden." Schekelausweis Schekelsammlung für das Jahr 5670 (VIII. Ausweis) Qalizien Westgalizisches Distriktskomitee, Krakau . Kr. 402.68 Jt 343.— Rußland (Spezifikation fehlt).......'. . Rbl. 1810.— *0 3873.40 Italien Ferrara (101 Schekel) Frcs. 126.25, Modena (103) 128.75, Bologna (54) 54.—, Rom (25) 31.25, Perugia (17) 21.25, Venezia (121) 151.25, Milano (180) 180.— zusammen Frcs. 692.75 Jt 554.20 Türkei Konstantin opel...................JC 49.65 Österreich (Spezifikation fehlt).................JC 1527.92 Ungarn Tatabänya Kr. 1.20, Kapuvar 5.80, Deva 4.80, Budapest 86.40, Peterväsär 1.20, Szabadka 8.40, Köszeg 6.—, Temesvar 12.—, Obecsc 1.20, Oszläny 4.80, Kesmärk 12.- , Kassa 166.50, Szombathely 6—, Märamarossziget 12.—, Backa-Madaras 1.20, . zusammen Kr. 329.50 JC 280.—

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