Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 14 (1910)
- Issue
- 52 (30.12.1910)
- Date
- 1910-12-30
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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mit dem semitischen Gesicht und dem jüdischen Herzen unter den Tisch fallen. Gesicht und Herz hat Wolfgang von seiner Mutter Adeline, des reichen Goldstein sehnsuchtsmüder Tochter, die neben ihrem Gatten, dem kühl berechnenden Grafen, eine wahre Ahasvera, ein Martyrium vornehm still erduldete. Auch ihrem jüngern Sohn war dies nicht erspart. Sogar sein eigner, stolzer, blonder Bruder bespie in ihm den schwarzen Juden, bis er sich ganz von den Kreisen löste, mit denen er nur den Rang gemein hatte, und Freiheitsschwärmer und Märtyrer wurde. Auf Ahasvers Weg, der nie ein Ende nimmt und über jedes Ziel wieder hinausführt, folgt ihm endlich die arme Mutter. Sie weicht dem unversöhnlichen Haß, der besonders in Laura, der heimlichen Geliebten ihres Mannes, verkörpert wird. Laura sagt es lodernd heraus: „Ich hasse die Juden . . , ihre krummen Rücken, ihre weiche, nachgiebige und schmeichlerische Art. Nichts verletzt den eignen Stolz mehr, als im Nebenmenschen keinem Stolze zu begegnen. . . Im ganzen Roman finden wir keinen stolzen, aufrechten Juden, eine Einseitigkeit, die man der Dichterin mit Recht zum Vorwurf machen kann. Nur in Wolfgangs Seele dämmert ein atavistisches Besinnen auf seine jüdische Abstammung. Des Flavius Josephus Kleinere Schriften. Übersetzt und mit Anmerkungen versehen von Dr. Heinrich Clements. Verlag von Otto Hendel, Halle a. S. 1910. Diese von Dr. Heinrich Clementz übersetzte Sammlung der Kleinern Schriften des ersten jüdischen Historikers enthalten eine kurze temperamentvolle Selbstbiographie des Josephus, seine bekannte energische Abwehrschrift gegen Apion, den Judenhasser, und eine religiös philosophierende Abhandlung über die Makkabäer. In der Selbstbiographie widerlegt er die ungerechten Beschuldigungen seitens des Historikers Justus von Tiberias. Wir ersehen daraus nur, daß er wohl ein listiger und erfahrener Mann, doch kein schlechter Statthalter war. Interessanter ist die gegen Apion gerichtete Schrift über das hohe Alter des jüdischen Volkes, worin er sich als geistesscharfer und grundlegender Verteidiger seiner vielfach verleumdeten Nation erweist. Hervorzuheben sind seine Angaben über Moses, die theokratische Verfassung und das mosaische Gesetz, das auf einer idealen Höhe steht, die sogar Plato in seiner Politeia nicht erreicht. Von Strenggläubigkeit zeugt auch seine Rede über die Makkabäer, darin er die Vernunft und die Gesetzestreue verherrlicht. Diese siegen selbst über die größten Martern. Ergreifend ist die von ihm für die Märtyrer vorgeschlagene Inschrift: „Hier ruhen ein greiser Priester, eine Matrone und sieben Jünglinge, getötet durch eines Tyrannen Gewalt, der die Verfassung der Hebräer zerstören wollte. Sie haben ihr Volk verteidigt, indem sie auf Gott schauten und bis in den Tod alle Martern ertrugen." Aus dieser Schrift sollten jüdische Künstler schöpfen. Vielleicht entstünden dann zur Festigung des religiösen und nationalen Gefühls geeignete Werke, die den von christlichen Künstlern so gerne gepflegten Glorifizierungen der ersten Märtyrer des Glaubens gewiß nicht nachstehen würden. Briefkasten Mähr.-Schles. Distrikts-Komitee, Troppau; Verein Erez-Israel, Czernowitz; Jüdisch-Akademischer Verein Tikwah, Suczawa; Dr. Thon, Krakau; Dr. Zweig, Wien: Wir müssen von dem Abdruck Ihrer geschätzten Zuschriften absehen, da diese Angelegenheiten durch unsere Veröffentlichungen in der vorigen Nummer der „Welt" für uns erledigt sind. Bei der Administration der „Welt" in Köln sind eingegangen: Für den Bezalel: Jüdische Nationalfondskommission für Amerika laut Ausweis in Nr. 40 von „Dos Yiddische Folk".....JC 5.21 Laut Ausweis in Nr. 41 von „Dos Yiddische Folk" . . „ 155.71 Dr. Simon Herschdorf er Zmigrod Kr. 5.— Mitgliedsbeitrag,, 4.25 Für das Hebräische Lehrerseminar in Palästina auf den Namen Lewinskys: Sammlung durch Josef Nußbaum in Neusandez: Dr. Leon Silbermann Kr. 2.—, Dr. Bernard Silbermann 2.—. Dr. Hersch Syrop 2.—, Josef Nußbaum 1.—, Hermann Rosenfeld 1.—, Markus Abrahamowiqz 1.—, Gerson Weinberger 1.—, $amuel Friedmann 1.—, Benjamin Berger 1.—, Moses Nußbaum —.60, Majer Goldklang —.60, Alexander Nattel —.60, Jakob Stern —.60, Kaiman Weintraub —.60, Adon Farber —.50, Hirsch Schönfeld —.50, Chaim Vattel —.40, Sew Schweid —.40, Isak Friedmann —.40......Kr. 17.20 J( 14.62 Bei dem Unterzeichneten gingen ein, durch Herrn Maier Henisch, Stanislau: Mayer Kornblüh, Mitgliedsbeitrag Kr. 10.—; Dr. Josef Finkelstein, Mitgliedsbeitrag Kr. 5.—; Leon Bauminger, Spende Kr. 3.—. Durch Herrn Dr. Ch. Hilfstein Krakau: David Schmalkes, Adolf Rose, Josef Spira, Leo Lindenbauin, Rafaei Siegmund Spira, Dr. Leo Landau, Alexander Blankstein je Kr. 5.— Mitgliedsbeitrag. David Schmelkes, Zwi Salermann, Leo Lindenbaum, Ch. Goidstoff je Kr. 1.— Spende. Wilhelm Landau Kr. 5.— Spende. Ch. Trau Kr. 3.— Spende. A. Nußbaum, P. Nußbaum, Abr. Landau, Markus Rahover je Kr. 1.20 Spende. J. Eichenbaum 50 Heller, Duisfeld 30 Heller, M. Horn 40 Heiler. Durch die South African Zionist Federation, Johannesburg: Sammlung der Frau Pevsner, 4. Rate.........£ 392.— Durch Herrn Dr. med, Walter Frankel, Chemnitz: Überschuß des Festes des Frauen Vereins Jt 19.40, Leopold Eger, Mitgliedsbeitrag JlJ>.—. Durch Herrn Arpad Weiller, Prijedor: Frau Dr. Stefi Alkalay, Sarajevo, Kr. 10.—; Rudolf Rechnitzer, Banjaluka, Moritz Kohn, Sarajevo, Karl Benesch, Prijedor, Maks Herzler, Banjaluka, Moritz Lövy, Salamon Mevorach, Arpad Weiller Prijedor, Mosko Pinto, Salamon Papo, Zadik Lövy, Sarajevo je Kr. 5.—. Bertrand Hamburg Schatzmeister des Vereins „Bezalel'*. Der Jüdische Verlag in Köln zeigt die Neuauflage der bekannten Broschüre Max Nordaus „Das Judentum im 19. und 20. Jahrhundert" an, welche vor Jahresfrist mit so großem Interesse aufgenommen wurde, daß die starke 1. Auflage alsbald vollständig vergriffen war. Da sich diese Publikation ganz besonders als Agitationsbroschüre eignet, wird die Neuauflage an zionistische Vereine, welche eine größere Anzahl von Exemplaren zu Agitationszwecken übernehmen, zu sehr billigem Preise abgegeben. Wir empfehlen den Gesinnungsgenossen, insbesondere den Vorständen zionistischer Vereine sich dieserthalb direkt an den „Jüdischen Verlag" zu wenden. 90% Ersparnis an Arbeitslohn genießt jeder, der in seinem Betriebe das neueste röhrenförmige Möbelschloß „Rex" D. R. P. 227 141 einführt. Das Rex- Schloß ist das billigste seiner Art. Billiger als alle andern wird es durch die große Arbeitserleichterung beim Einstemmen. Das Schloß wird einfach mit einem Bohrer von 15 Z eingelassen, welche Arbeit neunmal so rasch geschieht wie das frühere mühsame Einstemmen, das immer einen geübten Arbeiter erforderte. Ein Lehrling kann die Arbeit verrichten. Das Schloß hat auch noch den Vorteil, daß es nur einen kleinen Raum beansprucht. 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