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Die Welt · 1910-10-28 · 43 (28.10.1910) · page 15

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
14 (1910)
Issue
43 (28.10.1910)
Date
1910-10-28
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Departement überwachen;, dagegen hatte das Handelsministerium, in dessen Ressort ebenfalls die Auswanderungsfrage fällt, die Konferenz ignoriert. Die Delegierten besichtigten verschiedene Auswandererschilfe in Libau und erörterten ausführlich die ärztliche Inspektion, die Angelegenheiten der Auswandererpässe, der Fahrtermäßigungen, der Auskunfterteilung für Ansiedler in fremden Ländern, Kurse in englischer Sprache, Hilfe für Auswandererfamilien und die Organisation der bezüglichen Bureaus. Es wurde beschlossen, den Galveston- Auswanderungsplan der Ito, dessen Erneuerung Professor Mandelstamm mitteilte, sowie auch andere bereits existierende Auswanderungsgesellschaften zu unterstützen. Ferner wurde beschlossen, das Ica-Departement zu verpflichten, die Auswanderung nach allen jenen Gebieten zu dirigieren, in denen seine Tätigkeit nicht behindert ist. Für die Auswanderer wird freie ärztliche Untersuchung eingerichtet werden. Betreffs der finanziellen Unterstützung wurde beschlossen, sich an die Pariser Zentrale der Ica in Paris um einen großem Zuschuß zu wenden und zu versuchen, Gaben aus dem Chorobka- Fonds zu erhalten. Nach Beendigung der Konferenz gab Herr Dr. Katzenelsohn den Delegierten ein Bankett, im Verlaufe dessen sich die Delegierten in das Goldene Buch des Jüdischen Nationalfonds eintrugen und die hierfür nötige Summe sofort zeichneten. Eine neue Zeitschrift für jüdisch-pädagogische Fragen Demnächst erscheint in Odessa das erste Heft der von der Gesellschaft zur Verbreitung von Aufklärung unter den russischen Juden herausgegebenen Zeitschrift für jüdisches Erziehungs- und Bildungswesen. Die Zeitschrift erscheint in russischer Sprache, soll aber ab und zu Beilagen in hebräischer Sprache und im Jargon bringen. Die russische Generalpostverwaltung über den Chef der russischen Post in Jerusalem, Solornjak Das russische Hauptamt für Post- und Telegraphenwesen sah sich durch die Hetzereien, die seit einiger Zeit in der antisemitischen Presse gegen den Chef der russischen Post in Jerusalem Solornjak lanciert werden, veranlaßt, in der „No woje Wremja" ein offizielles Dementi zu verötfentlichen, in welchem festgestellt wird, daß all die betreffenden Beschuldigungen gegen Solornjak jeder Grundlage entbehren, daß vielmehr die Tätigkeit Solomjaks eine in jeder Beziehung musterhafte ist. Man sieht, daß auch eine hohe russische Behörde sich bisweilen dazu versteht, wenn es ihre Interessen erfordern, ein wichtiges Amt einem Juden, und zwar einem ausgesprochenen Nationaljuden, anzuvertrauen und ihn sogar vor antisemitischen Angriffen in Schutz zu nehmen. Zum Fall Qlusker Das Ober-Kriegsgericht verlangte dem Kiewer Kriegsgerichte die Dokumente zur Gluskeraffäre ab. Wie bekannt, bemüht sich die Witwe des unschuldig hingerichteten Glusker um die Revision des Urteils des Kriegsgerichts. Ein Schritt zur Demokratisierung der jüdischen Gemeinde in Petersburg Den Bemühungen der national und demokratisch gesinnten Kreise der Petersburger Jüdischen Gemeinde ist es endlich gelungen, eine Verfügung des Petersburger Stadthauptmanns zu erwirken, wonach die das Stimmrecht in Gemeindeangelegenheiten verleihende Gemeindesteuer von 25 auf 3 Rubel jährlich herabgesetzt wird. Dieser Beschluß dürfte von prinzipieller Bedeutung für die Gestaltung der jüdischen Gemeindeangelegenheiten in Rußland werden. jy NACHRICHTEN ^T] Ein Freispruch Aus Wien wird uns gemeldet: Das antisemitische „Deutsehe Volksbl&tt- (Herausgeber Ernst Vergani) hatte anläßlich, des Leichenbegängnisses Luegers einen rüden antisemitischen Artikel veröffentlicht, in welchem u. a. die Christen aufgefordert wurden, Steine in die Taschen zu nehmen und die „arroganten Judeniiason gerade zu klopfen'. Die Staatsanwaltschafterblickte in dieser VerüffeiitliclmiiG: den Tatbestand des § 305 Str.-G-. (Aufreizung zu gesetzlich verbotenen Handlungen) und erhob deshalb die Anklage g<\i>'en den verantwortliehen .Redakteur Banne rt. Die Wiener Geschworenen verneinten die gestellte Schuldfrage mit 11 g<'g<*n 1 Stimme, worauf Bannert freigesprochen wurde. Mißgeschick der Londoner Reformsynagoge Die -Eröffnung der Reformsynagoge in London ist auf unbestimmte Zeit vertagt worden. Die Ursache soll die geringe Zahl von Mitgliedern sein, die sich der Reformgemeinde angeschlossen haben. Sir Rufus Isaacs — Generalstaatsanwalt Der englische Solicitor General Sir Rufus Isaacs ist zum Attorney General ernannt worden. Es ist das erstemal, daß ein Jude diesen hohen und verantwortungsvollen Posten bekleidet. Abermalige Verschiebung der Jubiläumsfeier der Alliance Isra^lite Universelle Bekanntlich ist im Vorsommer d. J. die Feier des 50 jährigen Bestandes der A. I. U., die in Paris besonders festlich hätte begangen werden sollen, wegen des ungünstigen Gesundheitszustandes des Präsidenten der A. I. U., Herrn Narcisse Leven, auf den Herbst verschoben worden. Da sich aber inzwischen das Befinden des Herrn Leven nicht sonderlich gebessert hat, ist die Jubelfeier bis auf weiteres aufgeschoben worden. Errichtung eines jüdischen Theaters in London In der vorigen Woche hat die zur Erbauung eines jüdischen Theaters in London gebildete Aktiengesellschaft ein Grundstück im East End erworben. Mit dem Bau soll schon in nächster Zeit begonnen werden. Ein jüdischer Sheriff in Hull Herr Edward Dumoulin in Hull ist zum Sheriff der Stadt für das kommende Amtsjahr ernannt worden. Wasserversorgung und Kanalisierung Jerusalems Herr David Yellin aus Jerusalem weilt zurzeit in London. Er ist mit einem Empfehlungsschreiben des Bürgermeisters von Jerusalem, Hussein Effendi, versehen, um verschiedene Personen für ein Unternehmen, welches die Verbesserung der Wasserleitung und ein modernes System der Abflußkanalisation zum Zwecke hat, zu interessieren. Am 15. d. M. hielt er im jüdischen Institut einen hebräischen Vortrag mit Lichtbildern über die Samaritaner Büchereinlauf. Seh. Dubnow, Allgemeine Jüdische Geschichte (Jargon) T. und II. Teil. Verlag Hed-Hasman, Wilna. Bibliotheka Gedulah. 28—29. Lieferung. J. Katzenelson, Gedichte (hebräisch). II. Teil. 30—32. Jahrg. Klausner, Jahaduth w'anuschjuth. I. Teil. Fichtes Staats- und Volkswirtschaftslehre. I. Teil. Die Staatslehre von Dr. M. Glückson. Börner Studien für Philosophie und ihre Geschichte. Band LXX. Bern 1910. Verlag „Laam" Nr. 6 Hachaijm btipath inaijii. von W. Lonkewitz-Silnik er. Gedichte (hebräisch). Verlag Assaf, Jerusalem 1910. Volk und Land (Jargon). Sammelbücher über den Zionismus. I. Buch. Wilna 1910. bx^W V2 mvblb p"Dt> Ny/3nn nwb nV? Dl- M- Poppelauers Berliner Volkskalen der. Für Israeliten auf das Jahr 5671 (1911). Mit literar. Notizen und einem Gedenkblatt vorsehen. Jahrg. 51. Berlin. M. Poppelauer 1910. 32°. Der kleine Kalender, der bereits ein zweites halbes Jahrhundert beginnt, erfreut sich mit Recht größter Beliebtheit. Auch in diesem Jahre hat der gute Kalendermacher in trefflicher Weise seine Pflicht getan. H. L. Bei der Kunstgewerbeschule „Bezale!" in Jerusalem gingen ein: Natan Golodetz, Kijeff Mitglieder . . . Frs. 5.— Dr. J. Tuwim, St. Petersburg „ . . . „ 30.— A.W. Mohilewsky, Gniwan Sutiski Sawod „ . . . „ 5.—

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