Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 14 (1910)
- Issue
- 41-42 (17.10.1910)
- Date
- 1910-10-17
- Page
- – (sequence 132)
- Language
- German
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JUePISCH6R MATIOnAL-FOriDS^^ Der Jüdische Nationalfonds ist dazu bestimmt, in Palästina Grund und Boden als unveräußerliches Eigentum des jüdischen Volke* eu erwerben. Vom F. Zionisterikongreß im Jahre 1901 gestiftet, hat er bereits die Höhe von Uber 2 Millionen Mark erreicht MITTEILUNGEN DES HAUPTBUREAUS DES JÜDISCHEN NATIONALFONDS IN KÖLN Arbeiterhäuser in den jüdischen Kolonien Die Seßbaftmachung jüdischer Arbeiter in den Kolonien, seit langem eine der brennendsten Fragen der Palästinakolonisation, soll nunmehr einer befriedigenden Lösung zugeführt werden. Wie schon in der „Welt" Nr. 32 berichtet, hat das Nationalfondsdirektorium in seiner Sitzung vom 1. August 20 000 Frcs. für den Bau einer oder mehrerer Heimstätten für ledige Arbeiter bewilligt. Für denselben Zweck sind schon früher zirka 1600 Frcs. beim Palästinaressort eingegangen. Gemäß Beschluß des Engeren Aktionskomitees (in der Sitzung vom 25. September) «oll ferner die für die Errichtung von Arbeiterhäusern bestimmte David - und - Fanny-Wolffsohn-Stiftung dem Jüdischen Nationalfonds angegliedert werden. Diese Stiftung hat folgende Vorgeschichte: Anläßlich der silbernen Hochzeit des Präsidenten Wolffsohn hat seinerzeit die Zionistische Vereinigung für Deutschland 2000 Mark der Jüdischen Kolonialbank in London zur Gründung einer „David- und-Fanny-Wolffsohn-Stiftung" übergeben und das Verfügungsrecht über den Zweck Herrn Wolffsohn übertragen. Nachdem das Engere Aktionskomitee sich davon überzeugt hat, daß es eine der dringendsten gegenwärtigen Aufgaben in Palästina ist, Häuser für die in den Kolonien anzusiedelnden jüdischen Arbeiter zu errichten, hat Herr Wolffsohn bestimmt, daß der gespendete Betrag diesem Zwecke gewidmet werden solle. Im Hinblick auf d.e Dringlichkeit der Sache sind die Arbeiten, sowohl für den Bau von Einfamilienhäusern für verheiratete Arbeiter, wofür in erster Reihe die Mittel der David-und-Fanny-Wolffsohn-Stiftung in Betracht kommen, wie auch für den Bau zweier Heimstätten für unverheiratete Arbeiter bereits in Angriff genommen worden. Man berichtet uns darüber aus Palästina: „Zunächst sollen in Rechoboth und Petach-Tikwah je fünf, in Wadi-Haniri ein und in Rischon-le-Zion vier Häuser aufgeführt werden. Das Haus in Wadi-Hanin ist bereits fertiggestellt und einem Arbeiter übergeben worden; in Rechoboth ist mit dem Bau der Häuser bereits begonnen; in Petach-Tikwah ist der Bau ebenfalls in Angriff genommen worden. Infolge der Weinlese ist in Rischon eine Verzögerung entstanden; es wird aber auch dort in kurzem mit dem Bau begonnen werden. Betreffs der Verwendung der vom Nationalfonds für den Bau von Ledigenheimen zur Verfügung gestellten 20 000 Frcs. hat das Palästina-Amt im Einvernehmen mit der Arbeiterschaft beschlossen, für ein Arbeiterheiirt in Chederah zirka 7000 Frcs. und den Restbetrag für ein Haus in Petach-Tikwah zu verwenden. Die Verwaltung von Chederah, die erfreulicherweise bestrebt ist, möglichst viele jüdische Arbeiter heranzuziehen, hat sich bereit erklärt, den Baugrund umsonst herzugeben und auch die Zufuhrarbeiten für den Bau kostenlos zu übernehmen. Der Bau wird in aller Kürze in Angr'Ü genommen. Petach-Tikwah hat die Möglichkeit, unter allen Kolonien die meisten Arbeiter zu beschäftigen. Wenn dort die Lebensbedingungen der Arbeiter verbessert werden, so wird sich ihre Zahl gewiß vergrößern können. Der Betrag, der für Petach-Tikwah zurückbleibt, ist allerdings für eine so große Kolonie ziemlich gering; es ist aber zu hoffen, daß auch andere Gesellschaften, die sich für diese Frage interessieren, die nötigen Mittel beitragen werden, damit dort ein Haus für wenigstens 50 bis 60 Arbeiter errichtet werden kann.* Nach den hier wiedergegebenen Mitteilungen ist nur endlich der Anfang gemacht worden, um die Wohnungs frage der palästinensischen Arbeiter in zweckdienliche) Weise zu lösen. Es ist das Verdienst des Zionismus daß dieser Sache bei der Frage der Kolonisation Palästinas nun die nötige Aufmerksamkeit und wirksame Förderung zuteil wird, und es ist zu erwarten, daß auch die andern großen jüdischen Kolonisationsorganisationelt sich nunmehr energisch an der endgültigen Lösung dieser Lebensfrage beteiligen werden. Auch für die Gewerbearbeiter ist in den letzter- Wochen laut Beschluß der letzten Direktoriumsitzung ein für die Zukunft recht bedeutsames Bauwerk in Angriff genommen worden, nämlich der Bau einer Anzahl von Wohnungen für jemenitische Filigranarbeiter des Bezalel auf Nationalfondsboden in Ben Schämen (bei Lydda). Aus Palästina berichtet man uns über den Stand der Arbeiten:;;Mit dem Bau dieser Häuser ist bereits in der vergangenen Woche begonnen worden. Die Kontrakte mit den Bauunternehmern sind abgeschlossen; die Häuser sollen möglichst rasch fertig werden, damit die Übersiedlung vor Eintritt des neuen Umzugtermins (im Dezember) erfolgen kann.*