Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 14 (1910)
- Issue
- 41-42 (17.10.1910)
- Date
- 1910-10-17
- Page
- – (sequence 122)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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rv. 1116 DlE3^EELT No. 41 %-H I-;" i1 i: -# r fjöljlenlöcbern, in benen fidi einft, in oerfcbollenen böfen Tagen bie Perteibiger bes jübifcben Canbes oor ihren Feinben bis zum letjten Kampfe oerborgen hatten. Daoib erinnerte mit einigen bewegten Worten an biefe 3eit. Unb noch eine kurze Strecke mußten fie fahren, ba machte bie Straße eine Biegung, unb oor ihnen lag plötjlid) im Tlacbmittagsfonnenglanze bie bolbe ebene oon öenezaretb, cor ihnen lag ber See. £in Ausruf bes Entzückens entrang fid) bem HIunDe Friebridis bei biefem unertoarteten unb herrlichen Hnblick. Huf ber coeiten Fläche bes Sees oon öenezaretlj zogen Diele große unb kleine Schiffe ihre leuditenben Furchen. Segel fdjimmerten unb ÜTeffingteile ber elektrifcben Barken blitjten. flm fenfeitigen Ufer unb überall im örün ber beforfteten Höben fab man roeiße Pillen glänzen. Unb i)'m war JUagbala, ein funkelnb neues, zierlidies Stäbtdien mit 6ärten, mit fdimucken fjäufcrn.*9' Uber bie Reifenben fuhren ohne Aufenthalt toeiter gegen Tiberias, fübtoärts am Stranbe bin. Sie hatten ein Sdjaufpiel oon beller Cebensfreube cor fidi, etcoas, bas an bie glorreidien Saifontage an ber Rioiera zioifcben Cannes unb Tlizza erinnerte. Flllerlei luftiges Fuforroerk mit eleganten f euten trieb oorüber. 3umeift toaren es Jltotonragen oon bübfdjer öeftalt für ztoei, brei unb mebr Infaffen. Dodj fab man auch altertümliche mit Pferben ober Illaulefeln befpannte Karren, unb zroifd]enburdj Rabfabrer, Reiter, unb auf bem glatten Fußpfabe längft bes TDaffers tooljlgelaunte Spazierganger. €s mar bas internationale Publikum jener Babeorte, bie ben mobifdjen 3ulauf haben. Kingscourt unb Friebrid) erfuhren jetjt, bas Tiberias toegen feiner heilkräftigen mannen Quellen unfr rounberoollen f age oon ben roohIhabenben IDinterflüchtlingen aus Europa unb Amerika aufgefudjt toerbe, bie getoobnt toaren, ben eeoigen Frühling in Sizilien ober Ägypten aufzufueben. Sobalb flnfidit oon Tiberias bie erften oornebmen Rotels in Tiberias errichtet toaren, begann ber Frembenftrom auch hierher zu fließen, öefdjickte Schweizer öaftroirte hatten bie klimatifeben Porzüge unb lanbfehaftlichen. Schönheiten ber öegenb oon Tiberias zuerft erkannt, ausgenützt unb babet glänzenbe 6efd)äfte gemacht. Der motortoagen fuhr jeljt an einigen biefer Rotels oorbei. Huf ben Baikonen (aßen Damen unb fjerren, unb betrachteten bas bunte Sdiaufpiel ber Faljrftraße, bas heitere Treiben auf bem See- Hinter ben öafthöfen tparen Tennistoiefen, auf benen lüäb^ dien unb Jünglinge in toeißer Tracht Ball fpielten. Ruf einigen großen Terraffen gab es Rlufik, ungarifche, rumänifche unb italienifdie Banben im national koftüm. Dies alles nahmen D,aoibs öäfte nur im Dorübereilen mabr, benn ihr 3iel toar ferner. Sie burchfuhren bie Stabt Tiberias ber Eänge nach oom Ilorben nach Süben, blickten flüchtig in bie netten öäßeben, oie fleh oon ber fjauptoerkebrs* aber abzweigten, fahen Plätje mit feinen Hillen Paläften unb einen orientalifch lebhaften kleinen Isafen. Sie fahen ftattlidie JFlofcbeen, Kirchen mit bem lateinifchen unb griediifchen Kreuz, unb Synagogen in fteinerner Pracht. Dann toaren fie am Sübenbe ber Stabt, too es toieber Pillen unb Rotels gab, bie fich in febmucker Reihe, nur oon Gärten unterbrochen, beiläufig eine halbe öehftunbe coeit bis zu einem größern Haufen oon öebäuben fortfetjten: bort befanben fich bie heißen Quellen, bie ausgebehnten Babeanftalten. Ungefähr in ber IITitte ztoifdjen ber Stabt unb ben Bäbern, oor bem öitter einer in Caubirerk halb oerborgenen Pilla -machte ber TTIotortoagen f|alt. Wenn Ihr toollt, ift es kein ffläreben. mm^mm