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Die Welt · 1910-10-17 · 41-42 (17.10.1910) · page 119

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Journal
Die Welt
Volume
14 (1910)
Issue
41-42 (17.10.1910)
Date
1910-10-17
Page
– (sequence 119)
Language
German
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daß kein Zweifel über die Authentizität der Tatsachen lind die Genauigkeit ihrer Ziffern aufkommen kann. Außer den Mitgliedern der Kommission sollten die Vertreter jeder Kolonie (entsprechend der Zahl ihrer Kolonisten bzw. der Einwohner), ferner die Vertreter Palrnengarten in Richon le Zion ier organisierten Arbeitergruppen, der Künstler, Professoren, Ärzte, Techniker usw. an der Konferenz teilnehmen. Jedem Mitglied der Konferenz soll die Kommission auf Wunsch die Reise- und Aufenthaltskosten zurückerstatten. Selbstverständlich könnte nur ein Vlinimalbetrag ersetzt werden, aber dies sollte geschehen, im es jedem Gewählten zu ermöglichen, an derKonferenz eilzunehmen. Es wäre Aufgabe der Kommission, Ort tnd Zeit der Konferenz zu bestimmen, und sie hätte ■die Vorbereitungen derart zu treffen, daß es hinterher heine Überraschungen gäbe. Ferner erscheint es mir nötig, eine offizielle oder ffiziöse Ermächtigung zur Abhaltung der Konferenz inzuholen. Die Vertreter der lokalen Behörden sollten ingeladen werden, den Beratungen beizuwohnen, und les fernem sollte man dafür sorgen, daß einige Ver-;eter der Polizei den Organisatoren zur Seite stehen, elbstverständlich müßte außerdem eine Gruppe Ordner ir die innere Ordnung sorgen. Wir haben bei unsern Verhandlungen nichts zu verergen. Es wäre höchstens zu befürchten, daß man leht, wie schlecht wir dran sind und wie klein unsere rfolge noch sind, im Vergleich zu unsern Opfern und \nstrengungen. Wir müssen uns ernstlich mit den remeininteressen Palästinas befassen, wir müssen genau achprüfen, wie eine gewisse Anzahl unserer Brüder ndgültig anzusiedeln und wie die Produktionskraft des Landes zu heben wäre. Wir sollten ferner eine ernste wissenschaftliche Diskussion zwischen den Vertretern ier verschiedenen Meinungen öffentlich und unter der Kontrolle der öffentlichen Meinung anregen. Das würde unserer Kolonisationsbewegung in Palästina sicherlich ^eine Vorurteile zuziehen. Es ist natürlich, daß die Zusammenkunft keinen politischen und auch keinen zionistischen Charakter fragen darf. Sie wird aber für die Zionisten ebenso wie für alle andern Institutionen, die sich für Palästina interessieren, ein Mittel sein, einen Schritt weiter zu kommen, die gegenseitigen Ansichten kennen zu lernen und die verschiedenen Fragen mit Ernst zu betrachten. Ich zweifle keinen Augenblick, daß die türkischen Patrioten, wenn einige derselben der Konferenz beiwohnen oder sich über deren Verhandlungen genau informieren, erkennen werden, wie übertrieben die Gerüchte sind, welche über Fortschritt und Form der jüdischen Bewegung in Palästina verbreitet werden, und wieviel Gutes die Kolonisationsbestrebungen der Juden in Palästina dem Land und seinen Bewohnern gebracht hat. Sie würden erkennen, wie sehr wir die letztern bereichert und gebildet, und um wieviel wir ihre Kultur vom geistigen wie vom landwirtschaftlichen Standpunkt aus gehoben haben. Es ist an der Zeit, dies alles klar zu sagen und zu beweisen, jetzt gerade, wo ungerechterweise in einigen türkischen und sogar jungtürkischen Kreisen ein gewisses Mißtrauen gegen unsere Bewegung verbreitet wird. Auf einem Punkt müßten wir unbedingt bestehen. Die Zusammenkunft bzw. die Konferenz soll einen rein beratenden Charakter tragen, sie soll nicht mehr als einen Gedankenaustausch unter günstigsten Bedingungen ermöglichen. Man soll Vorschläge und Wünsche vorbringen, aber keinesfalls für die vertretenen Institutionen oder Kolonien bindende Beschlüsse fassen dürfen. Diese Beschränkung müßte sich die Konferenz unbedingt auferlegen. Zwar mag es dann vielleicht geschehen, daß die Ansicht der Mehrheit von der einen oder andern vertretenen Institution nicht beachtet wird, aber ich bin sicher, daß diese Ansicht früher oder später sich ausbreiten und die Tätigkeit unserer zerstreuten Kräfte beeinflussen wird. Das stenographische Protokoll der Konferenz, in Broschürenform herausgegeben, wird zweifellos einen der größten Erfolge in der zionistischen Welt darstellen. Es wird, von der Tagespresse auszugsweise wiedergegeben, ein überaus kräftiges Propagandamittel bilden und unsere Fragen in den Vordergrund des Interesses schieben. Gleichzeitig würde diese Broschüre der zionistischen Bewegung und insbesondere den zahlreichen Männern, die persönlich oder durch ihr Kapital etwas in Palästina tun wollen, von größtem Nutzen sein. Markt in Richon le Zion Es ist nicht ausgeschlossen, daß eine solche Konferenz den Anfang einer allgemeinen Organisation der palästinensischen Juden bilden wird. Aber wohl verstanden: die Organisation und unsere Konferenz sind zwei durchaus verschiedene Dinge, die zu verwechseln wir uns wTohl hüten müssen.

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