Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 14 (1910)
- Issue
- 41-42 (17.10.1910)
- Date
- 1910-10-17
- Page
- – (sequence 113)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 1× ep/1047930
- Safed 1× ep/1046078
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T No. 41 DIE3&ELT 1107 Architekten. Die Bautätigkeit ist in Palästina sehr rege. Die Hospitäler, chulen, Gotteshäuser vermehren sich von Jahr zu Jahr, und uch Privathäuser, allerdings meist Jkleine, wenig kostspielige läuser, werden in großer Zahl gebaut. Bisher sind für große -auten besondere Architekten aus Europa berufen worden, wäh-;nd Privatleute ihre Häuser meist ohne Hilfe eines Architekten urch hiesige Maurermeister bauen lassen. Indessen würde ein tchtiger, erfahrener Architekt in Jaffa, Haifa oder Jerusalem ahrscheinlich doch von vielen Bauunternehmern zu Rate gezogen erden und könnte sich eine auskömmliche Existenz verschaffen, isher gibt es nur in Jerusalem und in Galiläa je einen Juden, alche Architekten-Arbeiten übernehmen. Chemiker aben zurzeit in Palästina keine Aussicht auf Existenz, falls sie ein eigenes Kapital haben. Leute mit 10U00 bis 20 000 Frcs. Kapital könnten dagegen durch die Fabrikation von Drogen, therischem Öl und durch die Herstellung von Eis auf einer todernen Eismaschine voraussichtlich ihr Auskommen finden. Techniker und Ingenieure. Techniker und Ingenieure werden bei der bisherigen geringen idustriellen Entwicklung Palästinas nur in sehr geringer Zahl (»braucht. Techniker und Ingenieure sind angestellt: a) 'beim Bau der projektierten oder bereits im Bau befindicben Eisenbahnen. Anstellung durch die türkische Regierung 1 nach Bedarf. Die meiste Aussicht auf Anstellung haben Ottolanen, Franzosen oder Deutsche. Kenntnis der französischen Sprache erforderlich. b) in den Maschinenfabriken von Stein und Wagner in Jaffa nd der Fabrik Athid in Haifa. Augenblicklich keine Vakanz. >er Bedarf an Ingenieuren und Technikern wird steigen, sobald Sie zahlreichen Projekte für künstliche Bewässerung. Gas- und lektrische Beleuchtung, Tramways, Kleinbahnen und Chausseeauten ihrer Verwirklichung näherrücken. Vorläufig finden Inenieure und Techniker ohne eigenes Kapital in Palästina noch ein geeignetes Tätigkeitsfeld. Tierärzte. Für einige tüchtige Tierärzte bietet sich in Palästina aller oraussicht nach noch die Möglichkeit einer Existenz. Es gibt isher in Palästina nur einen jüdischen Tierarzt in Chedera und inen von der türkischen Regierung angestellten Tierarzt, der bei* anscheinend nur sehr selten in die landwirtschaftlichen Koonien kommt. Da der Viehbestand sowohl in den deutschen ie auch in den jüdischen Kolonien nicht unbeträchtlich ist und vriehkrankheiten ziemlich häufig sind, dürfte sowohl in Judäa vie in Ober- und Untergaliläa für je einen Tierarzt genügend Jeschäftigung vorhanden sein. Allerdings wird dem Tierarzt im Anfang die ziemlich schwere Aufgabe zufallen, die Kolonisten urch die Praxis von der Wichtigkeit einer rechtzeitigen tierärztlichen Behandlung zu überzeugen. Wenn dies gelingt, werben sich wahrscheinlich die jüdischen Kolonien auch zur Anfellung von Tierärzten gegen festes Gehalt entschließen. Es ist löglich, daß die jüdischen Kolonisationsgesellschaften hierzu ine Beihilfe gewähren. Dagegen ist es ausgeschlossen, daß die iidischen Kolonien schon jetzt auf brieflichem Wege einen Tierrzt aus Europa engagieren. Juristen iahen nur dann Aussicht auf Praxis, wenn sie des türkischen iechts und der türkischen und arabischen Sprache mächtig sind. V. Frauenberufe. Kindergärtnerinnen vrerden für die in letzter Zeit an Zahl und Bedeutung immer «iehr zunehmenden Kindergärten in erheblicher Anzahl verlangt, loch wird der größte Teil der Stellungen durch Mädchen aus ler palästinensischen Bevölkerung selbst besetzt. Die größte ^ahl der palästinensischen Kindergärten wird vom Hilfsverein der Deutschen Juden in Berlin, Steglitzer Straße 12, unterhalten. Ks empfiehlt sich für die Bewerberinnen, zunächst bei diesem h erein anzufragen, ob offene Stellen vorhanden sind. Die aus- •si'hließliche Sprache in den Kindergärten ist das Hebräische, 1 essen gründliche Kenntnis für die Kindergärtnerinnen unentbehrlich ist. Krankenpflegerinnen. Es gibt in Jerusalem mehrere Hospitäler und in Jaffa, Safed und in den jüdischen Kolonien Rischon le Zion und Sichron Jacob je ein jüdisches Hospital. Ein Hospital in Jerusalem und das Hospital in Jaffa haben bereits in Europa ausgebildete Krankenschwestern, die übrigen Hospitäler noch nicht. Bei dem einen oder dem andern Hospital werden einige kräftige, gesunde Krankenpflegerinnen bei bescheidenen Ansprüchen voraussichtlich noch eine Stellung finden können. Außer freier Wohnung wird eine monatliche Vergütung von zirka 50 Frcs. gewährt. Als Sprache ist die jüdische oder deutsche ausreichend, doch ist die Kenntnis der hebräischen, französischen und arabischen Sprache wünschenswert. Lehrerinnen. Europäisch gebildete Lehrerinnen sind an folgenden palästinensischen Schulen angestellt: 1. An der Mädchenschule der Aliance Israelite Universelle in Jerusalem; Unterrichtssprache: Französisch. 2. An derEvelin of Rothschild School for girls in Jerusalem; Unterrichtssprache: Englisch. 3. An der Mädchenschule des Odessaer Komitees in Jaffa; Unterrichtssprache: Hebräisch. 4. An der Mädchenschule des Hilfsvereins der Deutschen Juden in Jerusalem; Unterrichtssprache: Deutsch und Hebräisch. Auch an einigen Knabenschulen oder gemischten Schulen, wie z. B. dem Hebräischen Gymnasium in Jaffa (Adresse: G-ymnasia Ibrith, Jaffa) sind Lehrerinnen für Elementarfächer oder fremde Sprachen (Französisch, Deutsch) tätig. Die Schulen der Ailiance stellen fast ausschließlich solche Lehrerinnen an, die in dem Lehrerseminar der Ailiance in Paris ausgebildet oder selbst aus. einer Alllanceschule hervorgegangen sind. Die Evelin of Rothschild School verlangt von ihren Lehrerinnen die Beherrschung des Englischen und Religiosität im Sinne des traditionellen Judentums. Bewerbungen sind zu richten an die Leiterin Miss Annie Landau in Jerusalem. Die Mädchenschule des Odessaer Komitees ist in jüdischnationalem Sinne geleitet. Die Beherrschung des Hebräischen als Umgangssprache ist für die Lehrerin durchaus erforderlich. Bewerbungen sind zu richten an den Leiter Dr. Turoff in Jaffa. Die Mädchenschule des Hilfsvereins nimmt ihre Lehrerinnen vorwiegend aus Deutschland (und Deutsch-Österreich). Bewerbungen an den Hilfsverein der Deutschen Juden in Berlin, Steglitzer Straße 12. Alle obengenannten Schulen sind sechs- bis achtklassig, außer der Unterrichtssprache werden gewöhnlich noch ein bis zwei andere Sprachen gelehrt. Die wöchentliche Stundenzahl einer Lehrerin beträgt zirka dreißig, das monatliche Gehalt zwischen 100 bis 200 Frs. Wohnung und Beköstigung in einer bürgerlichen Familie oder in einem mittlem Hotel kostet bis zirka 100 Frs. monatlich. Ein Mangel an Lehrerinnen besteht augenblicklich nicht, doch werden von Zeit zu Zeit durch Fortgang der jetzigen Lehrerinnen oder Vermehrung der Klassen Stellungen frei. Es empfiehlt sich, in jedem einzelnen Falle wegen einer Vakanz bei den oben bezeichneten Schulleitern vorher anzufragen. Weibliches Hauspersonal ist sehr gesucht. Der Lohn schwankt zwischen 15 bis 30 Frs. monatlich. Kindermädchen, Hausmädchen und Köchinnen können jederzeit Stellung bekommen. Schneiderinnen und Modistinnen sind noch wenige vorhanden und können in den Städten und den größern Kolonien Beschäftigung finden. Sie müssen allerdings für die schwierige Anfangszeit wenigstens einige 100 Frs. Reservekapital haben. VI. Die Kosten der Lebenshaltung in Palästina. Die Lebenshaltung in Palästina kommt in bezug auf die Kosten ungefähr der Lebenshaltung in einer kleinen oder mittlem Stadt in Kußland oder Galizien gleich. Waren, die von Europa eingeführt werden (Kolonialwaren und fast alle Industrieprodukte), sind etwas teurer, Früchte und Gemüse im Durchschnitt etwas billiger. Im einzelnen stellen sich zurzeit in Jaffa die Preise für die wichtigsten Lebensmittel und Gebrauchsartikel ungefähr, wie folgt: Weizenbrot aus europ. Mühlen ..... 0.45 Frcs. per kg „ „ arab. „ ..... 0.32 „ B „ Koggenbrot, schwarzes ......... 0.33 „ „ „