Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 14 (1910)
- Issue
- 41-42 (17.10.1910)
- Date
- 1910-10-17
- Page
- – (sequence 93)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 41 DIE^ELT 1087 Schrift von Zioni-Poschut: „Was ist denn Palästina?" Die Frage der „Geülath-haarez" behandelt die Broschüre Lilienblums: „Geülah titnu laarez." Mit dem edlen Pathos, das die ersten zionistischen Schriften Lilienblums kennzeichnet, werden hier weite Volkskreise zu tatkräftiger Initiative auf dem Gebiete des Bodenerwerbs in Palästina aufgefordert. Uber „Jüdische Arbeiter in Palästina" berichtet in schlichten Worten B. Spielberg. Wer eine kurzgefaßte Darstellung der Lebensbedingungen, Zukunftsaussichten und organisatorischen Bestrebungen der palästinensischen Arbeiter haben will, wird gern zu diesem kleinen Schriftchen greifen. Den geschichtlichen Zusammenhang des jüdischen Volkes mit dem jüdischen Lande beleuchtet die drei \ogen starke Monographie Gr. Brodowsky's, „Geschichte Palästinas". Der ungeheure Stoff ist hier •echt geschickt und übersichtlich verarbeitet. Ober eine der schönsten und erhebendsten Schöpfungen noderner Palästinaarbeit, über den „Bezalel, seine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft" erzählt 1er GründSr und hingebungsvolle Leiter dieser aufstrebenden Anstalt, Professor Boris Schatz. Die liebeolle, anziehende Darstellung, die schöne Ausstattung, die. zahlreichen Zeichnungen des begabten Bezalelschülers Jacob Stark, die Abbildungen der verschiedenen Abteilungen und Ateliers des Bezalel, all dies vereiht dem hübschen Werkchen einen eigenartigen Reiz tnd rechtfertigt seine große Beliebtheit. Das fünfundzwanzigjährige Jubiläum der Gründung ■ier Kolonie Gederah durch die unter dem Namen Bilu" (Abbreviatur von „Beth Jacob, Fchu w'nelchah!") oekanntetl Pioniere gab Anlaß zur Veröffentlichung einer Monographie aus der Feder M. Schalits über „Die Bilu". wird hier das ergreifende Geschick jener edlen Enthusiasten* geschildert, die ihr Vaterland verlassen und ihre freien Berufe (sie waren allesamt Akademiker) aufgegeben hatten, um im fernen Lande der Väter unter ien größten Entbehrungen den Grundstein für die landwirtschaftliche Besiedelung Palästinas durch Juden zu legen. Neben diesen Publikationen der „Kopeken-Bibiothek" kommen als volkstümliche Palästinaschriften loch die vom Odessaer Verlage „Palästina" publizierten Werke in Betracht. Der größere Umfang dieser für einen etwas engern Kreis bestimmten Schriften ermögichte eine eingehendere und erschöpfendere Behandlung ler Themata. Dieser vom Odessaer Palästinakomitee zuerst subventionierte und später ganz übernommene Verlag publizierte — vornehmlich in russischer Sprache — eine Anzahl von Monographien über Palästina und Palästinafragen. Als Grundlage für weitere Spezialabhandlungen erschien zuerst ein „geographischer Umriß Palästinas" von Gr. Brodowsky. Das Problem des „Schulwesens in Palästina" behandelt Ussischkin. Er entwirft ein lebensvolles Bild von den herrschenden Schulverhältnissen in den verschiedenen Kreisen der jüdischen Bevölkerung in den Städten und Kolonien, und skizziert in großen Zügen die Aufgaben einer gesunden nationalen Schulpolitik. Ober „Das jüdische Element in Palästina" in seiner mannigfachen wirtschaftlichen und kulturellen Gliederung, referiert Zioni-Poschut (Jargon) in sachlich schlichter Weise. Eine kurzgefaßte Zusammenstellung von „Mitteilungen für Emigranten über Palästina" bildet die vierte Nummer in den Publikationen des Verlags. Es folgen sodann „Beiträge zur ökonomischen Lage Palästinas" von S. Gordon, die eine ziemlich ausführliche Aufstellung über das Verkehrs- und Transportwesen, Handel und Industrie in Palästina und den Nachbargebieten enthalten. Über „Die sanitär-medizinischen Verhältnisse Palästinas" berichtet Dr. Millel Joffe. Er bespricht die klimatischen und hygienischen Zustände im Lande für Palästina und schließt mit einem Appell an die jüdischen Ärzte, eine systematische Erforschungs- und Sanierungsaktion in Palästina einzuleiten. Eine größere Sammelschrift (im Jargon) über „unsere Aufgaben in Palästina" mit Beiträgen von Franz Oppenheimer, M. Scheinkin, Ussischkin, Warburg u. a. erregte das Mißfallen der vvohllöblichen Zensur und wurde konfisziert. — Eine instruktive Studie über „Das autonome Libanongebiet" bietet S. Gordon. Wenn wir noch der russischen Ausgabe der Warburgschen „Kolonisation Palästinas", der Broschüre Dr. Soskins über „Groß- und Kleinkolonisation", ferner einer Reihe von Gelegenheitsschriften des Odessaer Komitees, wie z. B. die „Beschreibung der palästinensischen Kolonien" von Meer o witsch, die „Materialien zur ökonomischen Lage der jüdischen Kolonien in Palästina" von Agronom Ettinger, der hebräischen Ausgabe des ältern „Palästina-Handbuchs" von D. Trietschusw., endlich noch der umfangreichen Schrift Isr. Beikinds über „Das moderne Palästina" gedenken, so haben wir die wesentlichsten populären Palästinaschriften aus den letzten Jahren berücksichtigt, die sich einer großen Verbreitung unter den jüdischen Massen Rußlands erfreuen. Die Kellereien von Rischon le Zion