Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 14 (1910)
- Issue
- 38 (23.9.1910)
- Date
- 1910-09-23
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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die Dauer zu rechnen ist, so behaupten doch viele Kolonisten, daß es gerade darauf angekommen sei, nur kurze Zeit die Krisis auszuhalten, und dazu hätte ein günstiger Absatz in einem Jahre viel beitragen können. Trotz dieser vorübergehenden Depression ist Katra eine durchaus aufstrebende Kolonie. Man sieht dies am besten daraus, daß kapitalkräftige Leute, die in Palästina sich ansiedeln wollen, sehr gerne mit ihrem Gelde in Katra Wirtschaften gründen . . . Von einigen jungen Kolonisten, die sich in Katra in den letzten zwei Jahren niedergelassen haben, hat einer über 110 000 Frcs. angelegt und eine Wirtschaft mit Getreidebau und Plantationen nach ganz modernem System eingerichtet. Die Resultate, die er schon in den ersten zwei Jahren erzielt hat, beweisen, daß die hiesige Landwirtschaft, gut betrieben, durchaus rentabel ist. Selbst in diesem Jahre, welches als schlechtes zu bezeichnen ist und in welchem viele Anlagen, wie z. B. ein kostspieliges Düngen des Bodens, noch keine Resultate ergeben konnten, wird der Jahresertrag seiner Wirtschaft eine fast 10°/oige Verzinsung des Anlagekapitals darstellen. Vor einigen Wochen hat wiederum ein aus Rußland vor kurzem eingetroffener Jude für 33 000 Frcs. eine Wirtschaft in Katra erstanden, deren Ausbau noch weitere 10—15 000 Frcs. kosten dürfte. Leider haben nur in Katra bis jetzt die jüdischen Arbeiter keinen festen Fuß fassen können. Selbst die Jemeniten, für die drei Häuser mit je zwei Wohnungen errichtet wurden, haben bis auf eine Familie die Kolonie verlassen, um in Rechowoth, wo bereits eine große jemenitische Gemeinde besteht und die Arbeitsbedingungen auch lohnender sind, zu arbeiten. Die aschkenasischen Arbeiter können dort hauptsächlich aus dem Grunde nicht bleiben, weil die Arbeitslöhne sehr gering sind. Der arabische Arbeiter bekommt dort 0.80—1.20 Frcs. täglich, womit ein jüdischer Arbeiter natürlich nicht auskommen kann. Die Araber kosten als ständige Arbeiter für das Gespann 25—28 Frcs. monatlich, wohingegen jüdische Gespannarbeiter in den judäischen Kolonien etwa 50 Frcs. als Monatslohn beziehen. Nur einige Söhne der Kolonisten arbeiten ständig in Katra. Schließung der Steinschen Fabrik Jaffa, 4. Sept. Vor einigen Tagen ist die Fabrik Stein, welche früher zu großen Hoffnungen Anlaß gegeben und in den letzten zwei Jahren sich im Stadium einer fast unheilbaren Krisis befunden hatte, durch das türkische Gericht geschlossen worden. Dies erfolgte auf Antrag zweier Gläubiger, sefardischer Juden. Die Generalversammlung der Aktionäre beschloß darauf, durch Übereinkommen mit diesen zwei Gläubigern die Aufhebung des gerichtlich eingeleiteten Konkursverfahrens zu bewirken und das ganze Unternehmen zu liquidieren. Ins Liquidationskomitee wurden die Herren Boris Feinberg, S. Rokeach und Dr. Ruppin gewählt. Vom Jaffaer hebräischen Gymnasium Jaffa, 6. Sept. In einer gemeinschaftlichen Sitzung des Aufsichtsrates und der Lehrerkonferenz wurde Dr. Bogratschoff zum Direktor des Gymnasiums für das nächste Schuljahr gewählt. Verlobung Unser Gesinnungsgenosse Herr Dr. Juda Zimmermann, Advokat in Krakau, Vizepräses des westgalizischen D. K. und Direktor der Krakauer Union Kreditbank, hat sich mit Frl. Mirjam Salz, Tatnow, Tochter des A. K.-Mitgliedes und Vorstandes des Österreichischen jüdischen Nationalvereines, Dr. Adolf Salz, Advokaten in T a r n o w, verlobt. Hebräische Kurse in Czernowitz Der Kultusrat der Kultusgemeinde Czernowitz hat die Einführung dreier hebräischer Kurse mit hebräischer Unterrichtssprache beschlossen. Der Unterricht hat am 20. September begonnen. Unserer heutigen Nummer liegt ein Aufruf des Israelitischen Unterstützungsvereins für Obdachlose in Hamburg bei, den wir der Berücksichtigung unserer geehrten Leser empfehlen. Die Sana-Gesellschaft m. b. H. in Cleve stellt als erste Fabrik seit vielen Jahren eine koschere Pflanzen-Margarine unter Verwendung von süßer Mandelmilch her, die unter dem Namen „Tomor" in den Handel gelangt. Da die Verbutferung von Pflanzenfett und Pflanzenspeiseöl mit Mandelmilch auf Grund des D. R. P. 100922 das ausschließliche Recht der Sana-Gesellschaft ist, so ist keine andere Fabrik in der Lage, einen koschern pflanzlichen Butterersatz herzustellen, welcher die gleichen, durch den Zusatz von Mandelmilch begründeten Vorzüge aufweist. Hieraus folgert ohne weiteres, daß Tomor unter den im Handel befindlichen koschern Pflanzen-Margarine-Produkten eine wohlbegründete Sonderstellung einnimmt. Tomor wird unter ständiger Aufsicht eines von Dr. Ehrw. Rabb. Sr. B. Wolf, Köln, angestellten und inspizierten, streng religiösen Auf Sichtsbeamten hergestellt, hat außerdem den Vorzug, fleischig und milchig verwendbar r Advokat Dr. Juda Zimmermann Mirjam Salz Krakau Tarnow zeigen ihre Verlobung an. t _ - Von der Reise zurück. \ Dr. Julius Löwenheim, Spezialarzt für Hals-, Nasen- und Brustkranke. Berlin W.f Neue Bayreuther Straße 8, und Berlin C, Seydelstraße 16. LEGI ff Appetitanregendes Kräftigungsmittel für blutarme Rekonvaleszenten, Wöchnerinnen, Schulkinder. Lecintabletten"* ÄÄ™6 in Apoth. od. franko ab Fabrik g.Einsendg. v.Ml.20:1 Probef lasche Lecin, für 7 Tage ausreichend, „ „ „ 2.20:80 Lecintabletten f. 30-40fage ausreichend. Lecinwerk Hannover (Dr. E. Laves). Zur seil. Beachtung! Unsere geehrten Leser gestatten wir uns schon jetzt aufmerksam zu machen, daß auch in diesem Jahre eine besondere Rubrik für Neujahrsgratulationen — zu nr#n 567i — in der „Welt" erscheinen wird. Wir laden alle jene Leser, die ihren Verwandten, Freunden und Bekannten in gesinnungsgenössischen Kreisen Glückwünsche entbieten wollen ein, dies durch „Die Welt" zu tun. Der Preis einer Anzeige in der Größe dieses Feldes beträgt M 3.—. Briefmarken aller Länder werden in Zahlung genommen. Die Expedition der „Welt".