Mannheim
Compact Memory

Die Welt · 1910-09-23 · 38 (23.9.1910) · page 10

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
14 (1910)
Issue
38 (23.9.1910)
Date
1910-09-23
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/3315709-3316406-3316444--53711-3347477
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

'^t- 918 DIE %sKE LT No 38 *Ü Preisausschreiben Die Zionistische Vereinigung für Deutschland beabsichtigt, das Interesse der reifern Jugend für Palästina durch die Verbreitung geeigneter Jugendschriften, an denen es bisher völlig fehlt, zu heben. Sie beabsichtigt daher die Herausgabe von längern Erzählungen, die nach Form und Inhalt gleich geeignet sind, die Stanimesheimat, insbesondere die Natur des Landes, das Leben seiner Bewohner, und vor allem das der jüdischen Kolonisten dem Herzen der Leser nahe zu bringen. Zu diesem Zweck ist ein Preisausschreiben für die besten Arbeiten dieser Art beschlossen worden. Die Wahl des Stoffes steht dem Autor durchaus frei. Zur Anregung, die aber keine Vorschrift sein soll, erwähnen wir, daß im Mittelpunkt der Erzählung etwa ein junger Jude stehen könnte, der seine Heimat verlassen muß und sich nach mancherlei Fährlichkeiten und Beschwerden in Palästina eine Existenz als Kolonist oder Farmer schafft. Religiös anstößige Stellen sind selbstverständlich zu vermeiden. Der Umfang der Schrift darf nicht unter 10 Druckkogen betragen. Die Einreichung der Arbeiten muß bis zum 31. März 1911 verschlossen mit der Aufschrift „Preisausschreiben" und eingeschrieben an die „Zionistische Vereinigung für Deutschland, Charlotten bürg, Bleibtreustraße 49" erfolgen. Außerdem muß der Umschlag ein Motto aufweisen, das auch auf ein verschlossenes Kuvert zu setzen ist, in dem sich Namen und Adresse des Verfassers befinden. Für die besten eingereichten Arbeiten, die den obigen Bedingungen entsprechen, setzen wir hierdurch zwei Preise von 6oo Jt und 300 dt in bar aus. Die preisgekrönten Arbeiten gehen mit allen Rechten ins Eigentum der Zionistischen Vereinigung für Deutschland über, die sich vorbehält, auch andere geeignete Einsendungen zu angemessenen Honorarsätzen zu erwerben. Dem PreisrichterkollSgium gehören an Dr. Martin Bub er, Georg Hermann, Dr. Richard Huld schiner sowie die Herren Rechtsanwalt Gronemann, Dr. Jungmann und Hermann Struck. Zionistische Vereinigung für Deutschland. Aufruf! Gesinnungsgenossen! Das Engere Actions-Comite hat beschlossen, das laufende Schekeljahr am 31. Oktober dieses Jahres zu schließen. In letzter Stunde wenden wir uns an Euch, in erster Reihe an die Leiter der Landesorganisationen und Föderationen, mit der ernsten Mahnung, unter Anspannung aller Kräfte die noch ausstehenden Schekelgelder einzufordern und dem A. C. zu überweisen. Man hat uns bei der Jahreskonferenz einstimmig ein Budget bewilligt; man ist aber auch verpflichtet, dafür Sorge zu tragen, daß wir es einhalten können. Heute sind wir dazu nicht imstande. Das A. C. steht ohne alle Mittel da, denn an Schekelgeldern sind im ganzen nur Mk. 27 000 eingegangen. Das ist erbärmlich wenig im Verhältnis zu den notwendigen Ausgaben, erbärmlich wenig, wenn man bedenkt, daß wir Zionisten jährlich über eine Million für unsere Zwecke aufbringen, erbärmlich wenig aber auch — und das ist das traurigste, — im Verhältnis zu dem Ergebnis früherer Jahre. Im vorigen Jahre sind Mk. 106000, im letzten kongreßlosen Jahre (5668) immerhin Mk. 76000 eingegangen, also fast dreimal so viel als in diesem Jahre. Es ist jetzt nicht die Zeit, den Ursachen dieses betrübenden Resultats nachzuspüren. Es heißt jetzt: gut machen, was noch gut zu machen ist. Zufriedenstellend ist das Resultat der Schekelsammlung nur in zwei größeren Ländern gewesen, in Südafrika und Deutschland; schlecht ist dagegen das Ergebnis in allen andern Organisationen und Föderationen. Rußland hat nur ein Viertel, Argentinien nur ein Sechstel, Palästina nur ein Dreizehntel des im Jahre 5668 gesammelten Betrages aufgebracht, und nicht nur kleinere Organisationen, wie Skandinavien, die Südslawischen Länder, die Bukowina, Italien, sondern auch größere, wie die Vereinigten Staaten von Amerika, Qalizien und die Poale-Zionisten haben bis heute — drei Monate nach dem regulären Schluß des Schekeljahres — noch keinen Pfennig an das A. C. überwiesen. Gesinnungsgenossen! Ihr werdet Euch selbst sagen, daß das ein unhaltbarer Zustand ist. Mag es wahr sein, daß der späte Termin des letzten Kongresses die Schekelsammlung dieses Jahres ungünstig beeinflußt hat, — was mit gutem Willen und mit Anspannung aller Kräfte zu erreichen war, haben unsere Gesinnungsgenossen in Südafrika und Deutschland gezeigt. Wir richten daher an die Zionisten aller Organisationen und Föderationen den dringenden Appell, noch in letzter Stunde nachzuholen, was sie versäumt haben, und unverzüglich den Schekel für das laufende Jahr an die zuständigen Stellen abzuführen. Es ist beschämend für unsere Organisation, daß wir darum bitten müssen. Denn man sollte doch allmählich überall in unsern Reihen Verständnis dafür bekommen haben, daß es ein Unding ist, die Institute einer Bewegung zu unterstützen, der zentralen Leitung ihrer Organisation aber die notwendigsten Mittel vorzuenthalten. Und wir sollten auch allmählich so viel Selbstzucht und Disziplin bei unsern Gesinnungsgenossen erwarten dürfen, daß ein jeder auch ohne besondere Aufforderung sich verpflichtet fühlte, durch die Zahlung des Schekels seine Zugehörigkeit zu uns zu dokumentieren. September 1910. Das Engere Actions-Comitd \ Zur Ergänzung des vom Engeren Aktionskomitee erlassenen Aufrufs veröffentlichen wir die folgende Tabelle, welche die Schekeleingänge der letzten drei Jahre nach den einzelnen Ländern geordnet veranschaulicht:

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.