Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 14 (1910)
- Issue
- 35 (2.9.1910)
- Date
- 1910-09-02
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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No. 35 DIEEaKELT 855 Der Jüdische Nationalfonds ist dazu, bestimmt, in Palästina Grund und Boden als unveräußerliches Eigentum des jüdisclien Volkes su erwerben. Vom V. Zionistenkongreß im Jahre 1901 gestiftet, Imt er bereits die Höhe von über 2 Millionen 3Iark erreicht. MITTEILUNGEN DES HAUPTBUREAUS DES JÜDISCHEN NATIONALFONDS IN KÖLN Gesinnungsgenossen Verwendet N.F.-Marken! I Jede verkaufte Marke setzt den Nationalfonds in den Stand, i Quadratmeter Boden in Palästina zu erwerben! Ein Vorschlag zur Hebung des Absatzes der N. F.-Marken Wie uns der Verein „Kadimah" in Warschau mitteilt, hat der Ausschuß dieses Vereines in seiner Sitzung vom 29. Tammus d. J. folgende Resolution gefaßt: „In Anbetracht dessen, daß die Sammlung für den Nationalfonds mittels N. F.-Marken einen rein philanthropischen Charakter trägt, da die Marke für denjenigen, der sie kauft, völlig wertlos ist (er vernichtet sie oder klebt sie auf irgendein Schriftstück), daß aber der Absatz der N. F.-Marken unvergleichlich größer sein könnte, wenn mit der Anschaffung der Marken ein bestimmter Zweck verbunden wäre, schlägt der Ausschuß des Vereines „Kadimah" auf Grund der Ausführungen seines Mitglieds, Gg. Packer, dem Diiektorium des N. F. vor: Die Sammlung durch N. F.-Marken möge in der Weise ausgestaltet werden, daß jedermann, der N. F.-Marken im Werte von 100 Rbl. besitzt, das Recht habe, ins Goldene Buch eingetragen zu werden." Zu diesem Vorschlag sei folgendes bemerkt: Es ist vor allem nicht richtig, daß die Sammlung für den Nationalfonds durch Marken einen philanthropischen Charakter trage, weil der Käufer, keinen Gegenwert erhält. Das Kennzeichen der Philanthropie liegt u. E. nicht darin, was man für sein Geld erhält, sondern in welcher Weise dieses verwendet wird. Wenn man sich vor Augen hält, daß durch jede gekaufte Marke der Nationalfonds in die Lage gesetzt wird, einen Quadratmeter Boden Palästinas in den Besitz des jüdischen Volkes zu bringe n , so kann eine Spende für einen derartigen Zweck keinesfalls als Philanthropie bezeichnet werden. Im übrigen ist eine Eintragung ins Goldene Buch doch wohl nur als ideeller, nicht aber als materieller Gegenwert zu betrachten. Aus prinzipiellen Gründen müssen wir uns gegen die Markensammlungen zum Zwecke der Eintragung ins Goldene Buch aussprechen. Jedes Sammelmittel hat seinen besondern Zweck; insbesondere gilt dies für die Marken, die viel dazu beitragen, den Nationalfonds zu popularisieren. Durch das Aufkleben der Marken auf Briefe, Einladungen, Gratulationen usw. usw. wird die Idee unserer Institution in die weitesten Kreise getragen. Das Goldene Buch hingegen dient in erster Linie dazu, verdiente Gesinnungsgenossen, Vereine usw. zu ehren; es sollten demnach zwei Sammelmittel nicht durcheinander geworfen werden. Daß gerade die Idee der Verwendung von Marken zum Aufkleben auf Briefe usw. an sich wertvoll ist, beweist der Umstand, daß uns.erm querst ' gegebenen Beispiel andere Nationen gefolgt sind und ihre Naifonalmarken in gleicher Weise propagieren und vefwenden.